„Kontrafunk“ vs. Mainstream – mit Burkhard Müller-Ullrich

21. Jun 20222 Kommentare

Am 21. Juni 2022 ist der neue Sender „Kontrafunk.radio.“ on air gegangen. Ein Vollprogramm mit Nachrichten, Politsendungen, Talks und Interviews. Gründer und Podcaster Burkhard Müller-Ullrich erläutert das „Kontra“ im Namen und will dem Mainstream Paroli bieten. „Ein Deutschlandfunk, wie er früher war“, soll es werden, sagt der frühere, langjährige Leiter der aktuellen Kulturredaktion beim Deutschlandfunk. Ein Gespräch über traurige Kollegen bei den ÖR, die Macht der Nachrichten-Agenturen und „After-Medien“.

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Ich würde mich freuen, wenn ihr meine unabhängige journalistische Arbeit unterstützen würdet, damit ich auch in Zukunft weitermachen kann. Vielen Dank!

Ich möchte mich auch ganz herzlich bei allen bedanken, die mich bereits unterstützen.

Milena Preradovic

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Interview mit Burkhard Müller-Ullrich (deutsch)

Milena Preradovic: Corona, Krieg, Klima. In Deutschland 22 hat man den Eindruck, dass es zu allen Themen nur noch eine Meinung gibt, nämlich die richtige. Debatte war gestern. Heute herrscht Einigkeit. Zur Not auch erzwungen. Wer diskutieren will oder andere Theorien ins Feld führt, der wird schnell niedergemacht. Letztes prominentes Beispiel: Die Bonner Politologin Ulrike Guerot, bei Lanz und FAZ zum Abschuss freigegeben. Die Alt-Medien verkommen immer mehr zum Wasserträger politisch gewollter Cancel-Culture. Aber das hat auch dazu geführt, dass der unabhängige Journalismus stärker geworden ist und immer noch stärker wird. Heute geht ein neuer Radiosender on Air mit Nachrichten, Politik, Interviews, Talks und sogar Comedy. Richtig dicke Nummer. Und ein Hoffnungsschimmer für die Meinungsvielfalt. Darüber sprechen wir jetzt in Punkt Preradovic. Hallo Burkhard Müller-Ulrich.

Burkhard Müller-Ullrich: Hallo Milena.

Milena Preradovic: Ich stell dich kurz vor. Du bist Journalist, Moderator, Autor, Redakteur, Regisseur und Produzent und ein Radio Urgestein. Du hast als Korrespondent und Produzent für alle ARD Sender gearbeitet, für den ORF und den Schweizer Rundfunk. Du warst beim Deutschlandfunk Leiter der aktuellen Kulturredaktion. Du hast viel für die großen Leitmedien wie Süddeutsche, Welt, Zeit und andere geschrieben. 2020 dann zusammen mit der Achse des Guten die Gründung des Podcasts Indubio. Jetzt machst du deinen eigenen sehr erfolgreichen Podcast mit Namen Kontrafunk und genau so, nämlich Kontrafunk heißt dein neuer Radiosender, der heute am 21 Juni startet. Erst mal herzlichen Glückwunsch zum Sendestart.

Burkhard Müller-Ullrich: Ja, danke für die Einladung. Natürlich.

Milena Preradovic: Ja, du in Kontrafunk ist das Wort Kontra drin. Also, gegen wen oder was sendet ihr denn an?

Burkhard Müller-Ullrich: Ja, tatsächlich haben mich manche gefragt: Wie lang wollen sie denn Kontra sein? Und ist das nicht viel zu aggressiv? Und was soll ich sagen? Es ist natürlich eine Kontra Position und sie ist kontra gegen den Mainstream, gegen diese herrschenden Narrative, die uns da seit zwei Jahren sowieso, aber auch schon länger um die Ohren gehauen werden. Und ich habe das Gefühl, man soll das auch ruhig im Titel sagen, also nicht Talk Radio 24 oder irgendwelche solchen Sachen, sondern von vornherein zeigen, dies ist ein politisches Projekt und das ist nicht links, das ist nicht rechts, das ist politisch in dem Sinne, dass es den geschundenen, geknechteten Mittelstand vertreten soll, der ja in unseren öffentlich rechtlichen Medien eigentlich keine Rolle mehr spielt.

Milena Preradovic: Es gibt ja jetzt 464 Radiosender in Deutschland. Ich habe das jetzt mal nachgeguckt Warum machst du jetzt in Zeiten, wo sich im Grunde jeder Podcasts anhören kann, wann er will, einen linearen Sender auf?

Burkhard Müller-Ullrich: Ja, das ist eine gute Frage. Das haben wir auch viele gesagt. Podcast ist die Zukunft, das ist völlig klar. Und wir werden auch unsere schönen Produktionen, große Teile davon jedenfalls als Podcast anbieten. Aber es ist auch ein Statement, es ist auch ein politisches Statement dabei. Das Statement heißt: Wir senden jetzt, wir senden permanent. Und so lang die Leute unseren Stream empfangen, können sie sich durch Knopfdruck davon überzeugen, dass wir noch nicht gecancelt wurden, dass wir noch nicht tot sind. Denn es ist ja klar, ein Podcast, der kann ja auch vor drei Wochen produziert sein. Und den Mann, der es gemacht hat, den gibt es schon nicht mehr.

Milena Preradovic: Ja, ja, Meinungsfreiheit ist ja ein, sagen wir mal, ein schwieriges Gut geworden. Hast du Angst, dass man den Radiosender irgendwann wegen Fake News vom Stream nehmen kann?

Burkhard Müller-Ullrich: Also Angst ist nicht wirklich mein Ding, jedenfalls nicht, was Publizistik betrifft. Ich bin eigentlich ein ängstlicher Charakter, muss ich zugeben. Ich bin ein Angsthase, aber jedenfalls nicht in diesen Sachen. Ich habe ja jetzt doch, du hast ja von Urgestein gesprochen vorhin, das klingt immer so ein bisschen Gänsehaut erzeugend bei mir, weil…

Milena Preradovic: Hätte ich Dinosaurier sagen sollen?

Burkhard Müller-Ullrich: Ja, genau, pass nur auf du kriegst sie noch. Ja, aber in der Tat habe ich ja ein bisschen Erfahrung. Also 45 Jahre habe ich als Kind des öffentlichen Rechts Karriere gemacht und habe es auch gern gemacht, weil ich glaube, dass das eine tolle Sache ist oder zumindest war und nicht ich habe mich verändert, sondern die haben sich verändert. Vielleicht kommen wir da gleich noch dazu. Ja, aber jedenfalls mit dieser Erfahrung im Hintergrund oder auch mit den Angriffen, denen man natürlich ausgesetzt ist im Laufe seines Berufslebens, wird man etwas abgehärtet, kriegt einen etwas breiteren Rücken. Und jetzt, weil du nach Angst fragst, ich habe ja schon einige Male es erlebt, das zu einer Zeit, als es noch nicht mal das Internet gab, Shitstorms gegen mich entfesselt wurden. Damals hieß das, wir machen eine Demonstration vor dem Funkhaus gegen den Kommentator BMU oder auf der Frankfurter Buchmesse wurde mal ein Tribunal über mich abgehalten, weil ich einen damals in der Süddeutschen Zeitung veröffentlichten kritischen Artikel über die “Solidaritäter” geschrieben hatte. Also vor diesem Hintergrund habe ich jetzt wenig Angst. Aber natürlich, auch da hat sich die Welt weitergedreht. Und nachdem wir erlebt haben, dass es möglich ist, dass eine herrschende politische Institution sagt, wir möchten diesen oder jenen Internet-Stream eines Senders in ganz Europa abschalten, der darf nicht mehr gehört werden. Ich rede ja von diesem schrecklichen Russen-Sender “Russia Today”. Dass das überhaupt möglich ist, dass wir wieder so etwas wie Feindsender haben, die man nicht hören darf. Und das ist eine neue Lage, die wir da haben. Gut zur Erklärung: Wir sind ein schweizerisches Unternehmen. Kontrafunk ist eine schweizerische Aktiengesellschaft. Ich habe eine Sende-Genehmigung in der Schweiz und bin hier angemeldet und ich glaube ehrlich gesagt ein Schweizer Sender aus dem Internet rauszufiltern, ich weiss nicht, ich will nicht sagen, dass sie das nicht übermorgen auch noch versuchen werden, aber ich halte es im Augenblick für relativ unwahrscheinlich.

