„Der neue Feudalismus“ – mit Hermann Ploppa

10. Juli 20262 Kommentare

Politologe Hermann Ploppa ist sicher: „Wir sind im neuen Feudalismus.“ Tec-Millionäre schafften Monopole und diktierten Preise. Mächtige Netzwerke und Stiftungen bestimmten Politik und unser Leben. Der Autor des Buchs „Der neue Feudalismus“ sieht uns alle in der Pflicht. „Wir müssen lernen, strategisch zu denken, genau wie Elon Musk und Peter Thiel. Wir sollten die Vogelperspektive einnehmen – nicht die Froschperspektive – und die Netzwerke studieren und analysieren.“ So hätten wir eine Chance gegen die Feudal-Elite, die in Wirklichkeit nicht allmächtig sei.

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Milena Preradovic

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Interview mit Hermann Ploppa (deutsch)

Milena Preradovic: Wir merken es alle: Das Leben wird komplizierter und nicht besser. Wir bekommen schwer Arzttermine, Busse fahren seltener, Preise steigen unaufhörlich. Örtliche Krankenhäuser verschwinden, genau wie der Bäcker von nebenan. Und Hunderttausende Jobs in der Industrie gehen verloren. Bürgerbeschwerden landen im Nirwana. Inzwischen sorgt sich eine Mehrheit der Deutschen um die Meinungsfreiheit und knapp 80 Prozent um die finanzielle Zukunft. Mein Gast sagt: In den vergangenen fünf Jahren hat eine Revolution von oben stattgefunden. Er nennt es den neuen Feudalismus. Wer mischt da mit? Jetzt in Punkt Preradovic. Hallo, Hermann Ploppa. Schön, dass Sie da sind.

Hermann Ploppa: Ja, schön, dass ich hier anwesend sein darf. Gerne.

Milena Preradovic: Sehr gerne. Ich stelle Sie kurz vor: Sie sind Politologe und Publizist. Sie haben zahlreiche Artikel über die Eliten der USA veröffentlicht, unter anderem über den einflussreichen Council on Foreign Relations, und schreiben heute unter anderem für Manova und Apolut. 2008 haben Sie das Buch Hitlers amerikanische Lehrer veröffentlicht, in dem Sie Einflüsse US-amerikanischer Stiftungen und Autoren auf den Nationalsozialismus offenlegten. Ihr Bestseller Die Macher hinter den Kulissen – Wie transatlantische Netzwerke heimlich die Demokratie unterwandern hat für einige Diskussionen gesorgt. 2019 erschien Griff nach Eurasien und jetzt haben Sie das Buch Der neue Feudalismus – Privatisierung, BlackRock, Plattformkapitalismus geschrieben. Feudalismus herrschte ja vor allem im Mittelalter, und Sie beschreiben die Geschichte ausführlich in Ihrem Buch. Was ist an der momentanen Entwicklung feudalistisch?

Hermann Ploppa: Es sind viele Merkmale heute eindeutig wieder vorherrschend. Die Umgehung eines öffentlichen Raumes, der öffentliche Raum ist die Politik. Das ist der Bereich, in dem von der Theorie her und auch in der Realität der letzten 100 Jahre alle Menschen mitgenommen werden. Das war nicht immer so. Im Feudalismus waren die meisten Leute völlig von Entscheidungsprozessen ausgeschlossen und haben auch nichts besessen. Da haben wir, glaube ich, einen Anknüpfungspunkt, denn genau da sind wir jetzt auch wieder. Wir sehen eine gigantische Privatisierungswelle. Der politische Raum wird umgangen, er wird auch eliminiert. Wir sehen, dass private Räume entstehen, dass Privatstädte mitten in souveränen Staaten gegründet werden und dass an die Stelle einer demokratischen Teilhabe der Bevölkerung jetzt eigentlich nur die Bestimmung durch die Besitzenden tritt. Das sind ganz wesentliche Dinge. Wir haben es auch sehr deutlich in der Corona-Zeit gesehen. Rechtsstaatlichkeit ist ein ganz zentrales Element, das sich die Menschen in den letzten tausend Jahren mühsam, wechselvoll und opferreich erkämpft haben. Man sieht heute einfach: Da fällt ein Familienrichter ein Urteil, das den Verantwortlichen nicht gefällt, und dann wird er eben bestraft oder versetzt.

Hermann Ploppa: Oder wir sehen aktuell, dass Journalisten oder überhaupt öffentliche Persönlichkeiten, die etwas sagen, was der EU nicht gefällt, einfach sanktioniert werden. Das geschieht außerhalb jeder juristischen Nachprüfbarkeit oder jeder Einspruchsmöglichkeit. Wir sehen, dass der Berliner Journalist Hüseyin Doğru praktisch aller Bürgerrechte beraubt worden ist. Er hat kein eigenes Konto mehr. Selbst Sippenhaft findet dort statt. Das Konto seiner Frau wurde ebenfalls lange Zeit gesperrt. Die offizielle Erklärung ist: Er hat keine Fake News veröffentlicht, er hat niemanden beleidigt. Lediglich seine Ansichten gefallen der EU nicht. Da sind wir in der Tat wieder in feudalistischen Verhältnissen. Rechtsstaatlichkeit und die Möglichkeit, eine Gerichtsentscheidung anzufechten – all das gibt es hier nicht. Es ist nackte Willkür. Es gibt keinerlei Möglichkeit, solche Sanktionen auch gegen Jacques Baud oder Thomas Röper oder Alina Lipp auf ihre Rechtmäßigkeit zu überprüfen. Das ist nur ein Beispiel von vielen. Es gibt unglaublich viele Beispiele, die wir in diesem Gespräch wahrscheinlich noch aufdröseln können.

Milena Preradovic: In der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts, in der wir ja im Grunde sozialisiert wurden, hatte man eher den Eindruck, dass wir gut leben und uns entfalten dürfen – also die normalen Menschen. Warum jetzt dieser neue Feudalismus? Was macht ihn möglich?

Hermann Ploppa: Das ist natürlich ein langer Prozess. Ich beschreibe in meinem Buch zunächst den furiosen Aufstieg der Leibeigenen zu Bürgern, zu selbstständig wirtschaftenden Landwirten und zu Arbeitern, die unter geregelten, geschützten, lebens- und menschenwürdigen Bedingungen arbeiten konnten. Das war alles kein Geschenk der Oberen. Das hat sich die Bevölkerung selbst erkämpft. Im 19. Jahrhundert gab es ganz entscheidende Durchbrüche durch eine geniale Koalition von Bildungsbürgertum, Arbeiterbewegung und christlicher Soziallehre. Unterstützt wurde das von Kaiser Wilhelm II. durch das Prinzip der Subsidiarität. Der Staat mischt sich nicht in Basisbewegungen, Selbstorganisation oder Genossenschaften ein, sondern hilft mit Know-how und gegebenenfalls finanziell, wenn es notwendig wird. Ansonsten hält er sich heraus. Dieses Konzept der Genossenschaften, der öffentlich-rechtlichen Wirtschaft und auch der staatlichen Wirtschaft – und dass profitorientierte Wirtschaft nur dort zugelassen wird, wo sie keinen Schaden anrichten kann – hat lange funktioniert. Das galt sogar noch in den 1950er-, 1960er-Jahren und teilweise noch unter Helmut Kohl und seinem Sozialminister Norbert Blüm. Dann kam allerdings der Durchbruch eines Rollbacks, teilweise von frustrierten Adligen. Tatsächlich waren die Exponenten der Österreichischen Schule des Marktradikalismus wie Friedrich von Hayek oder Ludwig von Mises Adelige, die auch entsprechend dachten und handelten. Das nimmt heute immer stärkere Formen an. Sie trafen auf Sponsoren wie die Koch-Brüder Charles und David Koch oder auf den englischen Unternehmer Antony Fisher, die diese Ideen finanzierten und unterstützten. So wurde Generation für Generation dieses marktradikale Modell in die Politik getragen: Der Staat sei schlecht, er mische sich in Wirtschaftsprozesse ein und verschlimmere dadurch Krisen. Dieses Dogma, das faktisch bereits 1929 widerlegt wurde.

Milena Preradovic: Moment. Aber heute könnte man sagen: Die haben ja nicht ganz unrecht. Das Problem ist doch durchaus der Staat. Diese Art der geplanten Wirtschaft – um es nicht Planwirtschaft zu nennen – lässt die Industrie gerade durch hohe Energiepreise abstürzen. Vom Staat geht die Einschränkung der Meinungsfreiheit aus. Im Grunde ist doch bei uns der Staat das Problem und nicht die Lösung.

Hermann Ploppa: Das ist eine schöne Provokation. Auf der phänomenalen Ebene stimmt das, wenn man nicht weiter dahinter schaut. Tatsächlich wurde der Staat aber – für alle sichtbar spätestens seit der Regierung Ronald Reagans 1980 und Margaret Thatcher in Großbritannien – von Staatsfeinden okkupiert. Ronald Reagan hatte nichts Besseres zu tun, als den gerade einigermaßen wieder reparierten Staatshaushalt der USA durch völlig sinnlose Ausgaben für das Projekt „Krieg der Sterne“ wieder zu zerrütten. Wenn wir uns an die SDI-Projekte erinnern, dann sehen wir das deutlich.

Milena Preradovic: Um die Russen beziehungsweise die Sowjetunion kleinzukriegen. Das war damals Reagans Ziel.

