„Ein Stück DDR ist zurück“ – mit Chaim Noll

17. Jan 20220 Kommentare

Wie hat sich Deutschland in den letzten Jahren verändert? Der deutsch-israelische Schriftsteller Chaim Noll ist überzeugt: Sehr und nicht zum Vorteil. Der Autor von „Der Rufer aus der Wüste“ sieht die Meinungsfreiheit und die Debatte schwinden. Das Großprojekt der Ampelregierung, der milliardenschwere Kampf gegen Rechts sei nichts als ein Vorwand und lenke von den wahren Problemen ab.

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Milena Preradovic

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Interview mit Chaim Noll (deutsch)

Milena Preradovic: Wir leben im besten Deutschland, das es je gegeben hat. Zitat Bundespräsident Steinmeier kann man so sehen, muss man aber nicht. Ich erinnere mich noch an ein Deutschland, das vom Ausland bewundert wurde wegen seiner Effektivität der guten Straßen, der Schulen, Diskussionskultur und der fast langweiligen, aber doch funktionierenden Politik. Dieses Deutschland sehe ich so nicht mehr. Ich sehe ein Land, in dem sich die Politik daran gewöhnt, den Bürger zu bevormunden, einzuschränken und zu bestrafen. Ich sehe marode Infrastrukturen und Medien und ich sehe ein Land, in dem Meinungsvielfalt und Grundrechte keine alternativlosen Werte mehr sind. Was ist passiert mit good old Germany? Darüber reden wir jetzt den Punkt Preradovic. Hallo Chaim Noll, ich stelle Sie kurz vor, Sie sind Journalist und Schriftsteller, wurden in Ostberlin als Sohn des Schriftstellers Dieter Noll geboren. Sie studierten Kunst und Kunstgeschichte in der DDR, bevor Sie den Wehrdienst verweigerten und 1983 nach Westberlin reisten. Anfang der 90er sind Sie mit Ihrer Familie nach Rom gezogen, 1995 schließlich nach Israel, in die Wüste Negev. Sie sind inzwischen israelischer Staatsbürger und haben bis 2018 auch an der Universität Beer Sheva unterrichtet. Sie reisen regelmäßig zu Lesungen und Vorträgen nach Deutschland und schreiben dort auch für verschiedene Publikationen wie Die Achse des Guten und die Jüdische Allgemeine. Ihr neuestes Buch heißt Der Rufer aus der Wüste. Wie 16 Merkel Jahre Deutschland ramponiert haben. Eine Ansage aus dem Exil in Israel. So in diesem neuen Buch. Darin schreiben Sie, ich zitiere Ich kann nicht, wie viele alte Leute sagen, in meiner Jugend war alles anders. Im Gegenteil, die alte Ordnung ist unbarmherzig zurück. Und da meinen Sie ja die DDR. Was ist zurück im Deutschland der heutigen Zeit?

Chaim Noll: Na ja, um es mal ganz grob zu sagen mit einem Wort der Untertanengeist. Die Unterwerfung unter die Macht und dann natürlich auch, wenn vonseiten einer offenbar Bevölkerungsmehrheit die Bereitschaft ist, sich so weit zu unterwerfen, auch der Machtmissbrauch der Regierenden und das heißt, dass die Demokratie in der Bundesrepublik am Absterben ist, dass sie de facto, dass sie zwar dem Gesetz und dem Wort nach besteht, aber dass sie de facto nicht mehr wirklich ausgeübt wird.

Milena Preradovic: Und das machen sie woran fest?

Chaim Noll: Das mache ich daran fest, wie sich in den letzten Jahren die geistige Atmosphäre in der Bundesrepublik verändert hat. Dass es im Unterschied zur alten Bundesrepublik, bevor Angela Merkel an die Macht kam, heute riskant geworden ist, eine eigene Meinung zu haben und die öffentlich zu äußern, das war in der alten Bundesrepublik, die ich ja noch kenne, nicht so. Im Gegenteil, da wurde man ermutigt, abweichende Standpunkte vorzutragen. Das galt als interessant. Das ist jetzt für uns Ältere schwer, mit dieser neuen, mit den neuen Verhältnissen zurechtzukommen. Man hat offenbar erfolgreich. Ein, zwei Generationen in den deutschen Gymnasien und Universitäten auf Anpassung. Eingestimmt wird ich noch aus der Zeit komme, wo Opposition ist, die berühmte außerparlamentarische Opposition im Westen, das war natürlich unser Leid-Erlebnis, das man mit Protest und Opposition Dinge verändern kann in der Gesellschaft in immer bestehenden Machtmißbrauch der Mächtigen, die immer bestehende Gefahr des Machtmissbrauchs. Dass sich das ändern lässt durch freie Meinungsäußerung, durch Protest und Opposition. Und das hat man offenbar in der Zwischenzeit den jungen Leuten abgewöhnt, denn sie machen das nicht. Ich habe nein gesagt.

Milena Preradovic: Es ist ja schon erstaunlich die außerparlamentarische Opposition unserer Zeit, sage ich jetzt mal in der alten Bundesrepublik, die kam ja von links. Und heute sieht man ja, dass die Linke sich eher mit mit der Regierung solidarisiert. Was mich wirklich nachhaltig verstört, muss ich sagen.

Chaim Noll: Wobei es noch eine andere Linke, die nennen sich nur noch links, ich eigentlich. Ich weiß, dass viele Altlinke inzwischen zum Beispiel bei Achse des Guten angelangt sind und das lesen. Da sind sehr viele darunter, die aus der Studentenbewegung kommen und die einfach den kritisch die kritische Einstellung zur Gesellschaft und zu den Machthabenden vermissen. Die besteht nicht mehr. Diese Parteien nennen sich heute links, aber die sind alle brav und angepasst. Die einzige Partei, die im Bundestag in Opposition geht, ist die rechte AfD, während die Linkspartei und die anderen dort mitmachen. Dass es ein Kartell von Parteien, die sich im Grunde auf eine Linie geeinigt haben, das ist nicht mehr Demokratie

Milena Preradovic: Das ist verkehrte Welt. Auch die Opposition kommt jetzt von rechts. Die Linken machen mit. Hat links und rechts überhaupt noch irgendeine Bedeutung im Diskurs?

Chaim Noll: Nein, das hat keine Bedeutung mehr. Das sind reine Worthülsen, die, da man den zwei Generationen, vor den ich spreche, ungefähr nichts an den deutschen Schulen und Universitäten eingetrichtert hat, dass rechts negativ ist und links eher positiv, wird im Rechts als Totschlags Vokabel gegen jede oppositionelle Meinung benutzt. Da können Sie im Grunde vortragen was sie wollen. Wenn das der diesem dieser Macht Gruppe, die jetzt sich da abgestimmt hat, dieser eine Art Nationale Front von ganz verschiedenen Parteien. Wenn denen das nicht passt, dann werden sie rechts genannt oder sogar rechtsextrem oder wie sagt man noch rechtspopulistisch dann? Es gibt eine Menge

Milena Preradovic: Also rechtsextrem, rassistisch und antisemitisch. Das ist ja auch so ein Totschlagargument geworden heutzutage. Aber ich frage mich, ob man jetzt den Rassismus und den Antisemitismus damit nicht verharmlost.

Chaim Noll: Man verharmlost Rassismus und Antisemitismus, indem man das als eine wohlfeile billige Todschlag Vokabel in der Auseinandersetzung um ganz andere Themen benutzt. Bei mir besteht natürlich eine gewisse Scheu, mich einen Antisemiten zu nennen, weil ich in Israel lebe. Sonst wäre das auch nicht so, als wäre das längst bei mir irgendwann mal hervorgeholt worden. Rassismus traute sich auch bisher niemand zu sagen. Was mir vorgeworfen wird ist Islamophobie, weil ich kritische Texte über den Islam als Religion und als Kultur geschrieben habe. Auch in dem Buch, von dem wir sprechen Rufer aus der Wüste. Der Titel ist übrigens nicht von mir, sondern von den Achgut-Leuten, die fanden, dass man das also betonen muss, dass ich aus einem Abstand von einem anderen Ort das schreibe. Und auch, dass ich hier der Wüste mit Muslimen zusammenlebe und sie sehr gut kenne und auch ihre Religion Kultur gut kenne und ihr gegenüber, wie übrigens auch viele Muslime kritisch bin, auch vom vom Text her. Ich habe mich ausführlich auch in dem Buch davor das ist eine Literaturgeschichte der Wüste natürlich mit der Entstehung des Koran beschäftigt und den Koran als Text, also über ich kann sagen 25 Jahre beschäftige ich mich mit Islamisten, mit mit koranischen Schrifttum und habe da sehr viel kritisches drüber geschrieben. Und das ist eigentlich eine Text kritische Arbeit, die Arbeit eines Literaturwissenschaftlers. Aber das wird dann in Deutschland mit einer billigen platten Formel wie islamophob etikettiert.