Milena Preradovic: Zumindest ist die Schweiz nicht in der EU. Das macht es dann schon vielleicht ein bisschen schwieriger. Ihr sendet ja aktuell Nachrichten den ganzen Tag über, täglich drei Info-Magazine. Wie viele Leute arbeiten denn da im Kontrafunk?

Burkhard Müller-Ullrich: Also Leute gezählt in Köpfen sind wir bei 20, Planstellen haben wir die Hälfte. Das liegt natürlich daran, dass jeder noch irgendwas anderes zu tun hat. “Und ich will noch einen Film drehen und ich mache noch einen Podcast und ich mache eigentlich noch was ganz anderes und ich habe sowieso nicht nötig und arbeite nur die Hälfte”. Aber Spaß beiseite. Jedenfalls die Prozent-Beteiligung, die Zahlen, die variieren da bei den Einzelnen. Aber es ist schon eine ganz ansehnliche Truppe. Ja.

Milena Preradovic: Kann man so sagen. Was soll denn bei der Infoschiene gerade jetzt den Unterschied zu den herkömmlichen Medien ausmachen? Also die herkömmlichen Medien nehmen ihre Nachrichten in erster Linie von Nachrichtenagenturen. Wie wird das bei euch sein?

Burkhard Müller-Ullrich: Ja, also wir können ja nicht einfach dpa vorlesen oder so etwas und.

Milena Preradovic: Also können ander schon…

Burkhard Müller-Ullrich: Das wollen wir aber nicht, denn wir sind ja Kontra. Und das bedeutet zweierlei. Einerseits man kann ja aus ein und demselben Ereignis zwei Nachrichten machen, das erleben wir ja, ich will gar nicht vom Ukraine-Krieg anfangen, aber wir erleben es zum Beispiel ständig in Bezug auf Israel. Also die eine Nachricht lautet: “Ein israelischer Soldat hat schon wieder Palästinenser erschossen”. Aber die andere Nachricht lautet: “Palästinenser haben schon wieder israelischen Grenzposten angegriffen und wurden dabei erschossen”. Also wir wissen ja, wie es läuft und insofern kann man sehr wohl verschiedene Nachrichten machen aus demselben Ereignis. Das ist also das eine. Und dann werden wir aber auch andere Ereignisse natürlich abbilden in unseren Nachrichten. Und da gibt es ja nun die sozialen Medien, da gibt es ja mittlerweile riesige Felder von Nachrichten. Ich würde gar nicht mal sagen Quellen, sondern Quell-Gebieten. Die sind alle noch nicht gefasst. Da muss man jetzt Kanäle ziehen, da muss man Drainagen legen, da muss man irgendwie versuchen, Leute dazu zu kriegen, das permanent zu beobachten, daraus dann kleine Meldungen zu machen. Aber Vorsicht, die können ja auch falsch sein. Und da muss man natürlich jedes Mal aufpassen, dass man nicht irgendeinem Quatsch, denn gerade auch in den sozialen Medien ist sehr viel Quatsch unterwegs. Gut gemeinter Quatsch auch, möglicherweise aber trotzdem falsch. Man muss da aufpassen, man muss sehr viel recherchieren, das tun wir so gut wir irgendwie können. Das ist ja die Arbeit der Journalisten und ich werfe es ja vielen Kollegen in den Alt-Medien oder After-Medien oder wie wir sie titulieren wollen, werfe ich es ja vor, dass sie genau diese Arbeit nicht mehr richtig leisten.

Milena Preradovic: Nein, tun sie nicht. Sie scheinen ja auch alle extrem gleichgeschaltet, so seltsam gleichgeschaltet. Woran liegt das deiner Ansicht nach?

Burkhard Müller-Ullrich: Ja, das ist natürlich ein böses Wort und das dürfen wir hier auf keinen Fall sagen. Ich distanziere mich hiermit in aller Form von Milena Preradovic, die von gleichgeschaltet spricht. Aber natürlich gibt es da einen Gleichklang und der kommt, glaube ich, einerseits über Anstellungs-Politik. Also ich glaube nicht, dass es sozusagen wie bei Goebbels, Ansagen von einer Zentrale gibt: “Ihr müsst das so und so machen”, möglicherweise gibt es das auch, aber ich glaube nicht, dass das das Wesentliche ist. Ich glaube es deswegen nicht, ich weiß es, dass es nicht so ist, weil ich die Kollegen kenne, mit denen ich ja so lange gearbeitet habe. Ich kenne die, wie soll ich sagen, die Strukturen, die Sozialisierungsarten, wie man im öffentlich rechtlichen und auch in allen anderen Medien Karriere macht. Man weiß, was erwartet wird und man möchte Karriere machen. Und weil man das weiß und weil man das möchte, verhält man sich so und so und übertrifft natürlich an Gutsein auch die Kollegen, schwärzt die dann deswegen gerne an. Also das ist ja etwas, was wir in dieser Woken-Bewegung auch dauernd erleben. Das ist ein gegenseitiges sich überbieten an an Gutsein und natürlich das darin enthaltene Denunziation-Potenzial wird voll ausgereizt. Also nach meinem Empfinden ist auch die Stimmung relativ schlecht in den großen Funkhäusern.

Milena Preradovic: Hast du da noch Kontakte, was erzählen sie dir? Hast du noch Freunde da in den Funkhäusern?

Burkhard Müller-Ullrich: Also. Ja, natürlich. Ich kenne viele. Ich habe auch noch Kontakt mit wenigen. Ich höre das Zähneknirschen manchmal bis hierhin in die Schweiz. Und ich will jetzt nicht triumphieren. Ich habe der Sache den Rücken gekehrt. Ich habe mich ohne großen Knall verabschiedet. Ich bin einfach durch die Hintertür rausgeschlichen.

Milena Preradovic: Aber merken die Kollegen dort, dass sich der Meinungsraum so geschlossen hat? Kriegen die das mit?

Burkhard Müller-Ullrich: Na ja, es gibt ja nicht “die Kollegen”. Manche merken es, ich bekomme Zuschriften, erstaunliche Zuschriften von manchen. Ich weiß nicht, ob ich es verraten soll. Ja doch, ich darf es verraten, weil er macht es ja. Also einer der früheren Sprecher des Deutschlandfunks, Station-Voice. Jeder erkennt sofort seinen sonoren Sound, wird bei uns Station-Voice jetzt sein. Kontrafunk klingt auch ein bisschen wie Deutschlandfunk und Kontrafunk will auch ein bisschen wie Deutschlandfunk sein. Aber wie der frühere Deutschlandfunk, also der Deutschlandfunk, der seriös, knapp, kurz und No-Nonsense war, wie die Engländer sagen.

Milena Preradovic: Kommen wir noch mal zu diesem Gleichklang der Medien. Das hast du schön gesagt. Gleichklang ist fast schöner als gleichgeschaltet. Ja, ich habe ja auch viel in Nachrichtenredaktionen gearbeitet und habe schon festgestellt, was die Nachrichtenagenturen sagen, ist Gott. Das wird copy paste rumgemacht, dann wird nur vielleicht noch ein bisschen drumrum geschrieben. Das heißt aber, wenn man die Nachrichtenagenturen im Sack hat, dann hat man die Nachrichten im Sack. Ist es so?