Hermann Ploppa: Genau. Geopolitik spielt natürlich immer mit hinein, auch in die heutige Szenerie. Das ist unverkennbar. Aber wir sehen seitdem eigentlich eine Unterwanderung des Staates. Das habe ich bereits in meinem Buch Die Macher hinter den Kulissen von 2014 ausführlich dargelegt: Marktradikale Stiftungen haben Politiker beeinflusst und aufgebaut. Eine Person wie Frau Baerbock ist ein reines Produkt dieser Netzwerkorganisationen. Was ich damals schon beschrieben habe, hat sich inzwischen noch radikalisiert. Die Bertelsmann Stiftung hat mittlerweile einen enormen Einfluss ausgeübt und beispielsweise die gesamte Agenda der Regierung Schröder/Fischer maßgeblich bestimmt. Eigentlich war Gerhard Schröder nur der Ansager, der Herold für diese Kräfte. Die Bertelsmann Stiftung hat die Agenda 2010 und vieles Weitere auf den Weg gebracht.

Milena Preradovic: Wenn man sich aber anschaut, dass die heutige Linke – also linke Parteien oder Menschen, die sich links verorten – diesen neuen Feudalismus mitträgt, etwa bei der Einschränkung der Meinungsfreiheit, beim Parteienverbot und all diesen Dingen: Ist diese neue Linke dann auch ein Produkt der Marktradikalen oder der einflussreichen Stiftungen?

Hermann Ploppa: Das kann ich ganz gut beobachten. Ich war ja selbst einmal in der Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit, der WASG. Das war Anfang der 2000er-Jahre eine Reaktion auf Schröders Agenda 2010.

Milena Preradovic: Letzte Woche war Oskar Lafontaine hier.

Hermann Ploppa: Ja, genau. Der Oskar. Nach meiner Meinung hat er diese Entwicklung damals ganz schön forciert. Ob er das gewusst hat, weiß ich nicht. Das glaube ich eher nicht. Aber er hat zunächst einmal die West-Erweiterung der PDS vorangetrieben, die ja ohne Not einen Genossenschaftsstaat an die Wand gefahren hatte, der vorher gerade einmal 40 Jahre lang bestanden hatte. Jedenfalls konnte ich das dann auch beobachten. Ich sehe ja auch, wie die echten Linken aus der Linkspartei herausgeekelt wurden. Wie Leute wie Wolfgang Gehrcke, der frühere Sprecher für Außen- und Sicherheitspolitik, langsam an den Rand gedrängt wurden. Proisraelische Seilschaften und eben auch marktradikale Seilschaften haben dort das Kommando übernommen, sodass heute palästinensische Mitglieder der Linkspartei tatsächlich herausgemobbt werden, sobald sie die Interessen der Palästinenser vertreten. Es ist ja symptomatisch, dass Richard Grenell in der ersten Trump-Ära beim Neujahrsempfang der Linkspartei als Ehrengast auftritt. Also ein wirklich profiliert Rechtsradikaler.

Milena Preradovic: Der war der israelische Typ?

Hermann Ploppa: Ja, ja. Ich kann das ja aus nächster Nähe beobachten.

Milena Preradovic: Der frühere Botschafter der USA in Deutschland, um das kurz zu sagen.

Hermann Ploppa: Genau. Es gibt genug Anzeichen dafür. Wer hat denn den zweimal gescheiterten Kanzler Friedrich Merz dann doch in den Sattel geschoben? Also gerade in der dritten Abstimmung wäre das mal interessant zu betrachten. Aber gut.

Milena Preradovic: Meinen Sie BlackRock?

Hermann Ploppa: Ja, selbstverständlich. Das hatte ich fünf Jahre vorher schon geschrieben: Leute, passt auf, Merz wird Kanzler. Es ist völlig egal, was wir dazu meinen. Das ist vollkommen unwichtig. Er wird Kanzler, weil er – er war ja nicht im operativen Bereich von BlackRock tätig, das hätte er gar nicht schaffen können – aber er war zehn Jahre im Aufsichtsrat und hat dort natürlich seine politischen Kontakte eingebracht. Dafür ist er gut bezahlt worden, auf halbwegs legalisierbare Art. Aber das ist letztlich egal. Es gibt diese ganzen Young-Leaders-Programme der Atlantik-Brücke. Das habe ich alles beschrieben. Oder die Stiftung Wissenschaft und Politik, den American-German Council und ähnliche Organisationen, in denen junge Leute bereits über Berlinpolis für eine Karriere innerhalb dieser Netzwerke rekrutiert werden.

Milena Preradovic: Und Klaus Schwab hat ja auch einmal sinngemäß gesagt: Unsere Leute werden in allen Regierungen sitzen.

Hermann Ploppa: Ja, ja.

Milena Preradovic: Und das tun sie auch. Lassen Sie uns noch einmal auf den Feudalismus zurückkommen. Sie schreiben in Ihrem Kapitel über den früheren Feudalismus: Der Feudalherr bezieht ein leistungsloses Einkommen. Soll heißen: Er saugt ständig Leistungen seiner Leibeigenen ab und gibt selbst schon lange keinen Gegenwert mehr. Wer sind die heutigen Feudalherren und was ist deren leistungsloses Einkommen?

Hermann Ploppa: Dazu hat Yanis Varoufakis, der frühere griechische Finanzminister, bereits ein Buch veröffentlicht: Technofeudalism. Meines Wissens ist es bislang nicht auf Deutsch erschienen. Er nimmt dort Amazon und Jeff Bezos als Beispiel. Er sagt: Wenn ein solcher Konzern erst einmal eine Monopolstellung erreicht hat, kann er die Preise beliebig festsetzen. Das sehen wir heute in vielen Bereichen. Zunächst werden Konkurrenten mit Dumpingpreisen ausgeschaltet, und wenn das Monopol erreicht ist, kommt die große Rendite. Das leistungslose Einkommen entsteht also durch eine Preisgestaltung, die niemand mehr anfechten kann. Das erleben wir auf vielen Gebieten. Der mittlerweile zum Lieblingsekel der Öffentlichkeit avancierte Peter Thiel hat in seinem Buch Zero to One ebenfalls gesagt: Konkurrenz ist etwas für Schwächlinge. Monopole sind der wünschenswerte Zustand, weil nur sie ambitionierte Großprojekte ermöglichen, etwa die Eroberung des Mars oder die Überwindung der menschlichen Sterblichkeit. Das beschreibt die heutige Eigentumsstruktur auf dieser Welt eigentlich sehr treffend. Wir erleben heute weltweit eine beispiellose Ungleichheit bei Einkommen und Vermögen. So etwas hätte ein Feudalherr im Mittelalter niemals erreichen können. Deshalb bestimmen diese Herrschaften heute weitgehend die Agenda. Peter Thiel hat einmal gesagt: Das Schicksal unserer Welt könnte von den Bemühungen eines einzelnen Menschen abhängen, der jene Maschinerie der Freiheit aufbaut oder verbreitet, die die Welt für den Kapitalismus sicher macht.

Milena Preradovic: Er hat ja auch gesagt, Freiheit und Demokratie passten nicht zusammen.

Hermann Ploppa: Wunderbar. Das steht in einem anderen Artikel des Cato Institute. Das Cato Institute ist, ich würde sagen, eine reaktionäre Denkfabrik.

Milena Preradovic: Manche sagen: sehr konservativ.

Hermann Ploppa: Genau. „Konservativ“ ist für mich eine begriffliche Nebelkerze. Denn die wollen das Bestehende gerade nicht erhalten, sondern nach meiner Ansicht das Rad zurückdrehen. Das ist eine ganz entscheidende sprachliche Verschleierung. Dort hat Peter Thiel geschrieben: Ich bin zu der Auffassung gekommen, dass Demokratie und Freiheit nicht miteinander vereinbar sind. Zuvor hatte er bereits in seinem Aufsatz The Education of a Libertarian beschrieben, dass er während seiner Zeit an der Universität Stanford mit seiner Studentenzeitung isoliert geblieben sei und seine Vorstellungen den Menschen nicht vermitteln konnte. Deshalb entwickelte er damals die Idee, den demokratischen öffentlichen Raum auf drei Wegen zu umgehen, um ihn später ganz zu eliminieren. Erstens durch das Internet. Das ist ihm – natürlich nicht ihm allein – auf ganzer Linie gelungen. Das Internet hat tatsächlich dazu geführt, dass sich Menschen immer seltener im realen öffentlichen Raum begegnen, mit Blickkontakt und direktem Austausch. Stattdessen läuft alles über kontrollierbare Kanäle im Internet. Das war der erste Punkt. Der zweite war das Weltall: Dort sollten außerstaatliche Zonen entstehen, in denen Politik nichts mehr zu sagen hat. Und drittens Privatstädte auf internationalen Gewässern, also künstliche Städte auf miteinander verbundenen Pontons. Genau dafür hatte dieser Artikel die Funktion, das Seasteading Institute bei Sponsoren bekannt zu machen. Als Geschäftsführer setzte er Patri Friedman ein, den Enkel von Milton Friedman. Bis heute ist dieses Projekt allerdings gescheitert. Es ist kein einziger solcher Pontonstaat entstanden.