Milena Preradovic: Ja, die neue Sprache. Sie sagen ja auch, Sie schreiben in Ihrem Buch ja auch, die DDR sei ja in Form der Sprache zurück. Haben Sie da irgendwelche Beispiele wie, wie wir uns das vorstellen können?

Chaim Noll: Na ja, ich habe das ja dem Buch zitiert. Die Da geht es um Corona Verordnungen, das ist eine Sprache. Soll ich ein Stück vorlesen? Aus dem brauchen Sie nicht.

Milena Preradovic: Aber ich erinnere mich an Singen Verboten

Chaim Noll: Von Verboten 50 Euro. Aber auch sonst Notmaßnahme, Notmaßnahmen, Schutz, Verordnung, also Wort Ungeheuer werden ein Wort Ungeheuer überhaupt um um militante Kompaktheit bemühten Worte, die wir aus der aus der Sprache der DDR kennen, auch aus. Übrigens aus der berühmten LTI, aus der Lingua Terzani Imperii, aus der Sprache des Nazi Reiches. Die sind sich sehr ähnlich. Das kehrt alles wieder. Das ist schlimm, dass das auch mal Muster im Kopf sind. Die nennen sich heute links. Aber es ist eigentlich die alte totalitäre Denkweise und die zeigt sich in einer ins totalitäre Abdriften in Sprache.

Milena Preradovic: Ja und ich weiß nicht. Ich lebe ja jetzt seit über zehn Jahren in Österreich und wenn ich mal in Deutschland bin, was gar nicht so oft vorkommt, da fällt mir in den Städten Zerfall aus. Also ich erinnere mich, dass das die Städte immer einigermaßen sauber waren in Deutschland, aber das hat sich glaube ich erledigt. Auch schlechte Straßen fallen mir auf. Was fällt Ihnen auf, wenn Sie durch Deutschland fahren oder wenn Sie in Ihrer alten Heimat Berlin zu Besuch sind?

Chaim Noll: Ja, auch das, was Sie sagen, dass diese heile, saubere Welt der alten Bundesrepublik, die wir kennen, die uns damals enorm verblüfft hat, als wir aus dem Osten kamen, dass die, dass die zerfällt. Man kann wirklich einen Zerfall der Infrastruktur beobachten. Das ist nicht mal der Osten. Es sind vor allem Gebiete in Westdeutschland. Das Ruhrgebiet ist ausgesprochen runtergekommen

Milena Preradovic: Da komme ich her.

Chaim Noll: Nordrhein-Westfalen ist unglaublich runtergekommen und ich staune manchmal, wenn ich da durchfahren auf den Lesereisen, wie das kaputt geht und wie wenig man da offenbar noch Macht und auch Geld zur Verfügung hat. Das Geld wird dann lieber in in fragwürdige Projekte investiert. Aber eben diese naheliegenden Dinge werden vernachlässigt. Und das fällt einem auf. Und dann fällt mir auf, dass die Menschen sehr viel ängstlicher und verschüchterte wirken als vor 20, 25 Jahren. Dass offenbar in dieser Unterwerfung Geist unter die Macht weit um sich gegriffen hat. Es ist auch weniger lustig als früher. Nach meinem Gefühl wird weniger gelacht. Es gibt zwar einen riesen Unterhaltungsbetrieb, aber die allgemeine Stimmung ist einfach schlechter geworden und das Selbstbewusstsein ist stark erodiert. Das war auch nicht immer angenehm, dieses deutsche Selbstbewusstsein. Also als jemand, der im Ausland lebt, habe ich das auch oft als unangenehm empfunden. Aber das ist eben weitgehend weg. Es ist einem Kriesenbewusstsein gewichen. Im Grunde ist man sich heute bewusst, dass sich das Land in eine krisenhafte Richtung bewegt und Angela Merkel hat das noch mit sehr viel pompösen Auftritt und so weiter verdeckt und immer noch die das starke Deutschland gespielt. Aber jetzt? Diese neue Regierung hat einen schon sehr viel zurückgenommene Auftritt. Ich habe neulich die erste parlamentarische Fragestunde davon dem neuen Kanzler im Bundestag gesehen und es war auffallend, wie zurückgenommen er wirkt noch gegenüber Angela Merkel. Also es muss offenbar ernsthafte Probleme geben. Der Bundesrechnungshof, soweit ich das verstehen kann. Solche Papiere warnt ja auch tatsächlich vor einer vor großen finanziellen Schwierigkeiten, die auf Deutschland zukommen.

Milena Preradovic: Man hat aber nicht den Eindruck, dass das irgendjemanden wirklich interessiert. Also Schulden, es geht immer nur. Ich habe auch vorhin wieder mir die die Bundestagsdebatten angeguckt und es geht immer nur um Corona, um Maßnahmen. Aber das Wort Schulden habe ich lange nicht mehr gehört.

Chaim Noll: Also erlauben Sie mir zu gestehen, für mich war auffallend Angela Merkel hat noch so getan, als ob dieser fragwürdige und auch viel kritisierte unkontrollierte Einlass von hunderttausenden Menschen aus islamischen Ländern im Mittleren Osten ein Akt der Gnade und der Großherzigkeit gewesen sei. Die neue Regierung gibt zu, dass das aus einer gewissen Not geschieht, nämlich aus der Not an Arbeitskräften. Ich habe das von Anfang an auf auf der Achse so dargestellt. Es ist sicher auch ein Text in dem Buch, der sich damit beschäftigt, dass ich geschrieben habe. Hier wird etwas Entscheidendes verschwiegen, nämlich dass Deutschland aufgrund seiner katastrophalen Demographie, die ja Ausdruck dieser sich verschlechternden Stimmung ist. Ja, wenn einem Land die Stimmung schlecht ist, dann gibt es nicht mehr genug Kinder. Also die Demografie der der der Biodeutschen, wie man sagt, ist sehr sehr schlecht rückläufig. Das wäre eigentlich ein Land mit starken Bevölkerungsverlust. Und sie haben gehofft, diese Menschen aus dem Nahen Osten könnten eben die, die die Fließbänder und so weiter in den Autofabriken von morgen, dass die Rechnung ist nicht ganz aufgegangen und man wird sehen, ob das funktioniert. Aber das war plötzlich, was Scholz in seiner Rede vorige Woche, ich glaube, am zwölften ersten war dieser erste Auftritt da diese diese Fragen, da, wo er die Fragen beantwortet hat. Er hat das plötzlich so begründet, nicht mehr damit, dass wir so gute großherzig Menschen sind und das Elend dieser Menschen nicht mit ansehen können. Also das war ein Wechsel in der Attitüde, dass hier ein deutsches Problem überhaupt eingestanden wird. Und ich muss Ihnen sagen, wenn in Deutschland Probleme eingestanden werden, dann müssen Sie massiv sein.

Milena Preradovic: Also ein anderes Problem, das ich persönlich sehe, hat er nicht eingestanden. Er sagt, er sieht keine gesellschaftliche Spaltung in Deutschland. Würden Sie ihm da auch zustimmen?

Chaim Noll: Na ja, das wird jetzt daran liegen, ob er wenn er das eingestehen soll, dann müssen eben die Proteste noch stark zunehmen. Bisher glauben sie das noch irgendwie unterdrücken zu können. Und sie gehen ja auch zum Teil in einer auch wieder an die 68er Studentenunruhen erinnernden Brutalität mit der Polizei gegen diese Demonstranten vor. Also ich bin nun als junge und junger Mann mit der 68er-Bewegung zwar aus, vom Osten aus, aber wir haben das natürlich uns ständig angesehen, auch im Fernsehen und so weiter in den Medien, die wir da die darüber, die rüber geschmuggelt wurden. Wir haben ja auch Zeitschriften und so was gelesen. Das erinnert mich sehr daran. Und ich sagte neulich zu meiner Frau, der der Kipppunkt bei den Studentenunruhen war, dann die Der Tod von Benno Ohnesorg. Ich weiß nicht, ob Sie sich noch erinnern und ob sich noch Hörer dieses, die dieser Sache jetzt daran erinnern

Milena Preradovic: Tatsächlich?