Burkhard Müller-Ullrich: Ja, das stimmt. Das stimmt. Und das ist etwas, was ich an vielen Ecken und Enden erlebt habe, auch als Korrespondent. Ich habe ja lange im Ausland gelebt und habe seinerzeit von Genf aus beispielsweise erleben können, wie solche großen Treffen ich habe Reagan und Gorbatschow zum Beispiel erlebt oder andere Gipfel, das ist ja immer so ein Mordsauflauf und da kann passieren, was will. Die Korrespondenten, die sitzen in ihren Hotelzimmern und schauen CNN, weil sie sowieso nicht an die Leute herankommen. Es ist vollkommen unsinnig, dabei zu sein. Was zählt, ist einfach, was in dem Fernsehsender läuft. Aber jetzt hat es ja von Agenturen gesprochen. Und da ist es zum Beispiel so, wenn man in diesem Palais de Nation bei den Vereinten Nationen eine Meldung hat, die sensationell ist, und dann bietet man das den Sendern an und sagt: “Ja, da war jetzt eine Pressekonferenz, super spannend”. Und dann sagen die: “wissen wir eigentlich nichts von, ja, wir überlegen noch mal, wir rufen zurück”. Aber dann kommt der Kollege von dpa aus dem Nachbarbüro und sagt Burkhard, in 20 Minuten mache ich diese Meldung. Und das ist genau dieselbe, die du gerade eben angeboten hast. Die Meldung geht raus und ab da steht das Telefon nicht still. Und alle Anstalten, die dir eben noch gesagt haben, scheint uns nicht interessant zu sein, die wollen jetzt sofort fürs Mittagsmagazin fünf Minuten haben.

Milena Preradovic: Ja, genau so, so kenne ich das auch. Agenturen sind Gott. Jetzt hast du gerade schon gesagt, du hast dem Deutschlandfunk die Station-Voice geklaut. Wer sendet denn sonst noch alles auf Kontrafunk?

Burkhard Müller-Ullrich: Also ich weiß nicht. Die Namen jetzt alle aufzuzählen hat wahrscheinlich wenig Zweck, aber ich will nicht sagen, dass ich Glück gehabt habe mit dem Ukraine-Krieg, denn es hat ja dazu geführt, dass der “Russia Today”-Sender geschlossen wurde. Und ich sage es ganz offen, wir haben ein paar Leute von denen übernommen. Nicht weil die so wahnsinnig Russen-freundlich sind, sondern die hatten da einen Job und stehen jetzt auf der Straße. Und das war für uns ein großes Glück, denn das sind Profis und ich habe sie mit Kusshand genommen. Benjamin Golme, Marcel Jopal, die ja viele auch schon kennen von ihrem grandiosen Podcast Basta-Berlin. Ja, also da sind einige jetzt zu uns gekommen, auch viele andere aus anderen Zusammenhängen. Und das Problem ist natürlich, wir sind ja ein ortloses Unternehmen. Wir haben kein Funkhaus, wir sind verteilt, sogar über mehrere Länder. Und wir arbeiten online zusammen. Und das muss jetzt auch erst zusammenwachsen. Es gibt viele, die haben einander noch gar nicht getroffen. Wir haben einander noch nicht gesehen. Die telefonieren im Augenblick nächtelang miteinander, vor Angstschweiß getrieben, ob technisch alles klappt. Aber es ist eine sagenhafte Stimmung, und es ist wirklich diese positive Energie. Die, die da drinsteckt, die habe ich zum letzten Mal beim Deutschlandfunk, glaube ich, vor 25 Jahren erlebt. Da ging es auch aufwärts, da war das ein neuer Sender, ein neues Unternehmen. Die Reichweiten stiegen unaufhörlich, natürlich, weil per Staatsvertrag jede freiwerdende Frequenz dem Deutschlandfunk zugeschustert wurde. Also die Stimmung war gut. Und ja, das macht jetzt wirklich Spaß.

Milena Preradovic: Das glaube ich ja. Deswegen an die Leute draußen: Also wenn in den ersten Tagen mal so ein paar technische Probleme kommen, einfach drüber wegsehen. Das passiert immer bei neuen Projekten. Ich war auch bei ganz vielen neuen Projekten und nichts geht immer gut und nichts ist von Anfang an so richtig geil. Das kann man glaube ich so sagen.

Burkhard Müller-Ullrich: Das ist lieb, das du es sagst. Danke. Ja, so wird es kommen.

Milena Preradovic: So ist es ja auch. Aber ich meine, das sind ja viele da. Ich meine, du hast ja so eine Talkshow, ihr habt so eine Talk-Schiene um 20:00. Da senden ja auch “Paule, mein Paule Brandenburg” sendet er ja da auch und noch ein paar andere,oder?

Burkhard Müller-Ullrich: Also das ist das zweite Standbein. Du hast jetzt von der Nachrichten-Schiene gesprochen oder sagen wir mal vom Morgenmagazin, denn im Radio ist ja der Morgen das allerwichtigste. Wir fangen morgens um sechs an zu senden, also bitte auch wirklich um sechs einschalten, da läufts am besten. Da sind die Autofahrer unterwegs. Und dann wiederholen wir diese erste Stunde um 7:00 noch mal und ab da geht es mit den Einschaltquoten wahrscheinlich den ganzen Tag nur runter und abwärts und am Abend.

Milena Preradovic: Iwo, da kommen dann tolle Podcast, zum Beispiel dieser hier…Nacktes Niveau möchte ich noch mal sagen. Wir sind liebevolle Konkurrenz, würde ich sagen. Wir zwei.

Burkhard Müller-Ullrich: Ihr macht das großartig. Ja, absolut.

Milena Preradovic: Ihr auch.

Burkhard Müller-Ullrich: Ja. Der Stil ist natürlich auch ein bisschen anders. Und das ist auch super so, wir machen es ja noch ein bisschen mehr, manchmal nach Altherren Club, aber das ist ja auch okay. Wir haben ja auch Hörer schon im vorgerückten Alter, soweit ich das ermessen kann. Wir machen ja keine Umfrage, wir wissen das alles nicht genau. Aber was wir genau wissen, ist, dass also grundsätzlich die Einschaltquote während des Tages absinkt im Radio. Und meine Idee war dann, einen Akzent am Abend zu setzen, also noch mal um 20:00 etwas zu zünden. Und wir geben richtig Geld aus dafür und geben uns richtig Mühe dafür. Und das ist eine Schiene, 20:00 bis 21:00, wo Comedians wie Ludger K oder der Schweizer Andreas Thiel oder wo Leute wie Cora Stephan, Birgit Kelle, Matthias Matussek und andere im Wechsel, die die Sache bestreiten. Es gibt eine Interviewreihe von Markus Vahlefeld, die hat den entzückenden Titel “Erst-Verschlimmerung”. Das ist ja ein Ausdruck aus der Homöopathie. Da führt er Gespräche über Deutschland, beispielsweise jetzt, heute, am 21 Juni, mit Monika Maron. Ein sehr intimes Gespräch, in der man eine andere Monika Maron kennenlernt, als die man, was ja ohnehin selten ist, vielleicht sonst in offiziellen Interviews hört. Sie ist ja eher sperrig dann und merkt das eigentlich auch nicht wirklich Interviews zu geben. Ja, jetzt bin ich in der misslichen Lage eines Impresarios, der nicht alle Künstler gleichzeitig nennen kann. Wir haben aber einen, den muss ich aber noch erwähnen, nämlich: Viele kennen ja wahrscheinlich Argo Nerd von Twitter.

Milena Preradovic: Ja großartig. Jetzt schon eine Twitter Legende.