Hermann Ploppa: Stattdessen sind viele Staaten inzwischen so entkernt und geschwächt, dass die libertäre Bewegung heute Privatstädte innerhalb gescheiterter Staaten errichtet, zum Beispiel Prospera in Honduras auf der Insel Roatán. Dort sehen wir geradezu idealtypisch eine neokoloniale Besiedlung. Die rechtmäßigen Einwohner mussten weichen. Möglich wurde das durch eine faschistoide Regierung. In Afrika und anderen gescheiterten Staaten entstehen mittlerweile rund zwanzig solcher Privatstädte. Und ganz wichtig: Das gesamte Gaza-Projekt ist eine riesige Sonderwirtschaftszone, an der die USA, Israel und die arabischen Scheichtümer gleichermaßen beteiligt sind. Dann kam allerdings die Abweichung vom Skript. Man glaubte, den Iran einfach überrollen zu können. Der Iran erwies sich jedoch als äußerst resilient und hat diese Pläne massiv durchkreuzt. Das Geld, das die Scheichtümer beispielsweise für Rechenzentren von Amazon Web Services und anderen ausgeben wollten, benötigen sie nun zunächst für den Wiederaufbau ihrer eigenen Staaten. Das ist eine deutliche Abweichung vom ursprünglichen Plan. Trump macht derweil weiter. Lateinamerika geht gerade Schritt für Schritt an die Trumpisten, ein Staat nach dem anderen, jeweils durch sogenannte freie Wahlen. Es entsteht ein System aus USA, Israel und privatisierten Zonen. Das ist derzeit eine sehr massive Entwicklung. Ich glaube, viele Menschen haben noch gar nicht begriffen, welcher Paradigmenwechsel gerade stattfindet. Tausend Jahre mühsam erkämpfter Menschenrechte, Menschenwürde und Freiheitsrechte werden mit einem Handstreich beseitigt.

Milena Preradovic: Da sind wir ja im Grunde bei Trump und Thiel. Zwischen beiden gibt es eine enge Verbindung. Thiel hat Trump im Wahlkampf unterstützt und vor allem J. D. Vance die politische Karriere überhaupt erst ermöglicht, indem er seinen Senatswahlkampf massiv finanziert hat. Nun können wir beobachten, dass Trumps erste und zweite Amtszeit sehr unterschiedlich verlaufen. In der ersten hat er sich als Friedenspräsident präsentiert, in der zweiten führt er Krieg. Erst der Einmarsch in Venezuela – das war noch eine vergleichsweise kleine Operation –, dann der eigentlich, wie er selbst gesagt hat, für Amerika völlig überflüssige Krieg gegen den Iran. In diesem Krieg wurden ja auch Palantir-Technologie und Künstliche Intelligenz eingesetzt. Sehen Sie darin irgendeinen Zusammenhang mit diesem Sinneswandel Trumps zum Kriegsherrn?

Hermann Ploppa: Sinneswandel? Die ersten vier Jahre Trump waren ja vergleichsweise gemäßigt. Natürlich hat er sich auch in Venezuela eingemischt und widerrechtlich einen iranischen General töten lassen. Aber insgesamt war er gemäßigt, weil ihn selbst überrascht hatte, dass er Präsident geworden war. Das lag ja auch an diesem, man kann schon sagen, kuriosen US-Wahlsystem. Hillary Clinton hatte eine halbe Million Stimmen mehr als Trump.

Milena Preradovic: Aber das sind nun einmal die Regeln.

Hermann Ploppa: Genau. Es gibt dieses Wahlmännersystem, weil die Väter der US-Verfassung dem einfachen Volk nicht vertraut haben. Sie sagten, dass ausgewählte Männer letztendlich die Wahl treffen müssten. Und diese Wahlmänner haben sich damals mehrheitlich für Trump entschieden. Trump selbst war überrascht: Huch, jetzt bin ich plötzlich Präsident. Mein Kindheitstraum ist in Erfüllung gegangen. Er hatte damals noch kein fertiges Konzept. Bei der zweiten Präsidentschaft war das völlig anders. Da hatte er bereits den Bonus, schon einmal Präsident gewesen zu sein – relativ erfolgreich oder sagen wir: relativ schmerzfrei. Da haben sich die ganzen Seilschaften, die ich bereits erwähnt habe, an seinen Rockzipfel gehängt und gedacht: Fein, den bauen wir jetzt auf. Die Heritage Foundation, ein neokonservativer oder, wie ich sagen würde, reaktionärer Thinktank, hatte bereits das Regierungsprogramm für Ronald Reagan geschrieben. Und sie verfasste schon 2024 das Project 2025. Darin war alles vollständig ausgearbeitet: sämtliche Sachthemen und sogar die Auswahl der Personen, die Trump während der Transition Period, also der Übergangsphase zwischen den Präsidentschaften, beraten und die Verhandlungen führen sollten. Das war alles bereits von der Heritage Foundation handverlesen. Das Programm stand fest. Peter Thiel hielt sich dieses Mal im Hintergrund. Beim ersten Mal war er der entscheidende Sponsor Trumps. Es gibt ja diese Aufnahme, auf der er direkt neben Trump im Transition Team sitzt und Trump seine Hand nimmt und sichtlich bewegt ist. Diesmal investierte Thiel stattdessen frühzeitig in den Nachfolger. Das war natürlich sinnvoll. Trump wurde ohnehin gewählt, und wenn jemand bereits 80 Jahre alt ist, stellt sich zwangsläufig die Frage, wie lange er noch durchhalten wird. So alte Präsidenten hat es in der Geschichte der USA noch nie gegeben. Reagan war schon in den Siebzigern, das galt damals bereits als bemerkenswert. Heute haben wir Politiker zwischen 80 und 90 Jahren. Da war es aus seiner Sicht sinnvoll, zehn Millionen Dollar in den politischen Aufbau von J. D. Vance zu investieren.

Milena Preradovic: Peter Thiel interessiert Sie ja sehr. Er bekommt auch in Ihrem Buch viel Raum, und Sie haben mehrere Artikel über ihn geschrieben. Sie schreiben außerdem, dass er mit seiner Firma Palantir die Lösung angeboten hat, die Datenflut auszuwerten, die die Geheimdienste nach Nine Eleven angesammelt hatten. Sie schreiben, die Geheimdienste hätten unheimlich viele Daten gesammelt, sie aber gar nicht sinnvoll verarbeiten können. Palantir wird inzwischen in vielen Ländern eingesetzt. In Deutschland meines Wissens in Bayern und Hessen.

Hermann Ploppa: Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen ist im Gespräch. Aber die Jungen Grünen haben wenigstens noch aus Gründen der Gesichtswahrung dagegen protestiert.

Milena Preradovic: Worauf ich hinaus will: Sie berichten auch über eine Geheimloge namens Dialog, die Peter Thiel gegründet hat. Was steckt dahinter?

Hermann Ploppa: Das ist ein relativ neues Phänomen. Wir haben davon alle eigentlich erst vor wenigen Wochen erfahren und befinden uns noch mitten in der Analyse. Aber ich sage einmal: Dort versammelt sich seit etwa 2006 ein unglaublich einflussreicher Kreis von Menschen. Damals hat sich Thiel mit jemand anderem zusammengeschlossen, dessen Namen ich jetzt gerade nicht nennen möchte.

Milena Preradovic: Lonsdale?

Hermann Ploppa: Ja.

Milena Preradovic: Mitbegründer.

Hermann Ploppa: Genau. Joe Lonsdale ist ebenfalls eine interessante Figur, über die wir gleich noch sprechen können. Thiel plant für August erneut ein Treffen im Powerscourt Estate, einem schönen Schlosshotel bei Dublin, vom 12. bis 16. August. Man ging wohl davon aus, dort ungestört spazieren und diskutieren zu können. Dort ist auch der militärische NATO-Oberbefehlshaber vertreten. Das ist schon bemerkenswert. Er ist zugleich Oberkommandierender der NATO und der in Europa stationierten US-Streitkräfte. Das sagt viel über das Vasallenverhältnis Europas gegenüber den USA aus.

Milena Preradovic: Der militärische NATO-Chef.

Hermann Ploppa: Genau. Mark Rutte ist dagegen eher der Frühstücksdirektor, wenn man so will. Er soll dem Ganzen einen zivilen Anstrich geben. Aber wenn man sich seine intellektuellen Fähigkeiten anschaut …

Milena Preradovic: Ich habe neulich gehört, jemand habe ihn den Infantino der NATO genannt.

Hermann Ploppa: Ja, Markus Fugmann hat einmal sinngemäß gesagt: Wenn es eine Personifizierung von Schleim gäbe, dann wäre das Macron.

Milena Preradovic: Und wer war sonst noch dabei oder sollte teilnehmen?

Hermann Ploppa: Schon die Teilnahme des NATO-Oberbefehlshabers war ein ziemlicher Schock. Außerdem Leute wie der bereits erwähnte Joe Lonsdale, Mitgründer von Palantir, Kaja Kallas sowie regelmäßig Jens Spahn. Da fragt man sich schon, was dieser völlig charismafreie frühere Sparkassenangestellte aus Ahaus – nichts gegen Ahaus – dort eigentlich macht. Er nimmt seit Jahren auch an den Bilderberg-Konferenzen teil.

Milena Preradovic: Würden Sie so weit gehen zu sagen, dass er der nächste Kanzler wird?

Hermann Ploppa: Das glaube ich inzwischen nicht mehr. Ich glaube, die nächste Kanzlerin wird Alice Weidel. Jens Spahn ist durch seine Zeit als Gesundheitsminister während der Corona-Pandemie politisch stark verschlissen worden. Das kommt bei den Menschen nicht gut an.

Milena Preradovic: Gut, bleiben wir bei Dialog. Was sind die Ziele einer Loge wie Dialog?

Hermann Ploppa: Entschuldigung, könnten Sie die Frage noch einmal wiederholen? Ich habe sie akustisch nicht verstanden.

Milena Preradovic: Was sind die Ziele einer Loge wie Dialog?