Chaim Noll: Noch als es den ersten Toten gab durch Polizeieinsatz. Also da kippt ja nicht. Bis dahin haben die Leute das auch hingenommen, dass die Westberliner Polizei brutal gegen diese ersten Studenten ist. Ob das nun von rechts oder links ist, ist überhaupt nicht das Problem, sondern dass hier eine oppositionelle Bewegung vom Staat unterdrückt werden soll. Und das versucht man jetzt auch mit den sogenannten Querdenkern. Wobei schon dieses Wort, dieses Pejorativ für Menschen, die abweichend denken, das offenbar schon die ganze Misere.

Milena Preradovic: Ja, aber das Wort war ja mal positiv besetzt. Also wenn ich mich erinnere, haben sich die sogenannten Querdenker diesen Namen ja auch selber gegeben. Das war positiv besetzt.

Chaim Noll: Dann vielleicht auch so ein Querdenker zu sein, Zeit meines Lebens, Gott sei Dank. Deswegen bin ich aus der DDR rausgekommen, als ich angefangen habe, quer zu der dort verordneten Richtung zu denken. Wenn man mit Querdenker nicht mehr zurechtkommt, ist die Gesellschaft irgendwo. Es ist der Konsens der Gesellschaft am Ende. Dann muss ich auch sagen muss in der Demokratie.

Milena Preradovic: Wie sehen denn eigentlich die Israelis das Deutschland von heute?

Chaim Noll: Ja, sehr verschieden. Angela Merkel hat etwas sehr Geschicktes gemacht, sie hat die die Rückgabe von deutschen Pässen und Staatsbürgerschaften an die Abkömmlinge, noch an die Urenkel von einstmals aus Deutschland als Juden Vertriebenen wieder möglich gemacht, so dass viele tausende junge Israelis deutsche Pässe sich besorgen konnten, hier in der Botschaft in Tel Aviv und dann in Deutschland studieren konnten und da in dort, das in Deutschland an vielen Universitäten keine Studiengebühren gibt, anders als hier, wo das ein relativ teurer Spaß ist zu studieren, sind dann auch tausende Israelis nach Deutschland gegangen. Deutsche Städte und sind dann da zum Teil auch geblieben und arbeiten dort heute und haben dann auch deutsche Mädchen geheiratet. Es ist eine doch eine starke Beziehung zu diesem Land wieder entstanden durch junge Israelis, die dann auch die Ängste ihrer Großeltern und so weiter in den Wind geschlagen haben und gesagt haben Da kann man ganz normal leben. Das ist ja eigentlich ein sehr interessantes und schönes Land, sehr kreativ in Berlin und so weiter. Das war lange die vorherrschende Stimmung. In letzter Zeit werden natürlich die Probleme immer bewusster und das wird auch immer mehr hier diskutiert, welche Probleme das Land hat. Wir haben ja nun mit Deutschland vor allem, dass das Problem insgesamt als Staat, dass Deutschland eine eher israelfeindliche internationale Politik macht im Abstimmungsverhalten in der UN und dadurch, dass die deutsche Außenpolitik gerade unsere Todfeinde wie beispielsweise das Mullah-Regime im Iran unterstützt. Also das sind hier eigentlich die Themen, die im Zusammenhang mit Deutschland besprochen worden. Was da nun so im Inneren geschieht, spielte bisher nicht so eine große Rolle. Aber diese Demonstrationen werden natürlich bemerkt und die werden auch hier in den Medien reflektiert, dass es so was überhaupt in Deutschland wieder gibt.

Milena Preradovic: Sie haben vorhin die Einengung des Meinungsdiskurses schon erwähnt. Und ich habe in Ihrem Buch gelesen, Sie haben da auch ganz einschlägige Erfahrungen gemacht mit der Friedrich-Ebert-Stiftung.

Chaim Noll: Die Ebert-Stiftung war dann die erste, die mich ausgeladen hat wegen meiner Kritik an der deutschen Nahostpolitik und an der deutschen Außenpolitik insgesamt. Auch an der Geldverschwendung, die ich da sehe, nicht an diesem ständigen Fehlinvestitionen investieren in fragwürdige Regimes hier im Nahen Osten. Das kann ich ja hier aus der Erfahrung aus

Milena Preradovic: Mir machen, die meinen, sie meinen die Palästinenser im Gazastreifen

Chaim Noll: Zum Beispiel, dass dieses UN Hilfswerk u.a. das von Deutschland gesponsert wird, nachdem die Amerikaner rausgegangen sind, hat Deutschland das verdoppelt und sponsert es heute mit 145 Millionen Euro.

Milena Preradovic: Ist das da wo die Schweizer rausgegangen sind?

Chaim Noll: Ja wegen der Korruption. Das ist ein sehr korruptes und eben mit der Hamas eng verbundenes Netzwerk. Und die Schweiz ist rausgegangen an die Amerikaner. Also vernünftigere Länder haben sich da zurückgezogen. Auch andere europäische Länder geben nicht vergleichsweise so viel Geld wie Deutschland. Und Deutschland ist dann, wie wir das hier oft beobachten, gerade in so einem hoffnungslosen Fall. Ja, das war schon mit dem Saddam Husseins Regime so. Da sind Milliarden verschwunden durch. Das wurde dann den guten Beziehungen mit den Amerikanern zuliebe nicht mehr weiter thematisiert. 23 Milliarden, glaube ich, hat Deutschland mit einem Schlag verloren an Krediten und so weiter. Als Saddam Hussein gestürzt wurde, war auch damals der stärkste Unterstützer dieses Regimes. So sehr, dass sie, als sie statt als als Irak eingenommen wurde, die deutsche Botschaft geplündert wurde von der Bevölkerung. Das ist auch heute vergessen. Deutschland war mit dem Leben im Bewusstsein der Bevölkerung stark identifiziert, so wie heute mit dem iranischen. Also es besteht eine Tendenz der deutschen Außenpolitik, sich genau den falschen Leuten hier in der Region einzulassen.

Milena Preradovic: Eine Unterstützung, eine Unterstützung eines Saddam Husseins ist ja vielleicht auch aus geopolitischer Absicht heraus geschehen, um eine gewisse Ruhe in der Region zu halten. Ich meine, wir sehen jetzt, dass die Region immer noch brennt. Also sagen wir mal, der Sturz von Saddam Hussein hat den Menschen im Irak jetzt nicht unbedingt genutzt.

Chaim Noll: Ähm ja, das kann man sehr verschieden sehen, wie anders es ist zu einem Zerfall in verschiedene ethnische Gebiete gekommen, dieses Land war ja auch zusammengezimmert und zusammen geklammert aus im Grunde unvereinbaren ethnischen Gruppen, die sich nicht vertragen, wie das auch in Syrien ist und in vielen dieser letztlich auf dem Reißbrett entstandenen postkolonialen Konstrukte, die man eben heute Staat nennt und die bei, die dann entweder mit, mit, mit, mit der eisernen Faust zusammengehalten werden müssen oder wenn dann so ein Despot gestürzt wird, plötzlich auseinander fallen in verschiedene ethnische und Stammesstrukturen usw.. Das ist noch sehr die Frage, ob das schlecht ist. Das gibt natürlich eine gewisse Unruhe, aber auf Dauer könnte man das ohnehin nicht so zusammenhalten. Also auch dieser arabische Frühling war war unvermeidlich, weil man diese künstlich konstruierten Staaten nicht gegen den Willen der verschiedenen Bevölkerungsgruppen und islamischen Richtungen und so weiter, die da gegeneinander arbeiten, zusammenhalten kann. Wir haben im Irak Schiiten und Sunniten und Kurden, die sich nicht vertragen. Und da geht es um Öl Gebiete und da geht es um vieles. Also das hätte auch Deutschland mit Geld nicht zusammenhalten können. Ich glaube nicht, dass diese Geldzahlung der Grund waren, sondern es ist immer die törichte Illusion, man könnte dort gute Geschäfte machen. Ich habe selbst mit deutschen Wirtschaftsleuten und und und Professoren, die der Wirtschaft nahestehen, Diskussionen gehabt. Zum Beispiel in der Adenauer-Stiftung in Hamburg, wo damals der Professor Udo Steinbach, der immer dafür war, dass man also diese Regimes investiert, dazu geraten hat, unbedingt jetzt große Geldmengen in die Türkei und in Iran zu investieren. Und das war natürlich beides Fehlinvestitionen. Auch die Türkei ist ein zerfallende Wirtschaftsmacht inzwischen.