Burkhard Müller-Ullrich: Genau. Und Argo hat bei uns eine eigene Musiksendung. Also man wird immer noch nicht erfahren, wer er wirklich ist und wie er mit bürgerlichem Namen heißt. Aber man wird ihn hören und die Sendung heißt “Argos-Ohren”, weil es eine Musiksendung ist und er da etwas macht, was er ja sonst eben immer tut. Diese kollagierenden Aha-Effekte erzeugen. Und hier stellt er Musiken einerseits gegeneinander, andererseits verbindet er sie mit politischer Aktualität auch. Also das ist ein ganz, ganz reizvolles Format und ich hoffe ja, dass unsere 20:00 Schiene, Kult wird.

Milena Preradovic: Ja, das hoffe ich jetzt auch mal! So, jetzt muss ich mal was ganz Praktisches fragen: Wo finde ich den Sender, den Stream?

Burkhard Müller-Ullrich: “Kontrafunk.radio”.Das ist die Internetadresse, da ist der Web-Player. Man findet ihn dann auch natürlich in Internet-Radios, da muss man Kontrafunk halt suchen. Das dauert alles ein bisschen, bis wir in alle Verzeichnisse eingetragen sind. Bis diese Maschinen uns finden. Wir sind ja quasi in ganz wenigen Wochen von null auf 100 gestartet. Ein Wahnsinns-Unternehmen. Und deswegen sind wir auch ein bisschen außer Puste mit der Technik, denn die App ist noch nicht fertig. Eine App ist in Arbeit, aber die kommt. Und das ist ganz wichtig, dass jeder eine App hat, die wirklich auf Knopfdruck spielt. Also Autofahrer können da ja nicht lange rumfummeln und noch ein Klick und noch ein Klick und durch die Mediathek, usw, sondern unsere App wird so sein: Anklicken und es läuft.

Milena Preradovic: So ein Radio mit so ordentlich Personal kostet ja auch ordentlich Geld. Wie hat sich denn jetzt im Grunde dieser Aufbau von Kontrafunk Radio finanziert?

Burkhard Müller-Ullrich: Ich bin herumgegangen mit der Idee und habe ich will nicht sagen zu meiner Überraschung, aber es waren wirklich sehr kühne Hoffnungen und es war nicht klar, ob das so werden würde. Habe Investoren gesucht für eine solche schweizerische Aktiengesellschaft. Ich sagte es ja schon und wir haben 36 Investoren jetzt, die uns insgesamt 1,2 Millionen gegeben haben. Beide Zahlen sind deswegen wichtig, also zunächst mal die Zahl der Investoren: Es sind so viele. Es ist nicht einer, der gesagt hat: “Tolle Sache, finanziere ich”, sondern es ist wirklich der bürgerliche Mittelstand, der hier vertreten ist. Keiner hat, keiner durfte mehr als 100.000 geben. Das habe ich von vornherein gesagt, auch um unsere Unabhängigkeit zu garantieren. Und so ist es dann eben auch. Es sind Mittelständler, sind Unternehmer, sind Maschinenbauer, Rechtsanwälte, ein Fernsehstar. Es sind aber vor allem wirklich Leute, die wissen, dass man dieses Land irgendwie mit Geld am Laufen hält, was erst mal verdient werden muss und die, so wie die politischen Dinge jetzt laufen, Angst haben, dass das richtig in Grund und Boden gefahren wird. Also die sind aufgewacht.

Milena Preradovic: Also das wäre nämlich meine nächste Frage gewesen. Wer so viel Geld sammelt, will oder abgibt, will normal ja auch was zu sagen haben, so Bill Gates und die WHO. Das ist also nicht so, die haben nicht das Sagen?

Burkhard Müller-Ullrich: Sie haben nichts zu sagen. Oder sagen wir mal, sie sind Aktionäre, sie haben in ihrer Gesamtheit was zu sagen. Aber dadurch, dass ich noch die Mehrheit habe an diesem Unternehmen, auch nach der Kapitalerhöhung, ist das tatsächlich gesichert, dass das nur von einem einzigen Direktor im Augenblick bestimmt wird, und der spricht gerade mit dir.

Milena Preradovic: Der gerade mit mir spricht, hat ja auch eine Website, die heißt “Ich habe mitgemacht”, gegründet. Das, ich zitiere: “Private Dokumentationszentrum für Corona-Unrecht”. Also eine Seite des Vergessens gegen das Vergessen.

Burkhard Müller-Ullrich: Ja. Ich meine, es war jetzt so und wird auch immer mehr so deutlich werden, dass dieses Narrativ zusammenbricht. Das wird allen noch gewaltig auf die Füße fallen. Was wir in den letzten zwei Jahren erlebt haben im Zusammenhang mit dieser sogenannten Corona-Pandemie, das ist ja, das ist ja unsagbar, das hätten wir uns ja alles wahrscheinlich vor fünf Jahren nicht im Albtraum vorstellen können. Es ist aber so gekommen und jetzt fragt man sich, werden die jetzt alles löschen, was sie gesagt haben? Das Unsägliche, diese Maßnahmen, diese Behauptungen, sich “Frei Impfen”, “Impfen ist Liebe”, all dieser ganze Schrott, der uns da um die Ohren geschlagen wurde und da…

Milena Preradovic: Und die Diffamierungen auch gegen Menschen, die sich nicht haben impfen lassen oder die quasi ihr Recht auf körperliche Unversehrtheit in Anspruch genommen haben. Dieses Ausgrenzen auch von Politikern, die sagten ich glaube, war es nicht Boris Palmer, der sogar vorgeschlagen hat, den Leuten…

Burkhard Müller-Ullrich: Beugehaft.

Milena Preradovic: Beugehaft oder die Rente kürzen oder die Rente streichen und solche Sachen. Das sind ja, das hätte man sich wirklich nie vorstellen können. Und jetzt schreibt allerdings Wikipedia, so nach dem Motto: da werden auf deiner Website werden Menschen aus Politik, Wissenschaft und Medien an den Online-Pranger gestellt. Es gibt ja noch ein paar andere so dünnhäutige Reaktionen und vor allem von Leuten, die ja kein Problem haben, die Kritiker der Maßnahmen oder die Ungeimpften zu diffamieren, auszugrenzen und zu beschimpfen. Also ich finde, die Fronten sind ja schon arg verhärtet. Siehst du denn die Möglichkeit einer Versöhnung, einer gesellschaftlichen Versöhnung?

Burkhard Müller-Ullrich: Lange Pause. Langes Seufzen. Ehrlich gesagt nein. Also im Augenblick müssen erst mal diejenigen, die uns das “uns”, sage ich jetzt das angetan haben, die müssen zur Besinnung kommen und sich entschuldigen. Es ist ja nicht so, dass wir verirrte Schafe sind, die man jetzt nur wieder einfangen müsste und denen man sagt: “Kommt, habt euch nicht so ist ja niemand zu Tode gekommen wegen der Maßnahmen”. Doch, ist. Und die Sache ist ja in dem jetzigen Stadium auch noch weit davon entfernt, überhaupt aufgeklärt zu sein. Das ist ja auch einer der Gründe, warum wir Kontra sein müssen, weil wir gegen diese Medienmauer, gegen dieses betonharte Verschweigen ankämpfen. So, und jetzt fragst du nach dieser Webseite. Ich weiß, sie wird als Pranger bezeichnet. Pranger ist immer so was Hässliches. Wer will denn schon an den Pranger? Ich sage auch nicht Pranger. Es ist ein Archiv. Wir sind Historiker. Wir halten das fest. Nur für den Fall, dass es mal später vielleicht einer wissen möchte, was hier war und was die Leute gesagt haben, diese ganzen Ungeheuerlichkeiten. Und es ist wirklich ein Bedürfnis nicht nach Rache, wie es uns unterstellt wird, aber ein Bedürfnis, auch, ich würde sagen nach Wahrheit, die Wahrheit festzuhalten bei vielen Leuten, sonst würden sie uns nicht so unterstützen. Also, ich habe das Ding an einem Abend erfunden. Ich habe mir gedacht, wir bauen jetzt eine ganz kleine Webseite auf, nur einfach, damit wir irgendeinen Ort haben, wo wir das ablegen können. Das Internet ist ja auch einfach ein Archiv, ein Speicher. So, und dann ging das irgendwann durch die Decke.