Hermann Ploppa: Ich würde zunächst davor warnen, die Bedeutung von Dialog zu überschätzen. Eine einzige Netzwerkorganisation kann allein nichts bewegen. Wie ich bereits in meinem Buch Die Macher hinter den Kulissen beschrieben habe, handelt es sich um ein ausgefeiltes, arbeitsteiliges Netzwerk von Netzwerken. Es gibt private Netzwerke mit ideologischer Ausrichtung und halböffentliche Organisationen, die eher Strategieentwicklung betreiben, etwa die Stiftung Wissenschaft und Politik. Keine dieser Organisationen und auch keine einzelne Person – auch nicht Peter Thiel – kann allein etwas bewirken. Thiel ist im Moment eher die Projektionsfläche für diese Entwicklung. Entscheidend ist ihre Vernetzung. Dialog baut auf den Arbeiten des Council on Foreign Relations auf, auf den Bilderbergern, der Trilateralen Kommission und vielen weiteren nationalen und internationalen Netzwerken. Ein besonders wichtiges Beispiel ist das Atlas Network. Kaum jemand kennt es, dabei prägt es unsere Politik erheblich. Es ist gewissermaßen die Netzwerkorganisation der Netzwerkorganisationen. Sie unterstützt weltweit Menschen, die marktradikale Organisationen gründen wollen – mit Know-how und Geld. Sobald diese Organisationen etabliert sind, zahlen sie Beiträge an die Zentrale zurück. Das Atlas Network verfügt mittlerweile über rund 500 Partnerorganisationen weltweit. Es beeinflusst Politiker im marktradikalen Sinne, fördert Karrieren und baut Netzwerke auf. Allein in der Ukraine gibt es drei Atlas-Organisationen. Keine davon könnte allein etwas bewirken. Aber gemeinsam werden sie immer erfolgreicher und nachhaltiger.

Milena Preradovic: Was ist denn das gemeinsame Ziel?

Hermann Ploppa: Das gemeinsame Ziel sind optimale Wirtschaftsbedingungen für große Konzerne. Wenn dort von freier Wirtschaft gesprochen wird, dann ist das in Wahrheit das Gegenteil einer freien Wirtschaft. In den USA und Großbritannien kann man das bereits sehr deutlich sehen: Der Mittelstand wird systematisch zermürbt.

Milena Preradovic: Das sieht man inzwischen auch in Deutschland.

Hermann Ploppa: Genau. Hier beginnt dieser Prozess jetzt ebenfalls. Aufgrund der subsidiären Strukturen, die wir historisch geerbt haben, dauert das allerdings etwas länger. Und wir können das immer noch reparieren. Wir können diese Einrichtungen, die derzeit von marktradikalen Maulwürfen zugrunde gerichtet werden, wieder stärken, reaktivieren und mit neuem Wissen sowie neuen Strategien weiterentwickeln.

Milena Preradovic: Wenn wir das einmal realistisch betrachten: Die einzige Partei, die sich zumindest auf dem Papier und in der Opposition gegen all das stellt, ist die AfD. Sie sagen selbst, Alice Weidel werde die nächste Kanzlerin. Nun sind Sie natürlich ein alter Linker.

Hermann Ploppa: Ja.

Milena Preradovic: Aber ist eine Regierungsbeteiligung der AfD nicht die einzig realistische Lösung? Ich habe die Frage übrigens auch schon Oskar Lafontaine gestellt.

Hermann Ploppa: Ja, ich weiß allerdings nicht, was er geantwortet hat. Ich habe schon 2017 mit meinem Artikel AfD gnadenlos marktradikal etwas Wasser in die AfD-Euphorie gegossen. Denn natürlich kommt auch die AfD aus diesen Netzwerken. Gerade in der Gründerphase gab es eine direkte Verbindung zwischen der Friedrich-von-Hayek-Gesellschaft und der AfD.

Milena Preradovic: Aber den Krieg gegen Russland beenden – das will doch außer der AfD praktisch niemand.

Hermann Ploppa: Mein Freund Rainer Rothfuß von der AfD würde das sicher auch so sehen. Aber haben Sie schon einmal von Olga Petersen gehört?

Milena Preradovic: Olga Petersen?

Hermann Ploppa: Das ist eine ehemalige Hamburger AfD-Politikerin. Patrick Baab hat ein Interview mit ihr geführt, das inzwischen über 400.000 Aufrufe hat. Olga Petersen wollte nach Russland reisen, um sich selbst ein Bild von den Wahlen zu machen und zu prüfen, ob dort tatsächlich alles so undemokratisch sei, wie behauptet wird. Als sie zurückkam, wurde sie innerhalb ihrer Fraktion gemobbt. Inzwischen ist sie so unter Druck geraten, dass sie nach Russland ausgewandert ist. Eine Hamburgerin, die nach Russland ausgewandert ist. Gleichzeitig gibt es in der AfD auch Leute, denen bislang niemand widersprochen hat, obwohl sie in der Ukraine waren und auf ukrainischer Seite gekämpft haben. Den Namen habe ich gerade nicht parat. Darauf würde ich insgesamt nicht allzu viel geben. Das ist, glaube ich, vor allem eine Reaktion auf die Stimmungslage in Ostdeutschland, in der die AfD natürlich punkten möchte. Aber kaum jemand macht sich die Mühe, das Programm der AfD tatsächlich zu lesen. Nur weil sie bei einzelnen Themen anders auftreten als die anderen Parteien, reicht mir das nicht. Sie haben ohnehin viele Begriffe und Attribute von den Linken übernommen. „Alternative“ – wir waren früher alle alternativ. Dann das gemischtgeschlechtliche Führungsduo. Auch von den Grünen haben sie einiges übernommen. Aber davon einmal abgesehen: Die AfD besteht aus verschiedenen Strömungen. Deshalb finde ich auch das Interview von Ben Ansah mit Björn Höcke interessant. Es ist gut, dass man sich darauf beziehen kann. Noch wichtiger ist aber, sich anzuschauen, was die AfD tatsächlich im Bundestag eingebracht oder durchzusetzen versucht hat. 2021 stellte sie beispielsweise einen Antrag, die Entwicklungshilfe vollständig abzuschaffen und das Geld stattdessen in Privatstädte zu investieren.

Milena Preradovic: Das haben sie so gesagt?

Hermann Ploppa: Das kann ich Ihnen zeigen, überhaupt kein Problem. Das ging damals im Windschatten von Corona völlig unter. Kaum jemand hat das mitbekommen. Ich habe damals gezeigt, wie die Situation vor der Bundestagswahl 2017 aussah. Die wirtschaftsliberalen Vertreter wie Hans-Olaf Henkel wurden aus der Partei gedrängt. Gleichzeitig sorgten Leute wie Björn Höcke dafür, dass das ursprüngliche Konzept einer Art Hardcore-FDP durchkreuzt wurde und stattdessen die Anliegen der Ostdeutschen stärker berücksichtigt wurden. Aber was davon tatsächlich umgesetzt wird, werden wir erst noch sehen.

Milena Preradovic: Vielen Dank für diesen Ausflug. Ich merke, wir beide kommen immer wieder von Höckschen auf Stöckschen. Ich möchte aber noch einmal beim Thema bleiben, denn wir haben vorhin über Joe Lonsdale gesprochen. Den möchte ich zitieren. Wir sind also wieder bei Peter Thiel und dem neuen Feudalismus. Lonsdale hat sehr extreme Dinge gesagt. Zum Beispiel, Obdachlose müsse man in Internierungslager bringen. Außerdem sollten Menschen nach drei Straftaten öffentlich hingerichtet werden, um andere abzuschrecken. Das zeugt von einer völligen Abwesenheit von Menschlichkeit und Empathie. Ist das typisch für die neuen Feudalherren? Wie sehen diese Menschen die Bürger?

Hermann Ploppa: Dazu gibt es viele Beispiele. Er hat auch gesagt, endlich müsse wieder männliche Entschlossenheit die Politik bestimmen. Diese verweiblichte Schwäche und Mitleidskultur müsse überwunden werden. Ich glaube allerdings, dass diese Leute auch ein Stück weit gegen sich selbst kämpfen. Peter Thiel hatte beispielsweise lange Probleme mit seiner Homosexualität.

Milena Preradovic: Inwiefern hatte er Probleme?

Hermann Ploppa: Schon als Jugendlicher wurde er deshalb gehänselt. Später an der Stanford University gründete er die Studentenzeitung Stanford Review. Dort trat er bewusst als Provokateur in einem aus seiner Sicht liberalen Umfeld auf. Er verteidigte sogar jemanden, der Homosexuelle auf dem Campus öffentlich beleidigt hatte. Es dauerte lange, bis er offen zu seiner eigenen Homosexualität stand. Interessant ist übrigens, dass er zunächst vier Jahre Philosophie studierte und anschließend noch Jura, um Geld verdienen zu können. Insgesamt also sieben Jahre Studium.

Hermann Ploppa: Diese Menschen wirken häufig empathielos. Bei Peter Thiel hängt das sicher auch mit seiner Biografie zusammen. Er wurde in Frankfurt geboren, kam als Kleinkind nach Südafrika, später nach Namibia und schließlich in die USA. Er hat ständig den Lebensmittelpunkt gewechselt und dadurch wohl nur wenige stabile Bindungen aufgebaut. Sandra Navidi hat in einem Interview einmal gesagt, viele dieser Personen seien neurodivers. Das mag durchaus sein. Gemeint sind damit beispielsweise ADHS oder Asperger-Syndrom. Sie entwickeln häufig ein Weltbild, in dem sie selbst das Maß aller Dinge sind und ihre Vorstellungen unbedingt verwirklichen wollen. Peter Thiel möchte den Tod und das Altern überwinden. Sein Vater soll ihm schon als Dreijährigem gesagt haben: „Wenn du tot bist, bist du weg. Dann ist nichts mehr.“ Seitdem beschäftigt er sich unter anderem mit Kryonik – also der Idee, Verstorbene einzufrieren, um sie später vielleicht wieder zum Leben erwecken zu können. Elon Musk wiederum ist davon besessen, noch zu Lebzeiten die Besiedlung des Mars zu erleben. Ein Journalist hat diese Menschen einmal treffend beschrieben: organisatorische und ingenieurtechnische Genies, politisch aber oft wie dreizehnjährige Jungen. Das zeigt auch, dass Menschen wie Trump heute ihre ganz persönlichen Eigenheiten und Befindlichkeiten weitgehend ungehindert ausleben können. Ein wirksames Korrektiv gibt es kaum noch.