Milena Preradovic: Wenn man sich die türkische Lira anschaut, auf jeden Fall. Aber dann kommen wir aber noch mal auf Deutschland zurück, da haben wir ja auch eine Menge noch zu bereden. Der Kampf gegen Rechts, das ist eines der Hauptziele der Ampelkoalition und dafür werden Milliarden ausgegeben. Für wie sinnvoll halten Sie das?

Chaim Noll: Ich halte das für einen Vorwand für eine Konstruktion, um von wirklichen Problemen abzulenken. Diese Fixierung auf den Kampf gegen Rechts beruht auf der Unwahrheit, dass die tatsächliche Sicherheitsgefahren im heutigen Deutschland von vorwiegend von rechts ausgingen. Ich kann das vor allem aus der Sicht einer der bedrohtes Gruppen in Deutschland sagen, nämlich der Juden, wo man seit Jahren versucht, mit ganz üblen Tricks die Statistiken zu fälschen, indem beispielsweise das Bundeskriminalamt, wenn muslimische Demonstranten irgendwo in einer deutschen Stadt zur Ermordung von Juden aufrufen, dass unter rechtsradikal einstuft mit der Begründung, das wäre eine rechtsradikale Forderung. Nein, das ist eine islamistische Forderung, und das ist etwas ganz anderes. Und so kommt es dann. Dass das Bundeskriminalamt eine Statistik in seiner Statistik angibt, gibt, das fast 90 Prozent aller antisemitischen Straftaten in Deutschland von rechts verübt würden. Während die jüdischen Gemeinden selbst und jüdische Institutionen, die das untersuchen, auch deutsche Universitäten, die das untersucht haben, wie die Universität Bielefeld in einer Studie 2017, die viel beachtet war, zu dem Ergebnis kommen, dass selbstverständlich die Juden selbst eine vollkommen andere Wahrnehmung haben, nämlich dass die überwiegende Zahl der antisemitischen Straftaten von Muslimen verübt wird und dann eher noch von Linksradikalen und die Rechtsradikalen eine weniger große Rolle spielen. Die paar rechtsradikalen Übergriffe, die es gegeben hat und zum Teil auch sehr, sehr üble Vorfälle, Hanau und so weiter werden ständig repetiert und wie als gebetsmühlenartig erinnert auch in dieser Veranstaltung im Bundestag am 12.

Ersten wieder, während die muslimischen Straftaten vertuscht und verschwiegen werden. Das weiß inzwischen jedes Kind. Das ist ein ganz alberner Versuch, von einem wirklich bestehenden großen Problem abzulenken. Wenn ich nun dazu lege, die Aussagen, die in dieser Fragestunde getroffen wurden über die Arbeitskräfte Situation in Deutschland und die in meinen Augen teilweise törichten Hoffnungen, die offenbar SPD-Politiker mit Einwanderern aus dem Mittleren Osten verbinden, dass die die deutsche Arbeitskräfte Situation schlagartig verbessern könnten. Wenn ich das zusammen lege, dann wird mir klar, warum man dieses Milieu schont. Und dann sind es ja auch SPD-Wähler, die Muslime in Deutschland wählen, nicht die CDU und natürlich auch nicht die AfD. Die wählen überwiegend SPD und man schont da seine eigene Wählerschaft. Und das hat auch schon Angela Merkel gemacht, obwohl es ihre Partei nicht betraf, denn sie hatte ja durch ihre Einlass Politik diese Lage mit heraufbeschworen. Also wenn ich heute eine Verunsicherung der öffentlichen Sicherheit in Deutschland wahrnehme, dann geht die überwiegend von muslimischer Seite, dann auch sehr stark von linksradikaler und natürlich auch von rechtsradikaler Seite aus. Aber das jetzt zu abzuschieben auf eine der beteiligten Gruppen, die nicht mal die schlimmste ist und zu einem Kampf gegen Rechts aufzurufen, das ist einfach ein alberner Versuch, vor den wirklichen Problemen abzulenken.

Milena Preradovic: Und Sie sehen tatsächlich auch einen Antisemitismus von links oder wie wir es jetzt sagen, der neuen Linken?

Chaim Noll: Ja, selbstverständlich. Der hat immer bestanden. Also der Antisemitismus von links war immer sehr stark. Die ganze linke Bewegung, die Sozialdemokratie. Kautsky war ein Antisemit. Marx war, obwohl er noch jüdisch geboren war, auch ein Antisemit. Also die, die die deutsche Linke hat eine lange antisemitische Tradition und die neue Linke bemüht sich zwar nach außen den Eindruck zu erwecken, sie wäre Philosemitismus. Aber schon ihr überwiegend negatives Verhältnis zu Israel zeigt, dass das nicht stimmt. Man kann nicht Juden freundlich und Israel feindlich zugleich sein. Das ist eine, ein eine Fiktion. Das wird zwar

Milena Preradovic: Aber das ist, das finde ich ja ganz interessant. Ist jemand, der das, der die Politik Israels kritisiert, in Ihren Augen schon ein Antisemit?

Chaim Noll: Nein. Jemand, der die Kritik Israel, der die Politik Israels kritisiert, ist kein Antisemit. Zwangsläufig. Man muss genauer hinschauen, was im Einzelnen kritisiert wird. Und dann kommt man eben zu sehr, zu sehr zu sehr unterschiedlichen Bildern. Und dann sieht man, dass viele Kritik und. Die Existenz Israels zielt also, dass hier tatsächlich existenzielle Fragen angegriffen werden. Und wenn dieser Punkt erreicht ist, dass die Existenz Israels in Frage gestellt wird oder die moralische Legitimation. Ja, das wird gerne getan. Gegen den Zionismus wird gearbeitet. Also der Zionismus wird als kolonialistische Projekt verstanden, so dass sind dann meinen Augen nicht mehr Kritik an der israelischen Tagespolitik. Die kann man natürlich üben, die üben wir hier auch den ganzen Tag. Und das selbstverständlich ist ein, was Kritik an der Regierung betrifft, etwas extremes Land. Das ist hier selbstverständlich, dass man dauernd die Regierung und ihre Politik kritisiert. Aber die Existenz Israels und die dahinter stehenden Ideen zu kritisieren, das ist etwas anderes.

Milena Preradovic: Schauen wir noch mal auf den Antisemitismus in Deutschland. Ich habe ja gerade gesagt Also Milliarden werden jetzt aufgegeben, ausgegeben für den Kampf gegen Rechts, die Innenministerin. Für mich ist es fast schon eine eine rechtsradikalen Bekämpfung Ministerin, weil ich von ihr nichts anderes gehört habe, bisher als Kampf gegen Rechts. Und die Milliarden werden für Gruppen und für Initiativen und Projekte ausgegeben, zum Beispiel auch für Anetta Kahane von der Amadeu-Antonio-Stiftung. Und die ist ja gegen Passagen aus Ihrem Buch vor Gericht gezogen. Worum ging es da?