Milena Preradovic: Der Hashtag “Ich habe mitgemacht”. Der ist ja gerannt oder rennt zum Teil ja immer noch.

Burkhard Müller-Ullrich: Ja, und welche Nerv wir getroffen haben, denn das haben wir spätestens gemerkt an dem Tag, als in der Welt ein relativ positiver Artikel über uns erschienen ist, der genau vier Stunden lang online stand.

Milena Preradovic: Unter der Bezahlschranke nehme ich an?

Burkhard Müller-Ullrich: Das weiß ich gar nicht. Er wurde mir so geschickt, aber ich konnte es nicht nachvollziehen. Ich war damals im Flieger und als ich gelandet war, war er schon wieder weg. Also das zeigt natürlich, hier wird mit Bandagen gekämpft, wie wir es uns auch nicht haben vorstellen können, nicht wahr? Das war kein falscher Artikel. Das war eine korrekte Berichterstattung über etwas, was vorhanden ist. Es wurde nicht gewollt und es wird weiterhin nicht gewollt, dass wir über Impfschäden aufgeklärt werden, dass wir über die Sinnlosigkeit der Maßnahmen, des Masken-Tragens und was weiß ich was noch alles aufgeklärt werden. Und nicht nur die Sinnlosigkeit und Wirkungslosigkeit, sondern auch die Schädlichkeit.

Milena Preradovic: Ja, es gibt ja sehr, sehr viele Studien unterschiedlicher Art weltweit, die alle in den Medien nicht gebracht werden. Wie ist das eigentlich in der Schweiz? Wie war das in der Schweiz? Mit Corona-Maßnahmen, Einschränkungen von Bürgern, Meinungen? Ist es so harsch wie in Deutschland oder ist das schon so eine deutsche Spezialität?

Burkhard Müller-Ullrich: Ja, beides stimmt. Die Schweiz macht jeden deutschen Blödsinn zu drei Vierteln mit und von diesem einen Viertel leben wir.

Milena Preradovic: Wie sieht es mit der Impfpflicht in der Schweiz aus, ist das Thema?

Burkhard Müller-Ullrich: Nein, die wird nicht kommen. Das halte ich für ausgeschlossen. Es wird ein gewisser Druck aufgebaut, selbstverständlich gerade auch bei Pflegepersonal und Leuten, die in medizinischen Berufen tätig sind. Aber es ist bei der Schweizer Bevölkerung nicht durchsetzbar, denen gegen ihren Willen die Spritze in den Arm zu jagen.

Milena Preradovic: Das ist halt das Schöne in der Schweiz. Die können darüber abstimmen und das ist auch noch bindend. Das ist ja etwas, was…

Burkhard Müller-Ullrich: Ja, aber Vorsicht, wir haben zweimal darüber abgestimmt. Und zweimal wurden die Massnahmen gutgeheissen.

Milena Preradovic: Ja, das stimmt. Sind die Medien auch ähnlich im Gleichklang wie in Deutschland?

Burkhard Müller-Ullrich: Ja, natürlich. Das ist eben milieu-bedingt. Natürlich. Das ist alles dieses akademische Angstmilieu, das alles überwuchert. Das Unheil kommt aus den Städten. Die Schweiz ist zum Glück in großen Teilen eben noch ein sehr bäuerliches Land, kann man sagen. Gerade in meiner Gegend war eine überwiegende Ablehnung gegenüber den Corona-Maßnahmen und ich hatte damals und ich habe mich schwer getäuscht, gewettet, dass wir das Gesetz versenken, weil ich in meinem eigenen Umfeld und hier auf den Landstraßen und überall diese Plakate gesehen habe, gegen Impfzwang, gegen Maßnahmen, gegen, gegen, gegen. Das war so sichtbar, wie ich es noch nie in der Schweiz erlebt habe. Und ich bin ja jetzt seit über 30 Jahren Schweizer. Aber es hat nichts genützt. Die Städte Bern, Basel, Genf und Zürich, die stimmen uns nieder.

Milena Preradovic: Ja, ich wohne ja in Österreich, da ist das ähnlich. Ich habe es ja auch auf dem Land hier erlebt, also einen Hausverstand, also Leute, die einfach mehr hinterfragen, die sagen, das ist so nicht logisch, die sogenannten einfachen Leute. Und in den Städten herrscht ja große Hysterie, in Wien ja immer noch. Mensch Burkhard, ich wünsche euch so viel Glück und…

Burkhard Müller-Ullrich: Danke.

Milena Preradovic: Ich drücke ganz fest alle vier Daumen für Kontrafunk.

Burkhard Müller-Ullrich: Es bleibt spannend.

Milena Preradovic: Es bleibt spannend, aber ich weiß, da sind großartige Leute dabei. Du bist ein toller Journalist. Was machst du eigentlich für ein Format?

Burkhard Müller-Ullrich: Ich mache meinen Kontrafunk-Diskussion und Interview weiter. Zweimal wöchentlich, immer donnerstags mehr ein Sach- und Fachgespräch. Da werden wir jetzt gerade wieder über medizinische Themen zu reden haben, weil uns ja jetzt die Sommerwelle und die Vorbereitungen der Herbstwelle und dann kommt die Winterwelle. Und so weiter. Ist ja alles schon unterwegs. Und so langsam wachen aber auch die Ärzte auf. Es gibt jetzt einen alternativen Ärzteverband, der sich gerade gegründet hat und ich glaube, da tut sich noch einiges. Und sonntags mache ich garantiert und mit großer Lust immer noch meinen Frühschoppen, meinen Kollegen-Gespräch, meinen Presseclub, wie du es nennen willst, zu dem du, sollen wir gleich im Kalender nachschauen, wann du wieder frei bist, dass wir gleich die nächste Verabredung treffen. Jedenfalls herzlich willkommen im Radio mittlerweile ist es ja dann, aber wir werden es auch weiterhin als Podcast anbieten, das ist ja ganz wichtig. Des bürgerlichen Mittelstands, des geistigen Widerstands und des gesunden Menschenverstands.

Milena Preradovic: Vielen lieben Dank, Burkhard, jetzt lass ich dich wieder los. Telefone klingeln schon überall. Du bist ein gefragter Mann, glaube ich, gerade heute. Also noch mal vielen Dank und viel Glück.

Burkhard Müller-Ullrich: Danke, Milena.

Milena Preradovic: Tja, Leute, alles was dazu dient, den Meinungsraum wieder zu öffnen und Debatten wieder zuzulassen ist willkommen. Und natürlich auch Fakten, die von den besten Medien aller Zeiten ignoriert werden, falls sie einfach nicht passen. Also ich suche mir den Sender gleich und wünsche euch eine gute Zeit mit Kontrafunk und natürlich auch mit Punkt Preradovic. Bis bald. Tschüss.

Interview with Burkhard Müller-Ullrich (english)

Milena Preradovic: Corona, War, Climate. In Germany 22 one has the impression that there is only one opinion on all topics, namely the right one. Debate was yesterday. Today there is unanimity. If necessary, it can be forced. Those who want to discuss or put forward other theories are quickly put down. The latest prominent example is the political scientist Ulrike Guerot from Bonn, who was given the boot by Lanz and the FAZ. The old media are increasingly degenerating into water carriers of politically intended cancel culture. But this has also led to independent journalism becoming stronger and still getting stronger. Today a new radio station goes on air with news, politics, interviews, talk and even comedy. A really big deal. And a glimmer of hope for diversity of opinion. That’s what we’re talking about now in Punkt Preradovic. Hello Burkhard Müller-Ulrich.