Milena Preradovic: Wie die Feudalherren früher.

Hermann Ploppa: Ja, genau. Da ging es letztlich auch immer nur darum: Wie ist der neue König drauf? Dann kam vielleicht Philipp der Großmütige und danach Balduin der Doofe oder jemand anderes. Das war letztlich Glückssache. Und genau das hatten wir nun wirklich abgeschafft.

Milena Preradovic: Aber können wir das noch verhindern? Realistisch betrachtet?

Hermann Ploppa: Selbstverständlich können wir das. Marie Antoinette soll ja einmal gesagt haben: Wenn die Leute kein Brot haben, dann sollen sie doch Kuchen essen.

Milena Preradovic: Ich habe inzwischen herausgefunden, dass das wahrscheinlich Fake News waren. Gegen Marie Antoinette lief damals wohl auch eine große Diffamierungskampagne.

Hermann Ploppa: Das kann sein. Aber irgendwie passt dieses Bild trotzdem. Wenn man sich heute manche Aussagen von Friedrich Merz oder anderen aus dieser privilegierten Klasse anschaut, dann kann man sich kaum vorstellen, dass sie mit der Straßenbahn fahren oder bei Aldi einkaufen.

Milena Preradovic: Was ist denn der Ausweg?

Hermann Ploppa: Erstens Aufklärung. Eigentlich haben wir heute viel zu wenig über den Feudalismus gesprochen, darüber, wo wir ihn heute erkennen und wie wir strategisch dagegen vorgehen können.

Milena Preradovic: Aber wir können nicht alles in diese eine Stunde packen.

Hermann Ploppa: Nein.

Milena Preradovic: Die Leute sollen ruhig Ihr Buch lesen.

Hermann Ploppa: Das ist eine gute Idee. Erstens sollte man sich wirklich kundig machen. Ich merke bei den Rückmeldungen auf meine Artikel, sofern es Kommentarfunktionen gibt, immer wieder: Die Leute denken nicht strategisch. Ich würde sagen: Ermächtigt euch. Denkt strategisch. Betrachtet die Dinge aus der Vogelperspektive und nicht immer nur aus der Froschperspektive. Denkt einmal wie ein Schachspieler. Denkt einmal wie Peter Thiel, der ja ein hervorragender Schachspieler ist. Überlegt euch: Was machen die Herrschenden, und was wäre dann unser nächster Schachzug? Diese Überlegungen finden viel zu selten statt. Das ist der erste Punkt: eine Diagnose stellen, sich mit diesen Netzwerken beschäftigen und diese Leute studieren. Sie sind keineswegs allmächtig. Sie haben durchaus Schwachpunkte. Man muss sich anschauen, was wir in dieser Gesellschaft tatsächlich vorfinden. Deutschland ist gegenüber den USA oder Großbritannien noch privilegiert. Wir verfügen immer noch über eine gute subsidiäre Wirtschaftsstruktur. Die müssen wir erhalten und weiter ausbauen. Ulrich Gausmann beschreibt in seinem Buch The Great Reset, dass es in Deutschland rund 4.000 Initiativen gibt. Aber keine dieser 4.000 Initiativen weiß etwas von den anderen 3.999.

Milena Preradovic: Darüber habe ich auch mit ihm gesprochen.

Hermann Ploppa: Genau das ist der entscheidende Punkt. Die Leute sagen immer: Schön und gut. Und dann passiert nichts.

Milena Preradovic: Also: informieren, vernetzen und niemals denken – was leider weit verbreitet ist –: Ich kann ja sowieso nichts tun.

Hermann Ploppa: Genau. Das ist Teil des psychologischen Krieges, dem wir ausgesetzt sind. Uns wird eingeredet: Du bist klein, du kannst nichts, du bist schwach. Wenn man sich die Gestalten anschaut, die sich da wichtig machen, dann denke ich, da ist durchaus viel heiße Luft dabei. Der Iran hat dieses Drehbuch jetzt erst einmal massiv durcheinandergebracht. Das verschafft Zeit. Diesen Aufschub müssen wir nutzen, um uns zu organisieren. Die Corona-Bewegung hat sehr viele Vernetzungen hervorgebracht. Leider schlafen viele davon inzwischen wieder ein, weil der Eindruck entstanden ist, alles sei wieder in Ordnung. Dabei stehen wir mitten in einem Dritten Weltkrieg.

Milena Preradovic: Und wir sind inzwischen natürlich auch in viele verschiedene Themen gespalten. Von allen Seiten werden die Menschen in Freund und Feind eingeteilt. Aber Mut machen – das sehe ich genauso. Informieren, vernetzen und immer daran glauben. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Herr Ploppa, wir konnten heute nicht alles besprechen, aber wir haben viele interessante Themen angesprochen. Ich danke Ihnen. Schön, dass Sie da waren, und danke für dieses muntere Gespräch.

Hermann Ploppa: Ich danke ebenfalls. Wunderbar.

Milena Preradovic: Tja, Leute, es scheint, als seien die Zeiten, in denen man uns normalen Menschen auch ein Stück vom Kuchen gegönnt hat, vorbei. Vielleicht auch deshalb, weil man heute keine Tausenden Spitzel mehr braucht, um Menschen zu überwachen. Digitalisierung und Künstliche Intelligenz machen das möglich. Aber damit das funktioniert, müssen wir auch mitmachen. Wenn wir nicht alles mitmachen und wenigstens einen Teil unseres Lebens wieder ins Analoge zurückholen, kann das auch mehr Freiheit bedeuten. Ich wünsche euch eine gute Zeit. Bis bald.

Interview with Hermann Ploppa (english)

Milena Preradovic: We all notice it: Life is getting more complicated, not better. It’s hard to get doctor’s appointments, buses run less frequently, and prices are rising relentlessly. Local hospitals are disappearing, just like the bakery down the street. And hundreds of thousands of industrial jobs are being lost. Citizens’ complaints fall by the wayside. Meanwhile, a majority of Germans are concerned about freedom of speech, and nearly 80 percent are worried about their financial future. My guest says: Over the past five years, a revolution from above has taken place. He calls it the new feudalism. Who’s behind it? Now on “Punkt Preradovic.” Hello, Hermann Ploppa. It’s great to have you here.

Hermann Ploppa: Yes, I’m glad to be here. It’s my pleasure.

Milena Preradovic: My pleasure as well. Let me briefly introduce you: You’re a political scientist and journalist. You’ve published numerous articles on the elites of the U.S., including on the influential Council on Foreign Relations, and today you write for Manova and Apolut, among others. In 2008, you published the book Hitler’s American Teachers, in which you revealed the influence of U.S. foundations and authors on National Socialism. Your bestseller The Power Brokers Behind the Scenes – How Transatlantic Networks Secretly Undermine Democracy sparked quite a bit of discussion. In 2019, *The Grab for Eurasia* was published, and now you’ve written the book *The New Feudalism—Privatization, BlackRock, Platform Capitalism*. Feudalism prevailed primarily in the Middle Ages, and you describe its history in detail in your book. What is feudalistic about current developments?

Hermann Ploppa: Many characteristics are clearly dominant again today. The circumvention of the public sphere—and the public sphere is politics. That is the realm in which, both in theory and in the reality of the last 100 years, all people are included. That wasn’t always the case. Under feudalism, most people were completely excluded from decision-making processes and owned nothing. I believe this is a point of connection, because that is exactly where we find ourselves again. We are witnessing a massive wave of privatization. The political sphere is being bypassed—and even eliminated. We see private spheres emerging, private cities being founded in the midst of sovereign states, and democratic participation by the population being replaced, in effect, solely by the rule of the wealthy. These are fundamental issues. We’ve also seen this very clearly during the COVID-19 pandemic. The rule of law is a central element that people have fought hard to secure over the past thousand years—through a long, tumultuous, and sacrifice-filled struggle. Today, it’s plain to see: a family court judge issues a ruling that those in power don’t like, and then he’s simply punished or transferred.

Hermann Ploppa: Or we’re currently seeing that journalists—or public figures in general—who say something the EU doesn’t like are simply sanctioned. This happens without any legal recourse or opportunity to appeal. We see that the Berlin journalist Hüseyin Doğru has been practically stripped of all his civil rights. He no longer has his own bank account. Even collective punishment is taking place there. His wife’s bank account was also frozen for a long time. The official explanation is: He didn’t publish any fake news; he didn’t insult anyone. It’s simply that the EU doesn’t like his views. We’ve effectively returned to feudal conditions. The rule of law and the ability to challenge a court decision—none of that exists here. It is sheer arbitrariness. There is absolutely no way to verify the legality of such sanctions against Jacques Baud, Thomas Röper, or Alina Lipp. That is just one example among many. There are an incredible number of examples that we can probably unpack further in this conversation.

Milena Preradovic: In the second half of the last century—the period during which we were essentially socialized—one tended to have the impression that we were living well and were allowed to flourish—that is, ordinary people. Why this new feudalism now? What makes it possible?