Chaim Noll: Ja, es ging darum, dass Anetta oder Netti, wie wir sie in unserer Jugend genannt haben, wir kennen uns ja aus Ostberlin sehr gut andere jüdische Intellektuelle in der DDR bei der Staatssicherheit denunziert hat und damit verantwortlich ist für die Verfolgungen und Schikanen und Restriktionen, die gegen diese Menschen, dann für den gegen diese Menschen vorgegangen wurde von Seiten des Staates. Sie war eine Zuträgern, eine als Spitzel, der das Wort Spitzel in kann ich ja jetzt mal erfinden. Richtig, es ist ja Gender Sprache, also Spitzel leben. Sie war ein Spitzel in der DDR-Staatssicherheit und da haben wir auch Spitze Lehnen und Spitzel, nicht nur nicht nur männliche Spitzel. Und Anetta hat eben mehrere Personen, die ich persönlich kenne, darunter auch Familienangehörige. Ich bin mit ihr sozusagen familiär verbunden durch. Ich will das jetzt nicht weiter ausführen, denunziert bei der Staatssicherheit und das ist in ihrer Staatssicherheit Akte schriftlich festgehalten. Und das habe ich dann in einem Artikel auf der Achse des Guten und in der Jüdischen Rundschau, einer zweiten jüdischen Zeitung in Berlin, neben der Jüdischen Allgemeinen, nämlich der unabhängigen Stimme, die Jüdische Rundschau als eine unabhängige, privat finanzierte Zeitung, die nicht vom vom Staat, vom Zentralrat der Juden in Deutschland finanziert wird.

Chaim Noll: Dort habe ich das veröffentlicht. Es gab sehr viel Echo, auch von jüdischer Seite und nett. Sie hat dann versucht, beim Berliner Landgericht mit einer einstweiligen Verfügung gegen die Achse des Guten und mich vorzugehen. Der Richter hat ausdrücklich die Richter im Landgericht Hamm ausdrücklich in ihrer Ablehnung dieses Antrages festgestellt, dass der bestehende Vorwurf der Denunziation jüdischer Mitbürger in der DDR aktenkundig ist und keine unzutreffende Behauptung. Mir ist dann letztlich die noch von Anette als Anwalt hinterher auf Drängen unseres Anwalts Steinhöfel, der ja sehr erfolgreich ist, in solchen Dingen schriftlich das Recht zugestanden worden, jederzeit diese Behauptungen zu wiederholen. Und Anetta und ihr Anwalt werden darauf verzichten in Zukunft. Sie haben also einen schriftlichen Verzicht erklärt, gegen mich weiter vorzugehen. Das heißt, ich kann das jetzt und werde das auch immer wieder daran erinnern, dass diese von der Bundesrepublik finanzierte Stiftung von einer Frau geleitet wird, die eine Spitzel Erfahrung über viele Jahre hat. Gut, dass sie bespitzelt hat, hat sie nicht bestritten. Sie hat es ja selbst bekannt, dass sie Informantin der Staatssicherheit war.

Milena Preradovic: Jetzt aber auch nicht besser. Also ich meine, wir müssen einfach mal konstatieren, dass eine Spitzel in der Stasi die Menschen denunziert und verraten hat. Und ich glaube, es gab auch einen Selbstmord im Nachgang dieser Denunziation, wie ich in Ihrem Buch gelesen habe, dass diese Stiftung von der Bundesregierung. Finanziert wird das ist schon irgendwie krass, finde ich. 

Chaim Noll: Also der Selbstmord war der einzige Punkt, wo das Berliner Landgericht festgestellt hat, dass da kein Zusammenhang nachweisbar ist. Und natürlich kann man da keinen Zusammenhang nachweisen.

Milena Preradovic: Aber es hat sich jemand umgebracht im Nachhinein.

Chaim Noll: Der Schauspieler Klaus Brasch und sein Bruder Thomas Brasch, der Schriftsteller, sind von Netti denunziert worden und bei der Staatssicherheit als Feinde der DDR. Sie hat also in sehr drastischen Formulierungen. Sie war auch nicht. Es gibt ja verschiedene Abstufungen, auch unter den Spitzeln. Da gab es Leute, die genötigt wurden, und da gab es Leute, die erpresst wurden. Da gab es Leute, die haben das ungern gemacht, damit sie irgendwie, weil sie sonst existenziell ruiniert worden wären, wie das heute auch wieder ist. Aber Netti hat es gern gemacht, und das sieht man auch an der Art, wie sie formuliert. Und das waren ausgesprochen vernichtende Formulierungen, für jeden klar ersichtlich, der die DDR kannte. Solche Formulierungen wie Feind unseres Staates und so. Das waren Straftatbestände. Und das hat dann natürlich dazu geführt, dass gegen den, dass er Klaus Brasch dann, da glaube ich, in der Volksbühne nicht mehr arbeiten konnte in einem Berliner Theater, also es gab dann nicht. Wahrscheinlich war sie nicht die einzige, die ihn denunziert hatte. Ich meine, das kann man nicht nachweisen, aber sie hat ihn denunziert und er wurde dann demontiert und infolgedessen hat er sich dann irgendwann ein Jahr später oder ich weiß nicht genau wann das Leben genommen. Das Berliner Landgericht hat festgestellt, man kann hier also keinen direkten Zusammenhang feststellen, aber es wurde ein Mensch demontiert, der eine kürzere Existenz zerstört, wie wir es ja auch heute wieder erleben, aufgrund abweichender Meinung. Und Netti war diejenige, die das denunziert hat und das wollen wir festhalten.

Milena Preradovic: Und die darf heute bei der Bundespressekonferenz sogar auftreten.

Chaim Noll: Ja, und wieder hat etwas als offizielle Stimme und sie bekommt sehr viel Geld vom Staat für die Arbeit, die sie jetzt macht, die eigentlich auch wieder in Denunziationen besteht, indem sie eben zum Beispiel eine unabhängige Plattform wie Achse des Guten verleumdet und behauptet, wir wären rechtsradikal oder so etwas. Also solche Dinge sind da auf Ihrem. Sie geben ja da auch so ein Block heraus, Bell Tower, da können Sie so was lese. Sie hat sich dann in letzter Zeit sehr zurückgehalten, das muss ich sagen. Sie fürchtet jetzt natürlich weiteren Ärger mit uns. Aber bevor ich das geschrieben habe Vorher hat ja schon Dirk Maxeiner sich überhaupt die Stasi-Akte von ihr schicken lassen. Damit hat das ja angefangen. Ich kannte ja ihre Akte nicht. Ich habe das auch so wahnsinnig interessiert. Aber Dirk hat dann eben irgendwann an die an diese Stasi Behörde da in Berlin an diese Stasi-Akten Verwaltung geschrieben, dass er die Akte von Anetta einsehen möchte als Journalist. Und die haben sie ihm auch tatsächlich geschickt. Und ja, für mich war es dann klar, als ich die Namen gelesen habe, dass sie ihre eigenen Verwandten in Westberlin und so weiter denunziert hat. Ich wusste, wer die Leute sind und ich habe dann das eben in meinen Texten dargestellt im Zusammenhang, wie ich ihn kenne. Und da wollte sie natürlich vorgehen.

Milena Preradovic: Ja, interessanter Charakter, wie es scheint. Ich habe ja Ihr Buch gelesen, mit großer Freude, muss ich sagen. Und ich hatte beim Lesen aber den Eindruck, sie waren zornig beim Schreiben. Ob das ein bisschen hin. Also ich habe, ich habe den Eindruck, dieses Buch klingt für mich zornig. Was geht beim Thema Deutschland emotional in Ihnen vor?

Chaim Noll: Äh, das sind ja Texte, die im Internet veröffentlicht wurden auf der Achse des Guten. Das ist kein extra geschriebenes Buch.

Milena Preradovic: Ja aber aber der Grundtenor für mich war er zornig, sagen Sie, wenn ich falsch liege.

Chaim Noll: Ja, solche Texte schreibe ich aus einer emotionalen Bewegung heraus. Natürlich, sonst würde ich das nicht machen.

Milena Preradovic: Vielen Dank für diese Rufe aus der Wüste. Höchst interessant, Ihre Einschätzung hier zu hören. Und alles Gute Ihnen auch dabei. Tja, Leute, ich mag ja Länder, in denen der Staat angenehm unauffällig ist und im Fernsehen gestritten wird, dass die Fetzen fliegen, wo jede Meinung gilt und diskutiert wird und die Medien kritisch die Politik und die Regierung hinterfragen. Ja, man darf ja noch mal träumen, oder? Ich wünsche euch eine gute Zeit. Bis bald. Tschüss.