Burkhard Müller-Ullrich: Hello Milena.

Milena Preradovic: Let me introduce you briefly. You’re a journalist, presenter, writer, editor, director and producer and a radio veteran. You have worked as a correspondent and producer for all ARD stations, for ORF and Swiss Radio. You were head of the current affairs department at Deutschlandfunk. You have written a lot for the big leading media like Süddeutsche, Welt, Zeit and others. Then in 2020, together with Achse des Guten, you founded the podcast Indubio. Now you’re doing your own very successful podcast called Kontrafunk, and that’s exactly the name of your new radio station, Kontrafunk, which launches today, June 21. First of all, congratulations on the launch of the station.

Burkhard Müller-Ullrich: Yes, thank you for the invitation. Of course.

Milena Preradovic: Yes, you in Kontrafunk is the word Kontra in it. So, who or what are you broadcasting against?

Burkhard Müller-Ullrich: Yes, actually some people have asked me: How long do you want to be Kontra? And isn’t that much too aggressive? And what can I say? It is, of course, a contra position, and it is contra against the mainstream, against these prevailing narratives that have been beaten into our heads for the last two years anyway, but also for a long time. And I have the feeling that one should also say that in the title, so not Talk Radio 24 or any such things, but show from the outset that this is a political project and that is not left-wing, that is not right-wing, that is political in the sense that it should represent the maltreated, downtrodden middle class, which actually no longer plays a role in our public media.

Milena Preradovic: There are now 464 radio stations in Germany. Why are you opening a linear station in times when basically everyone can listen to podcasts whenever they want?

Burkhard Müller-Ullrich: Yes, that’s a good question. We’ve heard a lot of people say that, too. Podcast is the future, that’s absolutely clear. And we will also offer our beautiful productions, large parts of them anyway, as podcasts. But it’s also a statement, it’s also a political statement. The statement is: we are broadcasting now, we are broadcasting permanently. And as long as people receive our stream, they can press a button to convince themselves that we haven’t been canceled yet, that we’re not dead yet. Because it’s clear, a podcast, it could have been produced three weeks ago. And the man who made it no longer exists.

Milena Preradovic: Yes, yes, freedom of expression has become, let’s say, a difficult commodity. Are you afraid that the radio station could be taken off the stream at some point because of fake news?

Burkhard Müller-Ullrich: Well, fear is not really my thing, at least not as far as journalism is concerned. I’m actually an anxious character, I have to admit. I’m a scaredy-cat, but at least not in these things. I have now, you spoke of “Urgestein” earlier, which always sounds a bit goosebump-inducing to me, because…

Milena Preradovic: Should I have said dinosaur?

Burkhard Müller-Ullrich: Yes, exactly, just watch out you’ll get them. Yes, but in fact I have a bit of experience. So for 45 years I made a career as a child of public law and I liked it because I think that’s a great thing or at least it was and it wasn’t me that changed, it was them that changed. Maybe we’ll get to that in a minute. Yes, but anyway with this experience in the background or also with the attacks that you are naturally exposed to in the course of your professional life, you become a little bit hardened, you get a little bit broader back. And now, because you ask about fear, I have already experienced several times that at a time when there was not even the Internet, shitstorms were unleashed against me. At that time, it meant that we held a demonstration in front of the radio station against the commentator BMU, or at the Frankfurt Book Fair, a tribunal was once held against me because I had written a critical article about the “Solidaritäter” that was published in the Süddeutsche Zeitung at the time. So against this background, I have little fear now. But of course, even then the world has continued to turn. And after we have experienced that it is possible for a ruling political institution to say, we want to shut down this or that Internet stream of a station all over Europe, it must no longer be heard. I’m talking about this terrible Russian station “Russia Today”. That this is possible at all, that we again have something like enemy stations that you are not allowed to listen to. And that is a new situation that we have there. Well for explanation: We are a Swiss company. Kontrafunk is a Swiss corporation. I have a broadcasting license in Switzerland and I’m registered here and I honestly think filtering out a Swiss station from the Internet, I don’t know, I don’t want to say that they won’t try that the day after tomorrow as well, but I think it’s relatively unlikely at the moment.

Milena Preradovic: At least Switzerland is not in the EU. That makes it a bit more difficult. You are currently broadcasting news all day long, three info-magazines a day. How many people work there at Kontrafunk?

Burkhard Müller-Ullrich: So people counted in heads we are at 20, positions we have half. Of course, that’s because everyone has something else to do. “And I want to make another film and I’m doing another podcast and I’m actually doing something else and I don’t need to anyway and I’m only working half the time.” But all kidding aside. Anyway, the percentage participation, the numbers, they vary with the individuals. But it’s quite a respectable group. Yes.

Milena Preradovic: You could say that. What is the difference between the Infoschiene and the conventional media right now? Well, the conventional media take their news primarily from news agencies. How will that be with you?

Burkhard Müller-Ullrich: Yes, so we can’t just read out dpa or something and.

Milena Preradovic: So others can already…

Burkhard Müller-Ullrich: But we don’t want to, because we are contra. And that means two things. On the one hand, you can make two news items out of one and the same event, that’s what we experience, I don’t even want to start with the Ukraine war, but we experience it, for example, all the time with regard to Israel. So one news item is: “An Israeli soldier has shot Palestinians again”. But the other news is, “Palestinians attacked Israeli border post again and were shot.” So we know how it goes, and to that extent you can very well make different news out of the same event. So that’s one thing. And then, of course, we will also depict other events in our news. And there are now the social media, there are now huge fields of news. I wouldn’t even say sources, but source areas. None of them have been captured yet. You have to create channels, you have to lay drains, you have to somehow try to get people to observe this permanently and then make small reports out of it. But be careful, they can also be false. And of course you have to be careful every time that you don’t give in to some nonsense, because there’s a lot of nonsense on the go, especially in the social media. Well-intentioned nonsense, too, but possibly still wrong. You have to be careful, you have to do a lot of research, and we do that as best we can. That is the work of journalists, and I accuse many colleagues in the old media or after-media, or whatever we want to call them, of no longer doing this work properly.

Milena Preradovic: No, they don’t. They all seem to be extremely connected, so strangely connected. What do you think is the reason for that?

Burkhard Müller-Ullrich: Yes, that is of course a bad word and we must not say that here under any circumstances. I hereby distance myself formally from Milena Preradovic, who speaks of being in the same camp. But of course there is a consonance and I think it comes, on the one hand, through employment policy. So I don’t believe that there are, so to speak, like with Goebbels, announcements from a central office: “You have to do it this way and that way”, possibly there is that, too, but I don’t believe that that is the essential thing. That’s why I don’t believe it, I know it’s not like that, because I know the colleagues with whom I have worked for so long. I know the, how should I put it, the structures, the socialization modes, how you make a career in public law and also in all other media. You know what is expected and you want to make a career. And because you know that and because you want that, you behave in such and such a way and, of course, surpass your colleagues in terms of goodness, and you like to blacken them for that reason. So that’s something that we experience all the time in this Woken movement. It’s a mutual outbidding of goodness, and of course the denunciation potential it contains is fully exploited. In my opinion, the atmosphere in the large radio stations is also relatively bad.

Milena Preradovic: Do you still have contacts there, what do they tell you? Do you still have friends there in the radio houses?

Burkhard Müller-Ullrich: Well, yes, of course. I know many. I also still have contact with a few. I sometimes hear the gnashing of teeth all the way here in Switzerland. And I don’t want to be triumphant now. I have turned my back on it. I said goodbye without a big bang. I just slipped out the back door.

Milena Preradovic: But do the colleagues there notice that the opinion space has closed like that? Are they aware of it?