Hermann Ploppa: That’s, of course, a long process. In my book, I begin by describing the meteoric rise of serfs to become citizens, independent farmers, and workers who could labor under regulated, protected, and humane conditions. None of this was a gift from those in power. The people fought for it themselves. In the 19th century, there were decisive breakthroughs thanks to a brilliant coalition of the educated middle class, the labor movement, and Christian social teaching. This was supported by Emperor Wilhelm II through the principle of subsidiarity. The state does not interfere in grassroots movements, self-organization, or cooperatives, but rather provides expertise and, if necessary, financial assistance when required. Otherwise, it stays out of it. This concept of cooperatives, the public sector, and the state-run economy—and the principle that profit-oriented business is permitted only where it cannot cause harm—worked for a long time. This was still the case even in the 1950s and 1960s, and to some extent under Helmut Kohl and his Minister of Social Affairs, Norbert Blüm. Then, however, a rollback gained momentum, driven in part by frustrated members of the nobility. In fact, the leading figures of the Austrian School of market radicalism—such as Friedrich von Hayek and Ludwig von Mises—were members of the nobility who thought and acted accordingly. This trend is taking on ever stronger forms today. They found sponsors such as the Koch brothers, Charles and David Koch, and the English entrepreneur Antony Fisher, who financed and supported these ideas. Thus, generation after generation, this radical free-market model was carried into politics: the state is bad; it interferes in economic processes and thereby exacerbates crises. This dogma was, in fact, already refuted as early as 1929.

Milena Preradovic: Wait a minute. But today one could say: They’re not entirely wrong. The problem really is the state. This kind of planned economy—not to call it a command economy—is causing industry to crash, precisely because of high energy prices. Restrictions on freedom of speech originate from the state. Basically, in our case, the state is the problem, not the solution.

Hermann Ploppa: That’s quite a provocative statement. On a superficial level, it’s true—if you don’t look any deeper. In reality, however—as has been evident to everyone since at least the administrations of Ronald Reagan in 1980 and Margaret Thatcher in Great Britain—the state has been occupied by enemies of the state. Ronald Reagan had nothing better to do than to once again ruin the U.S. federal budget—which had just been somewhat repaired—through completely pointless spending on the “Star Wars” project. If we recall the SDI projects, we can see this clearly.

Milena Preradovic: To bring the Russians—or rather, the Soviet Union—to their knees. That was Reagan’s goal back then.

Hermann Ploppa: Exactly. Geopolitics, of course, always plays a role, even in today’s landscape. That’s undeniable. But since then, we’ve actually been witnessing an infiltration of the state. I already laid this out in detail in my 2014 book Die Macher hinter den Kulissen: radical free-market foundations have influenced and groomed politicians. Someone like Ms. Baerbock is a pure product of these network organizations. What I described back then has since become even more radicalized. The Bertelsmann Foundation has since exerted enormous influence and, for example, played a decisive role in shaping the entire agenda of the Schröder/Fischer government. In reality, Gerhard Schröder was merely the spokesperson, the herald for these forces. The Bertelsmann Foundation set Agenda 2010 and much more in motion.

Milena Preradovic: But when you consider that today’s Left—that is, left-wing parties or people who identify as left-wing—is supporting this new feudalism, for example, in restricting freedom of speech, banning political parties, and all these things: Is this new Left also a product of the free-market radicals or the influential foundations?

Hermann Ploppa: I can observe that quite clearly. I myself was once a member of the Electoral Alternative for Labor and Social Justice, the WASG. In the early 2000s, that was a reaction to Schröder’s Agenda 2010.

Milena Preradovic: Oskar Lafontaine was here last week.

Hermann Ploppa: Yes, exactly. Oskar. In my opinion, he really pushed this development back then. I don’t know if he was aware of it. I tend to think not. But first of all, he pushed for the PDS’s expansion into the West—a party that had, for no good reason, driven a cooperative state into the ground, a state that had previously existed for just 40 years. In any case, I was able to observe that as well. I also see how the genuine leftists were driven out of the Left Party. How people like Wolfgang Gehrcke, the former spokesperson for foreign and security policy, were slowly pushed to the margins. Pro-Israel cliques—and, indeed, radical free-market cliques—have taken command there, so that today Palestinian members of the Left Party are actually being bullied out as soon as they represent the interests of the Palestinians. It’s symptomatic, after all, that Richard Grenell appeared as a guest of honor at the Left Party’s New Year’s reception during the first Trump era. A truly prominent far-right figure, in other words.

Milena Preradovic: Was he the Israeli guy?

Hermann Ploppa: Yes, yes. I’ve been able to observe this up close.

Milena Preradovic: The former U.S. ambassador to Germany, to put it briefly.

Hermann Ploppa: Exactly. There are plenty of signs pointing to that. Who, then, ultimately put Friedrich Merz—who had failed twice to become chancellor—back in the saddle? It would be particularly interesting to look at the third vote in that regard. But anyway.

Milena Preradovic: Do you mean BlackRock?

Hermann Ploppa: Yes, of course. I’d already written about this five years earlier: “Folks, watch out—Merz is going to be chancellor.” It doesn’t matter at all what we think about it. That’s completely irrelevant. He’ll become chancellor because—he wasn’t involved in BlackRock’s day-to-day operations, he couldn’t have managed that anyway—but he served on the supervisory board for ten years and, of course, brought his political connections to bear there. He was well paid for that, in a way that could be made to look reasonably legal. But ultimately, that doesn’t matter. There are all these “Young Leaders” programs run by the Atlantik-Brücke. I’ve described all of that. Or the German Institute for International and Security Affairs (SWP), the American-German Council, and similar organizations, where young people are already being recruited through Berlinpolis for careers within these networks.

Milena Preradovic: And Klaus Schwab once said, more or less: “Our people will be in every government.”

Hermann Ploppa: Yes, yes.

Milena Preradovic: And that’s exactly what they’re doing. Let’s return to the topic of feudalism. In your chapter on early feudalism, you write: “The feudal lord receives unearned income.” In other words: He constantly extracts labor from his serfs and has long since ceased to provide any value in return. Who are today’s feudal lords, and what is their unearned income?

Hermann Ploppa: Yanis Varoufakis, the former Greek finance minister, has already published a book on this topic: Technofeudalism. To my knowledge, it hasn’t been published in German yet. In it, he uses Amazon and Jeff Bezos as examples. He says: Once such a corporation has achieved a monopoly, it can set prices as it pleases. We see this today in many sectors. First, competitors are eliminated through predatory pricing, and once the monopoly is established, the huge profits roll in. Unearned income thus arises from pricing that no one can challenge anymore. We’re seeing this in many areas. Peter Thiel, who has since become the public’s favorite pariah, also said in his book Zero to One: Competition is for weaklings. Monopolies are the desirable state because only they make ambitious large-scale projects possible—such as the conquest of Mars or overcoming human mortality. That actually describes today’s global ownership structure very aptly. Today, we’re witnessing unprecedented inequality in income and wealth worldwide. A feudal lord in the Middle Ages could never have achieved anything like this. That’s why these elites largely set the agenda today. Peter Thiel once said: “The fate of our world could depend on the efforts of a single person who builds or spreads that machinery of freedom that makes the world safe for capitalism.”

Milena Preradovic: He also said that freedom and democracy don’t go together.

Hermann Ploppa: Wonderful. That’s in another article by the Cato Institute. The Cato Institute is, I’d say, a reactionary think tank.

Milena Preradovic: Some say: very conservative.

Hermann Ploppa: Exactly. To me, “conservative” is a conceptual smokescreen. Because they don’t actually want to preserve the status quo; rather, in my view, they want to turn back the clock. That’s a very significant linguistic obfuscation. Peter Thiel wrote there: “I have come to the conclusion that democracy and freedom are incompatible.” Earlier, in his essay The Education of a Libertarian, he had already described how, during his time at Stanford University, he remained isolated with his student newspaper and was unable to convey his ideas to people. That’s why he developed the idea back then to circumvent the democratic public sphere in three ways, with the aim of eventually eliminating it entirely. First, through the internet. He—and, of course, others besides him—succeeded in this completely. The internet has indeed led to people encountering one another less and less frequently in real-world public spaces, with eye contact and direct interaction. Instead, everything takes place through controllable channels on the internet. That was the first point. The second was outer space: non-state zones were to be created there, where politics would no longer have a say. And third, private cities in international waters—that is, artificial cities built on interconnected pontoons. That was precisely the purpose of this article: to introduce the Seasteading Institute to potential sponsors. He appointed Patri Friedman, the grandson of Milton Friedman, as executive director. To date, however, this project has failed. Not a single such pontoon state has been established.

Hermann Ploppa: Instead, many states have now been so hollowed out and weakened that the libertarian movement is today establishing private cities within failed states—for example, Prospera in Honduras on the island of Roatán. There we see a textbook example of neocolonial settlement. The rightful inhabitants were forced to leave. This was made possible by a fascist-like government. In Africa and other failed states, around twenty such private cities are now emerging. And very importantly: The entire Gaza project is a massive special economic zone in which the U.S., Israel, and the Arab sheikhdoms are equally involved. Then, however, things deviated from the script. It was believed that Iran could simply be overrun. Iran, however, proved to be extremely resilient and has massively thwarted these plans. The money that the sheikhdoms, for example, wanted to spend on data centers for Amazon Web Services and others is now needed first and foremost for the reconstruction of their own states. This is a significant deviation from the original plan. Meanwhile, Trump presses on. Latin America is currently falling, step by step, into the hands of the Trumpists—one state after another—each through so-called free elections. A system is emerging consisting of the U.S., Israel, and privatized zones. This is currently a very massive development. I believe many people have not yet grasped the paradigm shift that is currently taking place. A thousand years of hard-won human rights, human dignity, and civil liberties are being swept away in one fell swoop.