Interview with Chaim Noll (english)

Milena Preradovic: We live in the best Germany there has ever been. Quote Federal President Steinmeier can be seen that way, but you don’t have to. I still remember a Germany that was admired by foreign countries because of its effectiveness of good roads, schools, discussion culture and almost boring, but still functioning politics. I no longer see this Germany. I see a country in which politics has become accustomed to patronizing, restricting and punishing the citizen. I see ailing infrastructures and media, and I see a country in which diversity of opinion and fundamental rights are no longer values without alternatives. What has happened to good old Germany? That’s what we’re talking about now at Punkt Preradovic. Hello Chaim Noll, let me introduce you briefly, you are a journalist and writer, were born in East Berlin as the son of the writer Dieter Noll. You studied art and art history in the GDR before refusing military service and traveling to West Berlin in 1983. In the early 1990s you moved with your family to Rome, and in 1995 finally to Israel, to the Negev desert. You are now an Israeli citizen and also taught at Beer Sheva University until 2018. You travel regularly to Germany for readings and lectures and also write for various publications there, such as Die Achse des Guten and the Jüdische Allgemeine. Their latest book is called The Caller from the Desert. How 16 Merkel years have battered Germany. An announcement from exile in Israel. So in this new book. In it you write, and I quote I can’t say, as many old people do, that everything was different in my youth. On the contrary, the old order is relentlessly back. And there you mean the GDR. What is back in the Germany of today?

Chaim Noll: Well, to put it crudely, in a word, the spirit of subservience. Submission to power and then, of course, if there is a willingness on the part of an obvious majority of the population to submit to such an extent, also the abuse of power by those in power, and that means that democracy in the Federal Republic is dying, that it exists de facto, that it exists according to the law and according to the word, but that it is no longer really exercised de facto.

Milena Preradovic: And what do you base that on?

Chaim Noll: I base it on how the intellectual atmosphere in the Federal Republic has changed in recent years. In contrast to the old Federal Republic, before Angela Merkel came to power, it has become risky to have one’s own opinion and to express it publicly, which was not the case in the old Federal Republic, which I still know. On the contrary, people were encouraged to express dissenting points of view. That was considered interesting. Now it’s difficult for us older people to come to terms with these new circumstances. One has obviously succeeded. One, two generations in the German high schools and universities on adaptation. Agreed I will still come from the time where opposition is, the famous extra-parliamentary opposition in the West, that was of course our Leit experience that one can change with protest and opposition things in the society in always existing abuse of power of the powerful, the always existing danger of abuse of power. That things can be changed through free expression of opinion, through protest and opposition. And that’s apparently what young people have been taught not to do in the meantime, because they don’t do that. I said no.

Milena Preradovic: It is quite astonishing that the extra-parliamentary opposition of our time, I would say in the old Federal Republic, came from the left. And today you can see that the left tends to show solidarity with the government. That really disturbs me, I have to say.

Chaim Noll: Whereby there is another left, they only call themselves left, I actually. I know that many old leftists have meanwhile arrived at Achse des Guten (Axis of Good), for example, and read that. There are very many among them who come from the student movement and who simply miss the critical attitude to society and to those in power. That no longer exists. These parties call themselves left-wing today, but they are all well-behaved and conformist. The only party that goes into opposition in the Bundestag is the right-wing AfD, while the Left Party and the others join in there. That there is a cartel of parties that have basically agreed on one line, that is no longer democracy

Milena Preradovic: That’s a topsy-turvy world. Even the opposition is now coming from the right. The leftists are joining in. Do left and right still have any meaning at all in the discourse?

Chaim Noll: No, that no longer has any meaning. These are pure empty words, which, since the two generations I’m speaking to have had about nothing drummed into them at German schools and universities, that right-wing is negative and left-wing rather positive, is used on the right as a killer vocabulary against any oppositional opinion. There you can carry forward basically what they want. If that is the this power group, which has now voted there, this a kind of National Front of quite different parties. If they don’t like that, then they are called right-wing or even extreme right-wing or how do you say right-wing populist then? There are a lot of

Milena Preradovic: And and and. So far-right, racist and anti-Semitic. That has become such a killer argument nowadays. But I wonder whether racism and anti-Semitism are not being trivialized by this.

Chaim Noll: One trivializes racism and anti-Semitism by using it as a cheap and cheap deathblow vocabulary in the discussion of completely different topics. In my case, of course, there is a certain shyness about calling myself an anti-Semite because I live in Israel. Otherwise, it would not be as if this had been brought up with me at some point long ago. Nobody dared to say racism until now either. What I am accused of is Islamophobia, because I have written critical texts about Islam as a religion and as a culture. Also in the book we are talking about Caller from the Desert. The title, by the way, is not mine, it’s from the Achgut people, who thought that so you have to emphasize that I’m writing this from a distance from another place. And also that I live here in the desert with Muslims and know them very well and also know their religion culture well and towards it, as by the way also many Muslims are critical, also from the text. I have dealt extensively also in the book before that is a literary history of the desert of course with the emergence of the Koran and the Koran as a text, so about I can say 25 years I deal with Islamists, with Koranic writings and have written a lot of critical about it. And that is actually a text-critical work, the work of a literary scholar. But this is then labeled in Germany with a cheap flat formula like Islamophobic.

Milena Preradovic: Yes, the new language. You also say, you write in your book, that the GDR is back in the form of language. Do you have any examples of how we can imagine that?

Chaim Noll: Well, I quoted that from the book. It’s about Corona Ordinances, which is a language. Do you want me to read a piece? You don’t need from that.

Milena Preradovic: But I remember Singing Forbidden.

Chaim Noll: From banned 50 euros. But also otherwise emergency measure, emergency measures, protection, regulation, so word monster become a word monster at all around militant compactness striving words that we know from the from the language of the GDR, also from. By the way, from the famous LTI, from the Lingua Terzani Imperii, from the language of the Nazi Reich. They are very similar. It all comes back again. That’s bad, that these are also patterns in the head. They call themselves left today. But it is actually the old totalitarian way of thinking and it shows itself in a drift into totalitarian language.

Milena Preradovic: Yes, and I don’t know. I’ve been living in Austria for over ten years now, and when I’m in Germany, which doesn’t happen that often, I notice decay in the cities. I remember that the cities were always reasonably clean in Germany, but I think that’s gone now. I also notice bad streets. What do you notice when you drive through Germany or when you visit your old home in Berlin?

Chaim Noll: Yes, also what you say, that this ideal, clean world of the old Federal Republic that we know, that amazed us enormously back then when we came from the East, that that, that is falling apart. You can really see a decay of the infrastructure. It’s not even the east. It’s mainly areas in western Germany. The Ruhr area is downright run-down

Milena Preradovic: That’s where I come from.

Chaim Noll: North Rhine-Westphalia is unbelievably run-down, and I’m sometimes amazed when I drive through there on my reading tours at how it’s falling apart and how little power and money is apparently still available. The money is then rather invested in questionable projects. But these obvious things are neglected. And that strikes you. And then I notice that people seem much more fearful and timid than they did 20, 25 years ago. That obviously in this subjugation spirit under power has gone far. It’s also less funny than it used to be. My feeling is that there is less laughter. There is a huge entertainment business, but the general mood has simply become worse and self-confidence has eroded greatly. That wasn’t always pleasant either, this German self-confidence. As someone who lives abroad, I often found it unpleasant. But that has largely disappeared. It has given way to a Kriesen consciousness. Basically, people are now aware that the country is moving in a crisis direction, and Angela Merkel still covered this up with a lot of pompous appearances and so on, and still played the strong Germany. But now? This new government has already made a much more restrained appearance. I recently saw the first parliamentary question time of the new chancellor in the Bundestag and it was striking how withdrawn he still seems compared to Angela Merkel. So there must obviously be serious problems. The Federal Audit Office, as far as I can understand. Such papers warns, yes, actually, of a before great financial difficulties coming to Germany.

Milena Preradovic: But you don’t get the impression that anyone really cares. So debts, it always just goes. I was watching the debates in the Bundestag and it’s always about Coruna, about measures. But I haven’t heard the word debt for a long time.