Burkhard Müller-Ullrich: Well, there are no “the colleagues. Some people notice it, I get letters, amazing letters from some people. I don’t know whether I should reveal it. Yes, I can tell you, because he does it. So one of the former speakers of Deutschlandfunk, Station-Voice. Everyone immediately recognizes his sonorous sound, will be Station-Voice with us now. Kontrafunk also sounds a bit like Deutschlandfunk and Kontrafunk also wants to be a bit like Deutschlandfunk. But like the former Deutschlandfunk, the Deutschlandfunk that was serious, concise, short and no-nonsense, as the English say.

Milena Preradovic: Let’s come back to this consonance of the media. You said that beautifully. Consonance is almost nicer than being in sync. Yes, I’ve worked a lot in newsrooms and I’ve noticed that what the news agencies say is God. They copy paste it around, and then they just maybe write a little bit around it. But that means that if you have the news agencies in the bag, then you have the news in the bag. Is that the case?

Burkhard Müller-Ullrich: Yes, that’s true. That’s right. And that’s something I’ve experienced on many corners, also as a correspondent. I lived abroad for a long time, and at that time I was able to experience from Geneva, for example, how such big meetings – I experienced Reagan and Gorbachev, for example, or other summits – are always such a mad rush, and anything can happen. The correspondents sit in their hotel rooms and watch CNN because they can’t get close to the people anyway. It’s completely nonsensical to be there. What counts is simply what’s on the TV channel. But now it was talking about agencies. And there it is, for example, if you have a report in this Palais de Nation at the United Nations that is sensational, and then you offer that to the broadcasters and say: “Yes, there was now a press conference, super exciting”. And then they say: “we don’t really know anything about it, yes, we’ll think about it again, we’ll call you back”. But then the colleague from dpa comes from the neighboring office and says Burkhard, in 20 minutes I’ll make this announcement. And it’s exactly the same as the one you just offered. The report goes out and from then on the phone doesn’t stop ringing. And all the stations that just told you, “It doesn’t seem interesting to us, they want five minutes for the noon magazine right now.

Milena Preradovic: Yes, that’s exactly how I know it. Agencies are God. You just said that you stole the station voice from Deutschlandfunk. Who else is broadcasting on Kontrafunk?
Burkhard Müller-Ullrich: Well, I don’t know. There’s probably not much point in listing all the names now, but I don’t want to say that I was lucky with the Ukraine war, because it did lead to the closure of the Russia Today channel. And I’ll put it bluntly, we took over a few people from them. Not because they’re so madly Russian-friendly, but because they had a job there and are now out on the street. And that was very fortunate for us, because they are professionals and I took them in my arms. Benjamin Golme, Marcel Jopal, who many already know from their terrific podcast Basta-Berlin. Yes, so there are some now come to us, also many others from other contexts. And the problem is, of course, that we are a placeless company. We don’t have a broadcasting center, we are spread out, even over several countries. And we work together online. And that has to grow together first. There are many who haven’t even met each other yet. We haven’t seen each other yet. At the moment, they’re spending nights on the phone with each other, sweating with anxiety about whether everything will work out technically. But it’s a fabulous atmosphere, and it’s really this positive energy. I think the last time I experienced that was at Deutschlandfunk, 25 years ago. Things were looking up then, too, when it was a new station, a new company. Reach was constantly increasing, of course, because every frequency that became available was given to Deutschlandfunk under the terms of a state treaty. So the mood was good. And yes, it’s really fun now.

Milena Preradovic: I think so. That’s why I’d like to say to the people outside: If you have a few technical problems in the first few days, just look past them. That always happens with new projects. I’ve been on a lot of new projects and nothing always goes well and nothing is really cool right from the start. I think you can say that.

Burkhard Müller-Ullrich: That’s nice of you to say. Thank you. Yes, that’s how it will be.

Milena Preradovic: That’s how it is. But I mean, there are many there. I mean, you have such a talk show, you have such a talk track at 20:00. There also “Paule, my Paule Brandenburg” is broadcasting there and a few others, right?

Burkhard Müller-Ullrich: So that’s the second mainstay. You were talking about the news program, or let’s say the morning magazine, because the morning is the most important thing on the radio. We start broadcasting at six in the morning, so please really tune in at six, that’s when it works best. That’s when the drivers are on the road. And then we repeat this first hour at 7:00 a.m. and from then on the ratings probably go down and down all day and in the evening.

Milena Preradovic: Iwo, there come then great podcast, for example this one here…Naked level I would like to say again. We are loving competition, I would say. We two.

Burkhard Müller-Ullrich: You’re doing a great job. Yes, absolutely.

Milena Preradovic: You too.

Burkhard Müller-Ullrich: Yes. Of course, the style is also a bit different. And that’s also great, we do it a bit more, sometimes after Altherren Club, but that’s also okay. We also have listeners of advanced age, as far as I can tell. We don’t do a survey, we don’t know all that exactly. But what we do know is that, basically, the audience rating drops during the day on the radio. And my idea was then to set an accent in the evening, to ignite something again at 20:00. And we spend real money on it and make a real effort. And that’s a track, 20:00 to 21:00, where comedians like Ludger K or the Swiss Andreas Thiel or where people like Cora Stephan, Birgit Kelle, Matthias Matussek and others take it in turns to do the thing. There is a series of interviews by Markus Vahlefeld, which has the delightful title “Erst-Verschlimmerung”. That is an expression from homeopathy. There he conducts conversations about Germany, for example now, today, June 21, with Monika Maron. A very intimate conversation, in which one gets to know a different Monika Maron than one might otherwise hear in official interviews, which is rare anyway. She is rather unwieldy then and doesn’t really notice giving interviews. Yes, now I’m in the awkward position of an impresario who can’t name all the artists at the same time. But we do have one, and I still have to mention him, namely: Many probably know Argo Nerd from Twitter.

Milena Preradovic: Yes great. Already a Twitter legend now.

Burkhard Müller-Ullrich: Exactly. And Argo has his own music show with us. So you still won’t find out who he really is and what his real name is. But you will hear him and the show is called “Argos-Ohren” (Argo’s Ears), because it’s a music show and he does something there that he usually does. Creating these collaging aha effects. And here he juxtaposes music on the one hand, and on the other hand he connects it with political topicality. So this is a very, very appealing format and I hope that our 20:00 track will become a cult.

Milena Preradovic: Yes, I hope so too! So, now I have to ask something very practical: Where can I find the channel, the stream?

Burkhard Müller-Ullrich: “Kontrafunk.radio”. That is the Internet address, there is the web player. Of course, you can also find it on Internet radios, so you have to search for Kontrafunk. It all takes a bit of time until we are entered in all the directories. Until these machines find us. We went from zero to 100 in just a few weeks. It’s an incredible undertaking. And that’s why we’re also a bit out of breath with the technology, because the app isn’t ready yet. An app is in the works, but it’s coming. And it’s very important that everyone has an app that really plays at the push of a button. So drivers can’t fumble around for a long time and another click and another click and through the media library, etc., but our app will be like this: Click and it plays.

Milena Preradovic: A radio station like this, with such a large staff, also costs a lot of money. How has this development of Kontrafunk Radio basically been financed?

Burkhard Müller-Ullrich: I went around with the idea and I don’t want to say to my surprise, but they were really very bold hopes and it wasn’t clear whether it would turn out that way. I was looking for investors for such a Swiss stock corporation. I said it before and we have 36 investors now who have given us a total of 1.2 million. Both figures are therefore important, first of all the number of investors: there are so many. It’s not one person who said, “Great thing, I’ll finance it,” but it’s really the middle class that is represented here. No one has, no one has been allowed to give more than 100,000. I said that from the outset, also to guarantee our independence. And that’s just the way it is. They are medium-sized companies, they are entrepreneurs, they are mechanical engineers, lawyers, a TV star. But above all, they are really people who know that this country is somehow kept running with money that first has to be earned and who, the way things are going politically now, are afraid that it will be driven right into the ground. So they’ve woken up.