Milena Preradovic: That basically brings us to Trump and Thiel. There is a close connection between the two. Thiel supported Trump during the election campaign and, above all, made J. D. Vance’s political career possible in the first place by providing massive funding for his Senate campaign. Now we can observe that Trump’s first and second terms are unfolding very differently. In his first term, he presented himself as a “peace president”; in his second, he is waging war. First came the invasion of Venezuela—which was still a comparatively small operation—then the war against Iran, which, as he himself has said, is completely unnecessary for America. Palantir technology and artificial intelligence were also deployed in that war. Do you see any connection between this and Trump’s transformation into a warmonger?

Hermann Ploppa: A change of heart? Trump’s first four years were, after all, relatively moderate. Of course, he also interfered in Venezuela and had an Iranian general killed unlawfully. But overall, he was moderate because he himself had been surprised that he had become president. That was also due to this—one might even say—bizarre U.S. electoral system. Hillary Clinton had half a million more votes than Trump.

Milena Preradovic: But those are just the rules.

Hermann Ploppa: Exactly. The Electoral College system exists because the Founding Fathers didn’t trust the common people. They said that selected men would ultimately have to make the decision. And back then, the majority of those electors voted for Trump. Trump himself was surprised: “Whoa, now I’m suddenly president.” My childhood dream has come true. He didn’t have a fully formed plan back then. During his second term, it was completely different. By then, he already had the advantage of having been president once before—relatively successfully, or let’s say: relatively painlessly. That’s when all the old-boy networks I mentioned earlier latched onto him and thought: Great, now we’ll build him up. The Heritage Foundation, a neoconservative—or, as I would say, reactionary—think tank, had already written the governing agenda for Ronald Reagan. And as early as 2024, it drafted Project 2025. Everything was fully laid out in it: all policy issues and even the selection of the people who were to advise Trump during the transition period—that is, the phase between presidencies—and lead the negotiations. All of this had already been handpicked by the Heritage Foundation. The agenda was set. Peter Thiel stayed in the background this time. The first time around, he was Trump’s key sponsor. There’s that photo, after all, where he’s sitting right next to Trump on the transition team, taking Trump’s hand, and visibly moved. This time, Thiel instead invested early in the successor. That made sense, of course. Trump was elected anyway, and when someone is already 80 years old, the question inevitably arises as to how much longer he’ll be able to hold on. There have never been presidents this old in U.S. history. Reagan was already in his seventies—which was considered remarkable even back then. Today we have politicians between the ages of 80 and 90. So from his perspective, it made sense to invest ten million dollars in building up J. D. Vance’s political career.

Milena Preradovic: You’re very interested in Peter Thiel. He’s given a lot of attention in your book, and you’ve written several articles about him. You also write that, with his company Palantir, he offered a solution for analyzing the flood of data that intelligence agencies had accumulated after 9/11. You write that the intelligence agencies had collected an enormous amount of data but were unable to process it effectively. Palantir is now being used in many countries. In Germany, to my knowledge, in Bavaria and Hesse.

Hermann Ploppa: Bavaria, Hesse, and North Rhine-Westphalia are under discussion. But the Young Greens have at least protested against it, if only to save face.

Milena Preradovic: What I’m getting at is this: You also report on a secret lodge called “Dialog” that Peter Thiel founded. What’s behind it?

Hermann Ploppa: This is a relatively new phenomenon. We all actually only found out about it a few weeks ago and are still in the middle of analyzing it. But let me just say this: An incredibly influential circle of people has been gathering there since around 2006. Back then, Thiel teamed up with someone else whose name I’d rather not mention right now.

Milena Preradovic: Lonsdale?

Hermann Ploppa: Yes.

Milena Preradovic: Co-founder.

Hermann Ploppa: Exactly. Joe Lonsdale is also an interesting figure, whom we can discuss in a moment. Thiel is planning another meeting for August at Powerscourt Estate, a beautiful castle hotel near Dublin, from August 12 to 16. They presumably assumed they’d be able to take walks and discuss matters there undisturbed. The Supreme Allied Commander Europe is also represented there. That’s quite remarkable. He serves simultaneously as Supreme Commander of NATO and of U.S. forces stationed in Europe. That says a lot about Europe’s vassal relationship to the U.S.

Milena Preradovic: The head of NATO’s military command.

Hermann Ploppa: Exactly. Mark Rutte, on the other hand, is more of a figurehead, so to speak. He’s supposed to give the whole thing a civilian veneer. But if you look at his intellectual abilities…

Milena Preradovic: I heard recently that someone called him the “Infantino of NATO.”

Hermann Ploppa: Yes, Markus Fugmann once said, more or less: If there were a personification of sycophancy, it would be Macron.

Milena Preradovic: And who else was there or was supposed to attend?

Hermann Ploppa: Even the participation of the NATO Supreme Commander was quite a shock. Also people like the aforementioned Joe Lonsdale, co-founder of Palantir, Kaja Kallas, and, as usual, Jens Spahn. It really makes you wonder what this completely uncharismatic former savings bank employee from Ahaus—no offense to Ahaus—is actually doing there. He’s also been attending the Bilderberg conferences for years.

Milena Preradovic: Would you go so far as to say that he’ll be the next chancellor?

Hermann Ploppa: I don’t believe that anymore. I think the next chancellor will be Alice Weidel. Jens Spahn has been politically worn down by his time as health minister during the COVID-19 pandemic. That doesn’t go over well with the public.

Milena Preradovic: All right, let’s stick with Dialog. What are the goals of a lodge like Dialog?

Hermann Ploppa: Excuse me, could you repeat the question? I didn’t catch it clearly.

Milena Preradovic: What are the goals of a lodge like Dialog?

Hermann Ploppa: First of all, I’d caution against overestimating the importance of Dialog. A single network organization cannot bring about change on its own. As I’ve already described in my book The Makers Behind the Scenes, this is a sophisticated network of networks based on the division of labor. There are private networks with ideological orientations and semi-public organizations that focus more on strategy development, such as the German Institute for International and Security Affairs (SWP). None of these organizations—nor any single person, not even Peter Thiel—can make a difference on their own. At the moment, Thiel serves more as a figurehead for this development. What matters most is their interconnectedness. Dialogue builds on the work of the Council on Foreign Relations, the Bilderberg Group, the Trilateral Commission, and many other national and international networks. A particularly important example is the Atlas Network. Hardly anyone knows about it, yet it has a significant influence on our politics. It is, in a sense, the umbrella organization of umbrella organizations. It supports people around the world who want to found radical free-market organizations—with expertise and funding. Once these organizations are established, they pay dues back to headquarters. The Atlas Network now has around 500 partner organizations worldwide. It influences politicians in a radical free-market sense, promotes careers, and builds networks. In Ukraine alone, there are three Atlas organizations. None of them could make a difference on its own. But together, they are becoming increasingly successful and sustainable.

Milena Preradovic: So what is their common goal?

Hermann Ploppa: Their common goal is to create optimal economic conditions for large corporations. When they talk about a “free market,” what they actually mean is the opposite of a free market. In the U.S. and the U.K., this is already very evident: small and medium-sized businesses are being systematically undermined.

Milena Preradovic: You can see that in Germany now, too.

Hermann Ploppa: Exactly. This process is now beginning here as well. However, due to the subsidiary structures we’ve inherited historically, it’s taking a little longer. And we can still fix this. We can strengthen these institutions—which are currently being undermined by radical free-market saboteurs—reactivate them, and further develop them with new knowledge and new strategies.

Milena Preradovic: If we look at this realistically: The only party that, at least on paper and from the opposition, stands against all of this is the AfD. You yourself say that Alice Weidel will be the next chancellor. Now, of course, you’re a longtime leftist.

Hermann Ploppa: Yes.

Milena Preradovic: But isn’t the AfD joining the government the only realistic solution? By the way, I’ve already asked Oskar Lafontaine this question.

Hermann Ploppa: Yes, though I don’t know what he answered. Back in 2017, I already poured some cold water on the AfD euphoria with my article AfD: Mercilessly Market-Radical. Because, of course, the AfD also stems from these networks. Especially during its founding phase, there was a direct connection between the Friedrich von Hayek Society and the AfD.

Milena Preradovic: But ending the war against Russia—practically no one except the AfD wants that.

Hermann Ploppa: My friend Rainer Rothfuß from the AfD would certainly see it that way, too. But have you ever heard of Olga Petersen?

Milena Preradovic: Olga Petersen?

Hermann Ploppa: She’s a former AfD politician from Hamburg. Patrick Baab interviewed her, and the video has since been viewed over 400,000 times. Olga Petersen wanted to travel to Russia to see the elections for herself and to check whether everything there was really as undemocratic as people claim. When she came back, she was bullied within her own parliamentary group. She has since come under so much pressure that she has emigrated to Russia. A woman from Hamburg who has emigrated to Russia. At the same time, there are also people in the AfD whom no one has contradicted so far, even though they were in Ukraine and fought on the Ukrainian side. I don’t have their names off the top of my head right now. Overall, I wouldn’t read too much into that. I think this is primarily a reaction to the mood in eastern Germany, where the AfD naturally wants to gain support. But hardly anyone takes the trouble to actually read the AfD’s platform. Just because they take a different stance on individual issues than the other parties isn’t enough for me. They’ve adopted many terms and attributes from the left anyway. “Alternative”—we were all “alternative” back in the day. Then there’s the mixed-gender leadership duo. They’ve also adopted quite a bit from the Greens. But setting that aside: The AfD consists of various factions. That’s why I also find Ben Ansah’s interview with Björn Höcke interesting. It’s good to have that as a point of reference. But it’s even more important to look at what the AfD has actually introduced in the Bundestag or tried to push through. In 2021, for example, they submitted a motion to completely abolish development aid and invest the money in private cities instead.