Chaim Noll: So allow me to confess, for me it was striking Angela Merkel still acted as if this questionable and also much criticized uncontrolled entry of hundreds of thousands of people from Islamic countries in the Middle East was an act of mercy and magnanimity. The new government admits that this is being done out of a certain need, namely the need for labor. I have put it that way from the beginning on the axis. There is certainly also a text in the book that deals with this that I wrote. Something crucial is being concealed here, namely that Germany, because of its catastrophic demography, which is, after all, an expression of this deteriorating mood. Yes, if the mood of a country is bad, then there are no longer enough children. So the demography of the of the bio-Germans, as they say, is declining very very badly. That would actually be a country with strong population loss. And they were hoping that these people from the Middle East could just be the ones who are going to be the assembly lines and so on in the car factories of tomorrow, that the math didn’t quite work out and we’ll see if that works. But that was suddenly what Scholz in his speech last week, I think on the twelfth first was this first appearance there these these questions, there where he answered the questions. He justified that suddenly so, no longer with the fact that we are so good big-hearted people and can not see the misery of these people. So that was a change in attitude, that a German problem was admitted here at all. And I have to tell you, if problems are admitted in Germany, then you have to be massive.

Milena Preradovic: So another problem that I personally see, he didn’t admit. He says he doesn’t see a social divide in Germany. Would you agree with him there as well?

Chaim Noll: Well, that will now depend on whether if he admits that, then the protests will have to increase even more. So far, they still think they can suppress it somehow. And they are also partly using police brutality against these demonstrators in a way that is reminiscent of the student unrest in 1968. So I am now as a young and young man with the 68er movement from, from the east, but we have of course constantly looked at us, also on television and so on in the media, which we there the about it, which were smuggled over. We did read magazines and things like that. So that reminds me a lot of that. And I said to my wife the other day, which was the tipping point in the student unrest, then the The death of Benno Ohnesorg. I don’t know if you still remember and if listeners of this who remember this thing now

Milena Preradovic: In fact

Chaim Noll: Even when there was the first death by police action. So there’s no tipping over. Until then, people also accepted that the West Berlin police were brutal against these first students. Whether this is from the right or the left is not the problem at all, but that an oppositional movement is to be suppressed by the state. And that’s what they’re trying to do now with the so-called lateral thinkers. This word alone, this pejorative for people who think differently, is obviously the whole misery.

Milena Preradovic: Yes, but the word used to have a positive connotation. If I remember, the so-called lateral thinkers gave themselves this name. That had a positive connotation

Chaim Noll: Then maybe being such a lateral thinker during my life, thank God. That’s why I got out of the GDR when I started thinking outside the box. If you can’t get along with lateral thinkers anymore, society is somewhere. It is the consensus of society at the end. Then I also have to say must in democracy.

Milena Preradovic: How do the Israelis actually see Germany today?

Chaim Noll: Yes, very different. Angela Merkel has done something very clever, she has made the return of German passports and citizenship to the descendants, still to the great-grandchildren of once expelled from Germany as Jews possible again, so that many thousands of young Israelis could get German passports, here in the embassy in Tel Aviv and then study in Germany and since in there, that in Germany at many universities there are no tuition fees, unlike here, where it is relatively expensive fun to study, then thousands of Israelis went to Germany. German cities and are then there partly also remained and work there today and have then also German girls married. A strong relationship to this country has been re-established by young Israelis, who have thrown the fears of their grandparents and so on to the wind and said, “You can live there normally. It’s actually a very interesting and beautiful country, very creative in Berlin and so on. That was the prevailing mood for a long time. Lately, of course, the problems are becoming more and more conscious and that is also being discussed more and more here, what problems the country has. The main problem we have with Germany is that the country as a whole has a rather anti-Israeli international policy in its voting behavior in the UN and that German foreign policy supports our mortal enemies, such as the Mullah regime in Iran. So these are actually the issues that have been discussed here in connection with Germany. What is happening inside Germany has not played such a big role so far. But of course these demonstrations are noticed and they are also reflected in the media here, that there is something like that in Germany again.

Milena Preradovic: Um, you mentioned earlier the narrowing of the discourse of opinion. And I read in your book that you also had very relevant experiences with the Friedrich Ebert Foundation.

Chaim Noll: The Ebert Foundation was the first to disinvite me because of my criticism of German Middle East policy and German foreign policy in general. Also because of the waste of money that I see there, not because of this constant misinvestment in questionable regimes here in the Middle East. I can tell you that here from the experience of

Milena Preradovic: To me, they think they mean the Palestinians in the Gaza Strip.

Chaim Noll: For example, that this UN relief organization un Art among others that is sponsored by Germany. After the Americans went out, Germany doubled that and sponsors it today with 145 million.

Milena Preradovic: Euro the Swiss where the Swiss went out, because they have

Chaim Noll: Then because of the corruption. That is a very corrupt network and just closely connected to Hamas. And Switzerland has gone out to the Americans. So more sensible countries have pulled out of that. Other European countries are also not giving comparatively as much money as Germany. And Germany is then, as we often observe here, just in such a hopeless case. Yes, that was already the case with Saddam Hussein’s regime. Billions of dollars disappeared. For the sake of good relations with the Americans, this was not discussed any further. I think Germany lost 23 billion in loans and so on in one fell swoop. When Saddam Hussein was overthrown, Germany was also the strongest supporter of this regime at that time. So much so that when it was taken instead of when Iraq was taken, the German embassy was looted by the population. This is also forgotten today. Germany was strongly identified with it in the minds of the population, as it is today with Iran. So there is a tendency of German foreign policy to get involved with exactly the wrong people here in the region.

Milena Preradovic: A support, a support of a Saddam Hussein has happened perhaps also out of geopolitical intention to keep a certain calm in the region. I mean, we see now that the region is still burning. So let’s say the overthrow of Saddam Hussein has not necessarily benefited the people of Iraq now.

Chaim Noll: Um yes, you can see that very differently, how different it has come to a disintegration into different ethnic areas, this country was after all also cobbled together and clung together from basically incompatible ethnic groups that don’t get along, This is also the case in Syria and in many of these post-colonial constructs that were ultimately created on the drawing board, which today are called states and which then either have to be held together with an iron fist or, when a despot is overthrown, suddenly fall apart into different ethnic and tribal structures, and so on. . That is still very much the question of whether that is bad. Of course, there is a certain amount of unrest, but in the long run, it would not be possible to hold things together like that anyway. So this Arab Spring was also inevitable because you can’t hold these artificially constructed states together against the will of the different population groups and Islamic directions and so on that are working against each other there. We have Shiites and Sunnis and Kurds in Iraq who can’t get along. And there are oil areas at stake, and there are a lot of things at stake. So even Germany could not have held that together with money. I don’t believe that these money payments were the reason, but it is always the foolish illusion that one could do good business there. I myself have had discussions with German business people and and professors who are close to business. For example, at the Adenauer Foundation in Hamburg, Professor Udo Steinbach, who was always in favor of investing in these regimes, advised investing large amounts of money in Turkey and Iran. And that was, of course, both bad investments. Turkey is also a disintegrating economic power. In the meantime, and here

Milena Preradovic: Looking at the Turkish lira, definitely. But then we come back to Germany, we have a lot to talk about. The fight against the right is one of the main goals of the traffic light coalition and billions are being spent on it. How sensible do you think that is?

Chaim Noll: I think that’s a. Um, for a pretext for a construction to distract from real problems. This fixation on the fight against the right is based on the untruth that the real security threats in today’s Germany come predominantly from the right. I can say this from the point of view of one of the most threatened groups in Germany, namely the Jews, where for years attempts have been made to falsify the statistics with very nasty tricks, for example, by the Federal Criminal Police Office, when Muslim demonstrators call for the murder of Jews somewhere in a German city, classifying this as right-wing extremist on the grounds that this would be a right-wing extremist demand. No, that is an Islamist demand, and that is something completely different. And that’s how it comes about. That the Federal Criminal Police Office gives a statistic in its statistics, gives that almost 90 percent of all anti-Semitic crimes in Germany would be committed by the right. While the Jewish communities themselves and Jewish institutions that investigate this, also German universities that have investigated this, such as the University of Bielefeld in a study in 2017, which was much noticed, come to the conclusion that of course the Jews themselves have a completely different perception, namely that the overwhelming number of anti-Semitic crimes are committed by Muslims and then rather by left-wing radicals and the right-wing radicals play a less important role. The few right-wing radical assaults that have occurred and some of them very, very bad incidents, Hanau and so on are constantly repeated and as if as a prayer mill reminded also in this event in the Bundestag on 12 December.