Milena Preradovic: So that would have been my next question. Whoever collects, wants or gives so much money, normally wants to have something to say, so Bill Gates and the WHO. So that’s not the case, they don’t have a say?

Burkhard Müller-Ullrich: They have nothing to say. Or let’s say they are shareholders, they have something to say in their entirety. But the fact that I still have a majority stake in this company, even after the capital increase, actually ensures that this is only determined by one director at the moment, and he’s talking to you right now.

Milena Preradovic: The one who is talking to me right now, he has also founded a website called “I participated”. The, and I quote, “Private Documentation Center for Corona Injustice.” So a site of forgetting against forgetting.

Burkhard Müller-Ullrich: Yes. I mean, it was now so and will also become more and more so clear that this narrative is collapsing. This is going to be a huge blow to everyone. What we have experienced in the last two years in connection with this so-called Corona pandemic is unspeakable, we probably could not have imagined it in a nightmare five years ago. But it has come to this and now one wonders, will they now delete everything they said? The unspeakable, these measures, these claims, “free vaccination”, “vaccination is love”, all this junk that was beaten around our ears and there…

Milena Preradovic: And the defamation also against people who have not been vaccinated or who have, so to speak, claimed their right to physical integrity. This exclusion also of politicians, who said I think, wasn’t it Boris Palmer, who even suggested to give people…

Burkhard Müller-Ullrich: Preventive detention.

Milena Preradovic: Preventive detention or reducing the pension or cancelling the pension and things like that. These are yes, one could really never have imagined. And now Wikipedia writes, however, so after the motto: there on your website people from politics, science and media are put to the online pillory. There are some other so thin-skinned reactions and above all from people who have no problem to defame the critics of the measures or the unvaccinated, to exclude and to insult. So I think the fronts are already very hardened. Do you see the possibility of a reconciliation, a social reconciliation?

Burkhard Müller-Ullrich: Long pause. Long sigh. To be honest, no. So at the moment, first of all, those who did this to “us,” I’ll say that now, have to come to their senses and apologize. It’s not as if we are stray sheep who only have to be caught again and told: “Come on, don’t be like that, nobody died because of the measures”. Yes, it has. And the matter is still far from being cleared up at this stage. That is also one of the reasons why we have to be against this wall of media, against this concrete silence. So, now you ask about this website. I know it’s called a pillory. Pillory is always such an ugly thing. Who wants to be pilloried? I don’t say pillory either. It’s an archive. We are historians. We keep a record of it. Just in case someone wants to know later what happened here and what people said, all these monstrosities. And it’s really a need not for revenge, as we’re accused of, but a need, also, I would say for truth, to hold on to the truth with a lot of people, otherwise they wouldn’t support us like this. So, I invented this thing in one evening. I thought to myself, let’s build a very small website, just so that we have some place where we can put it. The Internet is also simply an archive, a memory. And then at some point it went through the roof.

Milena Preradovic: The hashtag “I participated”. It was running or is still running to some extent.

Burkhard Müller-Ullrich: Yes, and what a nerve we hit, because we noticed that at the latest on the day when a relatively positive article about us appeared in the Welt, which was online for exactly four hours.

Milena Preradovic: Under the paywall, I assume?

Burkhard Müller-Ullrich: I don’t know that at all. It was sent to me that way, but I couldn’t understand it. I was on a plane at the time, and by the time I landed, it was already gone. So, of course, that shows, there’s a battle going on here with bandages like we couldn’t have imagined either, isn’t it? That was not a false article. That was correct reporting of something that is there. It was not wanted and it will continue not to be wanted that we are educated about vaccination damage, that we are educated about the senselessness of the measures, of wearing masks and what I know what else. And not only the futility and ineffectiveness, but also the harmfulness.

Milena Preradovic: Yes, there are many, many studies of different kinds worldwide, all of which are not covered by the media. How is that actually in Switzerland? How was it in Switzerland? With corona measures, restrictions on citizens, opinions? Is it as harsh as in Germany or is that already such a German specialty?

Burkhard Müller-Ullrich: Yes, both are true. Switzerland goes along with three quarters of every German nonsense, and we live on that one quarter.

Milena Preradovic: What about compulsory vaccination in Switzerland, is that an issue?

Burkhard Müller-Ullrich: No, it will not come. I think that is out of the question. A certain amount of pressure is being built up, of course, especially among nursing staff and people who work in medical professions. But it is not enforceable with the Swiss population to inject them against their will.

Milena Preradovic: That’s the beauty of Switzerland. They can vote on it and it’s binding. That’s something that…

Burkhard Müller-Ullrich: Yes, but be careful, we have voted on it twice. And twice the measures were approved.

Milena Preradovic: Yes, that’s right. Are the media also similarly in sync as in Germany?

Burkhard Müller-Ullrich: Yes, of course. That is just milieu-dependent. Of course. It’s all this academic fear milieu that overgrows everything. The mischief comes from the cities. Fortunately, Switzerland is still a very rural country in large parts, you could say. Especially in my area, there was an overwhelming rejection of the Corona measures and I had bet at the time, and I was very wrong, that we would sink the law, because I saw in my own environment and here on the country roads and everywhere these posters, against compulsory vaccination, against measures, against, against. That was so visible as I have never seen it before in Switzerland. And I have been Swiss for over 30 years now. But it didn’t help. The cities of Bern, Basel, Geneva and Zurich, they vote us down.

Milena Preradovic: Yes, I live in Austria, where it is similar. I have also experienced it in the countryside here, that is, a common sense, people who simply question more, who say that this is not logical, the so-called simple people. And in the cities there is great hysteria, in Vienna still. Burkhard, I wish you so much luck and…

Burkhard Müller-Ullrich: Thank you.

Milena Preradovic: I’m keeping all four fingers crossed for Kontrafunk.

Burkhard Müller-Ullrich: It remains exciting.

Milena Preradovic: It remains exciting, but I know there are great people there. You are a great journalist. What kind of format do you actually do?

Burkhard Müller-Ullrich: I’m continuing my Kontrafunk discussion and interview. Twice a week, always on Thursdays, more of a factual and technical discussion. We’ll have to talk about medical topics again, because now we have the summer wave and the preparations for the fall wave, and then comes the winter wave. And so on. Everything is already underway. And slowly the doctors are also waking up. There is now an alternative doctors’ association that has just been founded and I think there is still a lot going on. And on Sundays I guarantee and with great pleasure still do my morning pint, my colleague talk, my press club, whatever you want to call it, to which you, shall we look in the calendar right now, when you are free again, that we immediately meet the next appointment. In any case, welcome to the radio in the meantime it is then, but we will continue to offer it as a podcast, that is yes quite important. Of the bourgeois middle class, of intellectual resistance and common sense.

Milena Preradovic: Thank you very much, Burkhard, now I’ll let you go again. Phones are already ringing everywhere. You are a man in demand, I think, especially today. So thank you again and good luck.

Burkhard Müller-Ullrich: Thank you, Milena.

Milena Preradovic: Well, folks, anything that serves to open up the space of opinion again and allow debates again is welcome. And of course facts that are ignored by the best media ever, if they just don’t fit. So I’ll look for the channel right now and wish you a good time with Kontrafunk and of course with Punkt Preradovic. See you soon. Bye.

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2 Kommentare

  1. Arturo

    Himmel, ich wollt’ nur einen Augenblick reinhören, weil ich “eigentlich” keine Zeit habe … und nun habe ich bis zum Ende gehört.

    Ja, das nenn ich geglückt. Tolle Bluse, tolle Grübchen, toller Humor und ein Inhalt, den man sich wünscht. ‘eigentlich’ überall.

    Jetzt muss ich noch in die neuen medjen reinhören.
    Tausend Dank!

    Antworten
  2. Jörg Steltzer

    Ein guter Start, angenehme Musik, ruhige Sprecher und die Themen genau so wie es ich erwartet habe – weiter so.

    Antworten

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