Milena Preradovic: Is that what they actually said?

Hermann Ploppa: I can show you that—no problem at all. It completely got lost in the wake of the pandemic back then. Hardly anyone noticed it. Back then, I showed what the situation looked like before the 2017 Bundestag election. Economically liberal figures like Hans-Olaf Henkel were pushed out of the party. At the same time, people like Björn Höcke ensured that the original concept of a sort of “hardcore FDP” was thwarted, and instead, the concerns of East Germans were given greater consideration. But we’ll have to wait and see which of these ideas actually get implemented.

Milena Preradovic: Thank you very much for this discussion. I notice that the two of us keep going back and forth between Höcke and Stock. But I’d like to stay on topic, since we were talking about Joe Lonsdale earlier. I’d like to quote him. So we’re back to Peter Thiel and the new feudalism. Lonsdale has said some very extreme things. For example, he said homeless people should be sent to internment camps. He also said that people should be publicly executed after three criminal offenses to deter others. That shows a complete lack of humanity and empathy. Is that typical of the new feudal lords? How do these people view citizens?

Hermann Ploppa: There are many examples of this. He also said that male resolve must finally determine politics again. This “feminized” weakness and culture of pity must be overcome. I believe, however, that these people are also, to some extent, fighting against themselves. Peter Thiel, for example, struggled with his homosexuality for a long time.

Milena Preradovic: In what way did he struggle?

Hermann Ploppa: He was teased about it even as a teenager. Later, at Stanford University, he founded the student newspaper Stanford Review. There, he deliberately acted as a provocateur in what he saw as a liberal environment. He even defended someone who had publicly insulted gay people on campus. It took him a long time to come out about his own homosexuality. Incidentally, it’s interesting to note that he first studied philosophy for four years and then went on to study law so he could earn a living. That’s a total of seven years of study.

Hermann Ploppa: These people often seem lacking in empathy. In Peter Thiel’s case, this is certainly also related to his life story. He was born in Frankfurt, moved to South Africa as a toddler, later to Namibia, and finally to the U.S. He constantly changed the center of his life and, as a result, likely formed few stable bonds. Sandra Navidi once said in an interview that many of these people are neurodiverse. That may well be the case. This refers, for example, to ADHD or Asperger’s syndrome. They often develop a worldview in which they themselves are the measure of all things and are determined to realize their ideas at all costs. Peter Thiel wants to overcome death and aging. His father is said to have told him as early as age three: “When you’re dead, you’re gone. Then there’s nothing left.” Since then, he has been exploring, among other things, cryonics—that is, the idea of freezing the deceased in the hope of perhaps bringing them back to life later. Elon Musk, on the other hand, is obsessed with witnessing the colonization of Mars during his own lifetime. A journalist once aptly described these people: organizational and engineering geniuses, but politically often like thirteen-year-old boys. This also shows that people like Trump can now act out their very personal quirks and sensibilities largely unchecked. There is hardly any effective corrective force left.

Milena Preradovic: Just like the feudal lords of old.

Hermann Ploppa: Yes, exactly. Ultimately, it was always just a matter of: What’s the new king like? Then maybe Philip the Magnanimous would come along, followed by Baldwin the Foolish or someone else. It was ultimately a matter of luck. And that’s exactly what we had truly abolished.

Milena Preradovic: But can we still prevent that? Realistically speaking?

Hermann Ploppa: Of course we can. Marie Antoinette is said to have once remarked: “If the people have no bread, let them eat cake.”

Milena Preradovic: I’ve since found out that was probably fake news. There was apparently a major smear campaign against Marie Antoinette back then, too.

Hermann Ploppa: That may be true. But somehow, that image still fits. When you look at some of the statements made today by Friedrich Merz or others from this privileged class, it’s hard to imagine them riding the streetcar or shopping at Aldi.

Milena Preradovic: So what’s the solution?

Hermann Ploppa: First, education. Actually, we haven’t talked nearly enough today about feudalism—about where we can recognize it today and how we can strategically combat it.

Milena Preradovic: But we can’t cover everything in this one hour.

Hermann Ploppa: No.

Milena Preradovic: People should definitely read your book.

Hermann Ploppa: That’s a good idea. First of all, people really should educate themselves. I notice time and again in the feedback on my articles—when comment sections are available—that people don’t think strategically. I’d say: Empower yourselves. Think strategically. Look at things from a bird’s-eye view and not always just from a frog’s-eye view. Think like a chess player for once. Think like Peter Thiel, who is, after all, an outstanding chess player. Ask yourselves: What are those in power doing, and what would our next move be? These kinds of considerations take place far too rarely. That’s the first point: make a diagnosis, engage with these networks, and study these people. They are by no means all-powerful. They certainly have weaknesses. We need to look at what we actually find in this society. Germany is still in a privileged position compared to the U.S. or the U.K. We still have a sound, subsidized economic structure. We must preserve and further expand it. In his book The Great Reset, Ulrich Gausmann describes how there are around 4,000 initiatives in Germany. But none of these 4,000 initiatives knows anything about the other 3,999.

Milena Preradovic: I’ve spoken with him about that as well.

Hermann Ploppa: That’s exactly the crucial point. People always say, “That’s all well and good.” And then nothing happens.

Milena Preradovic: So: stay informed, network, and never think—as is unfortunately all too common—that “I can’t do anything anyway.”

Hermann Ploppa: Exactly. That’s part of the psychological warfare we’re subjected to. We’re being told: “You’re small, you can’t do anything, you’re weak.” When you look at the figures who are making themselves seem important, I think there’s a lot of hot air involved. Iran has now thrown that script into disarray on a massive scale. That buys us time. We must use this reprieve to organize ourselves. The COVID-19 movement has spawned a great many networks. Unfortunately, many of these connections have since fallen dormant because people have gotten the impression that everything is back to normal. Yet we’re in the midst of a Third World War.

Milena Preradovic: And of course, we’re now also divided on many different issues. People are being categorized as friends or enemies from all sides. But offering encouragement—I completely agree with that. Inform, network, and always believe. Hope dies last. Mr. Ploppa, we weren’t able to cover everything today, but we touched on many interesting topics. Thank you. It was great having you here, and thank you for this lively conversation.

Hermann Ploppa: Thank you as well. Wonderful.

Milena Preradovic: Well, folks, it seems the days when ordinary people like us were allowed a slice of the pie are over. Perhaps that’s also because today we no longer need thousands of informants to monitor people. Digitalization and artificial intelligence make that possible. But for that to work, we have to play along, too. If we don’t go along with everything and bring at least part of our lives back to the analog world, that can also mean more freedom. I hope you all have a great time. See you soon.

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2 Kommentare

  1. Ach

    Ach – einer von der Ken Jebsen – Truppe!
    Ken Jebsen, der sich jetzt glaube ich „Symbol“ nennt, ist quasi der Erfinder der alternativen Lügenpresse in Deutschland.
    Wie steht es eigentlich mit dem „campus“, für den Ken Spenden gesammelt hat, Herr Ploppa?
    Gibt es nicht?
    No refunds?
    Ach!

    Antworten
    • Ach

      Immer wieder hört man, dass die Menschheit nichts aus der Geschichte gelernt hat.
      Das ist zweifellos die Schuld der Historiker, denn genau deren Aufgabe wäre es, uns Geschichte so darzustellen, dass wir Zusammenhänge erkennen und etwas daraus lernen können. Was haben wir heute gelernt?
      Peter Thiel ist schwul!

      Erst vor Kurzem haben Forscher herausgefunden, dass der Geschichtsschreiber Herodot, der bislang als „Vater der Geschichtsschreibung“ galt, in Wirklichkeit der Vater der Lüge und der Diffamierung gewesen ist.
      Eine Sichtung von Quellen aus der Zeit Neros ergab nämlich, dass er keineswegs ein vom Volk gefürchteter Diktator gewesen ist, sondern ein allseits beliebter, gerechter Menschenfreund und Förderer der Künste. Beim Brand von Rom war er im Urlaub, kehrte aber sofort nach Rom zurück und leitete die Rettungsmaßnahmen. Dass er Brandschneisen schlagen ließ um den Brand aufzuhalten deutete Herodot in einen Beweis für seine Zerstörungswut um.

      Wenn Historiker seriöse Wissenschaftler wären, würden sie jetzt alle damit beschäftigt sein, die anderen Aussagen von Herodot auf den Prüfstand zu stellen, denn wer so krass lügt und verleumdet, der tut das sicher nicht nur einmal.
      Hören Sie etwas davon, liebe LeserInnen, dass die Historiker das tun?
      Ich auch nicht und da ist es denn auch kein Wunder, dass aus der Geschichte nichts gelernt wird!

      Wenn Historiker seriöse Wissenschaftler wären, dann hätte Herr Ploppa die Gelegenheit genutzt, den Regimechange in Iran und in Venezuela mit den anderen Regimechanges der USA, insbesondere mit dem Regimechange 1945 in Deutschland zu vergleichen. Jetzt wäre es nämlich günstig, denn man kann quasi live verfolgen, wie und warum so ein Regimechange vonstatten geht.
      Da können Sie bei Herrn Ploppa allerdings lange drauf warten, denn Herr Ploppa möchte unterhalten und nicht aufklären.
      Frau Preradovic weiß, dass der Ausspruch mit dem Brot und dem Kuchen Marie Antoinette wahrscheinlich in verleumderischer Absicht in den Mund gelegt wurde – nur bei Herrn Ploppa ist diese Nachricht noch nicht angekommen und er wird sie wohl auch weiterhin ignorieren, denn er mag es gerne lustig.

      Wie soll man von so jemandem etwas lernen?

      Antworten

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