Chaim Noll: First again, while the Muslim crimes are covered up and concealed. Every child knows that by now. That is a quite silly attempt to divert from a really existing large problem. If I now add to this the statements that were made in this Question Time about the labor situation in Germany and the, in my eyes, partly foolish hopes that apparently SPD politicians associate with immigrants from the Middle East, that they could suddenly improve the German labor situation. When I put this together, it becomes clear to me why this milieu is being spared. And then it is SPD voters who vote for Muslims in Germany, not the CDU and of course not the AfD. Most of them vote for the SPD, and the SPD is sparing its own voters. And Angela Merkel already did that, even though it didn’t affect her party, because she had helped to create this situation with her admission policy. So if I perceive an insecurity of public security in Germany today, then it comes predominantly from the Muslim side, then also very strongly from the radical left and of course also from the radical right. But to blame this on one of the groups involved, which is not even the worst, and to call for a fight against the right, that is simply a silly attempt to divert attention from the real problems.

Milena Preradovic: And you actually also see an anti-Semitism from the left, or as we say it now, the new left?

Chaim Noll: Yes, of course. It has always existed. So anti-Semitism from the left has always been very strong. The whole left-wing movement, social democracy. Kautsky was an anti-Semite. Marx, although he was still born Jewish, was also an anti-Semite. So the, the German left has a long anti-Semitic tradition, and the new left does try to give the impression to the outside world that it is philosemitic. But already their predominantly negative relationship to Israel shows that this is not true. One cannot be friendly to Jews and hostile to Israel at the same time. That is a fiction. It is true that

Milena Preradovic: But that’s, that’s what I find quite interesting. Is someone who criticizes the, who criticizes Israel’s policy already an anti-Semite in your eyes?

Chaim Noll: No. Someone who criticizes Israel, who criticizes Israel’s policies, is not an anti-Semite. Inevitably. You have to look more closely at what is being criticized in detail. And then you just come to very, very different images. And then you see that many criticize and. So the existence of Israel aims, that existential questions are actually attacked here. And when this point is reached that the existence of Israel is questioned or the moral legitimacy. Yes, that is what is being done willingly. Zionism is being worked against. So Zionism is understood as a colonialist project, so that are then my eyes no longer criticism of Israeli daily politics. Of course, one can practice it, we practice it here all day long. And that, of course, is a somewhat extreme country as far as criticism of the government is concerned. It goes without saying that people criticize the government and its policies all the time. But to criticize the existence of Israel and the ideas behind it, that’s something else.

Milena Preradovic: Let’s look again at anti-Semitism in Germany. I have just said So billions are now given up, spent on the fight against the right, the Interior Minister. For me, it’s almost a right-wing fight Minister, because I have heard nothing else from her, so far as a fight against the right. And the billions are spent for groups and for initiatives and projects, for example also for Anetta Kahane of the Amadeu Antonio Foundation. And she went to court against passages from your book. What was that about?

Chaim Noll: Yes, it was about the fact that Anetta or Netti, as we called her in our youth, we know each other very well from East Berlin, denounced other Jewish intellectuals in the GDR to the state security and is thus responsible for the persecution and harassment and restrictions that were imposed on these people, then for the action taken against these people by the state. She was a Zuträgern, one as an informer, the word informer in I can invent now times. Right, it is yes gender language, so informer live. She was an informer in the GDR State Security and there we also have tip leans and informers, not only not only male informers. And Anetta has several people I know personally, including family members. I have a family connection with her, so to speak. I don’t want to elaborate on that now, denounced to the state security and that is recorded in writing in her state security file. And I then published this in an article on the Achse des Guten and in the Jüdische Rundschau, a second Jewish newspaper in Berlin, in addition to the Jüdische Allgemeine, namely the independent voice, the Jüdische Rundschau as an independent, privately financed newspaper, which is not financed by the state, by the Central Council of Jews in Germany.

Chaim Noll: That’s where I published it. There was a lot of echo, also from the Jewish side and nice. She then tried to take action against the Axis of Good and me at the Berlin Regional Court with an injunction. The judge in the regional court in Hamm explicitly stated in their rejection of this application that the existing accusation of denunciation of Jewish fellow citizens in the GDR is on record and not an inaccurate allegation. In the end, Anette’s lawyer, at the insistence of our lawyer Steinhöfel, who is very successful in such matters, granted me the right in writing to repeat these allegations at any time. And Anetta and her lawyer will waive that in the future. So they have given a written waiver to take further action against me. That means that I can now, and will continue to, remind them that this foundation, which is financed by the Federal Republic, is headed by a woman who has had spying experience for many years. Well, she did not deny that she spied. She herself confessed that she was an informant of the State Security

Milena Preradovic: But not better now. So I mean, we just have to state that an informer in the Stasi denounced and betrayed people. And I think there was also a suicide in the aftermath of this denunciation, as I read in your book that these

Chaim Noll: Yes with your

Milena Preradovic: Foundation from the federal government. Is financed that is already somehow

Chaim Noll: Crass, I think. So the suicide was the only point where the Berlin Regional Court found that there was no demonstrable connection. And of course you can’t prove a connection

Milena Preradovic: To prove it, but someone killed himself.

Chaim Noll: In retrospect. The actor Klaus Brasch, actor Klaus Brasch and his brother Thomas Brasch, the writer, have been denounced by Netti and at the State Security as enemies of the GDR. So she has in very drastic formulations. Nor was she. There were different gradations, even among the informers. There were people who were coerced, and there were people who were blackmailed. There were people who did it unwillingly, so that they could somehow, because otherwise they would have been ruined existentially, as it is again today. But Netti liked to do it, and you can see that in the way she formulated it. And these were downright scathing formulations, clearly evident to anyone who knew the GDR. Such formulations as enemy of our state and so on. These were criminal offenses. And that of course then led to the fact that against the, that he Klaus Brasch then, there I think, in the Volksbühne could no longer work in a Berlin theater, so there was then not. Probably she was not the only one who had denounced him. I mean, you can’t prove that, but she denounced him and he was then dismantled and as a result he then took his own life sometime a year later or I don’t know exactly when. The Berlin Regional Court found, so you can’t establish a direct connection here, but a person was dismantled who destroyed a shorter existence, as we are experiencing again today, because of dissenting opinion. And Netti was the one who denounced that and we want to record that. And I have

Milena Preradovic: Today at the Federal Press Conference even perform.

Chaim Noll: Yes, and again has something as an official voice and she gets a lot of money from the state for the work she is doing now, which is actually also again in denunciations, by just for example slandering an independent platform like Achse des Guten and claiming that we are right-wing extremists or something. So such things are there on your. You also publish such a block, Bell Tower, where you can read such things. She has kept a very low profile lately, I must say. Of course, she is now afraid of further trouble with us. But before I wrote this, Dirk Maxeiner had already asked her to send him the Stasi file. That’s how it started. I didn’t know her file. I was also so interested in it. But at some point, Dirk wrote to the Stasi authority in Berlin, to the Stasi files administration, that he would like to see Anetta’s file as a journalist. And they actually sent it to him. And yes, for me it was then clear when I read the names that she had denounced her own relatives in West Berlin and so on. I knew who the people were and then I just presented that in my texts in the context as I knew it. And that’s where she wanted to go, of course.

Milena Preradovic: Yes, interesting character, it seems. I read your book, with great pleasure, I must say. And I had the impression while reading, however, that you were angry while writing. Whether that’s a little bit. So I have, I have the impression, this book sounds angry to me. What goes on emotionally in you when you talk about Germany?

Chaim Noll: Uh, these are texts that were published on the Internet on the Axis of Good. This is not a specially written book, but the

Milena Preradovic: Then but the basic tenor for me was he angry, say if I’m wrong.

Chaim Noll: Yes, I write such texts out of an emotional movement. Of course, otherwise I wouldn’t do it.

Milena Preradovic: Thank you very much for these shouts from the desert. Most interesting to hear your assessment here. And all the best to you in this as well. Well, folks, I like countries where the state is pleasantly inconspicuous and where people argue on TV until the sparks fly, where every opinion is valid and discussed, and where the media critically scrutinize politics and the government. Yes, one can still dream, can’t one? I wish you a good time.

Chaim Noll: See you soon. Bye.

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