„Covidiot“. „Verschwörungstheoretiker“. „Coronaleugner“. „Aluhut“. „Rechtsextremer“.

13. Okt 20204 Kommentare

Wer sich öffentlich oder im Freundeskreis als Kritiker der „neuen Normalität“ outet, kennt diese Beschimpfungen. Die meisten schweigen dann und ducken sich weg. Verständlich. Denn wer das nicht tut, dem drohen Ausgrenzung, Häme, Verlust von Freunden und manchen sogar die Arbeitslosigkeit, wie dem Profi-Basketballer Joshiko Saibou nach seiner Teilnahme an einer Berliner Corona-Demo. Er sei ein „permanentes Infektionsrisiko“ war die Begründung für seinen Rauswurf beim Bonner Verein.

Das Framing hat gewirkt. Politik und klassische Medien haben die Diffamierung hoffähig gemacht. Wenn die SPD-Vorsitzende zig Tausende Menschen unisono als Covidioten bezeichnet, dann ist das State of the Art, dann darf das jeder.

Wenn eine sogenannte seriöse Zeitung wie die Süddeutsche Prof. Stefan Homburg, der schon alle politischen Parteien und auch Kanzler beraten hat, „Prof. Dr. Verschwörung“ nennt, dann plappern das alle nach, vor allem Journalisten.

Und das ist ein ernstes Problem – womöglich die größte Bedrohung unserer Freiheit. Denn die Presse, die vierte Gewalt hat sich entschlossen, zu kuschen. Und zu kuscheln – mit Merkel, Söder, Lauterbach. Kritiker der strikten Maßnahmen und Freiheitseinschränkungen kommen nicht zu Wort. Schlimmer – sie werden allesamt diskreditiert. Wissenschaftler mit höchsten Auszeichnungen und untadeliger Karriere werden von irgendwelchen Redakteuren in irgendwelchen Faktenchecks runtergemacht, der Lüge bezichtigt und/oder in die rechte Ecke gestellt. Und fast alle Zeitungen drucken das copy/paste ab. Ohne weitere Recherche. Videos mit diesen Experten werden von YouTube und Facebook gelöscht. Nur by the way: Als Wirtschaftsminister Altmaier im Frühjahr sagte: Durch Corona wird es keinen Arbeitslosen mehr geben, da war nix zu hören von den Correctivlingen und Faktenfindern.

Meine persönliche Erfahrung mit den alten Kollegen ist ebenfalls befremdlich. „Früher warst du eine gute Journalistin“ ist so ein Klassiker. Heute bin ich also keine mehr, weil ich hochrangigen Kritikern der Corona-Maßnahmen eine Möglichkeit gebe, ihre Meinung zu äußern. Alles Kapazitäten mit jeder Menge Erfahrung im Portfolio. Ist aber wurscht. Sie sind in dem Moment unseriös geworden, in dem sie die Linie der Regierung in Frage stellten. Übrigens ein verbrieftes Grundrecht.

Dr. Wolfgang Wodarg hatte mir vor unserem Gespräch am Freitag, den 13. März gesagt: Sie sind aber mutig. Ich hab das damals nicht verstanden. Ich lebe seit 10 Jahren in Österreich, bin also lange weg aus der deutschen Medienszene. Dieses viral gegangene Interview – quasi der Aufbruch der Corona-Opposition – hat mein Weltbild für immer verändert. Nicht wegen des Inhalts, sondern wegen der Reaktionen. Ein hastiger Correctiv-Faktencheck, der dann in fast allen deutschen Zeitungen und Magazinen abgedruckt wurde. Kronzeuge für den Artikel war Prof. Drosten, also der Mann, den Wodarg in unserem Gespräch harsch kritisiert hatte. Wodarg war Verschwörungs-Thema in Talkshows, in Politsendungen, sein Nachfolger als Gesundheitsexperte der SPD, Lauterbach forderte per Twitter sogar ein Verbot des Videos. Das muss man wirklich mal sacken lassen.

Immerhin hatte Wodarg 2009 im Europarat den Untersuchungsausschuss zur Schweinegrippe durchgesetzt und die Panikmache von WHO und Wissenschaftlern wie Drosten bloßgestellt. Also ganz klar kein wirrer Nobody, aber sicher ein unbequemer Mahner.

Als sich dann noch die ZDF-Kabarett-Sendung „Die Anstalt“ über Wodarg hermachte – und ihn nicht fachlich, sondern rein persönlich extrem herabsetzte und ins Lächerliche zog – da war dann auch mir klar: Die kritische, alles hinterfragende, Politiker sezierende Presse, die sich alle Meinungen anhört, um das komplette Bild zu bekommen – die gibt es nicht mehr in Deutschland. Im Gegenteil: Mir haben Journalisten über meine Videos gesagt: so etwas schau ich mir nicht an. Aha.

Neben den fast schon religiös Überzeugten gibt es natürlich auch unter Journalisten kritische Denker. Ein Freund von den Öffentlich-Rechtlichen traute sich nur per SMS, mir zu meinem Format zu gratulieren. „Die Situation bei uns ist unerträglich. Sobald du irgendwas hinterfragst, wirst du ausgegrenzt.“

Aber warum das alles? Warum kein echter Journalismus. Warum keine Talkrunden mit Drosten und Wodarg? Mit Streeck und Bhakdi? Mit Kekulé und Hockertz? Wovor haben Politik und Medien da Angst? Vor Argumenten? Und was heißt das dann? Dass Sie wissen, dass diese Argumente ihnen um die Ohren fliegen können?

Es ist ein alter Trick, Gegner zu diffamieren. Und wer mit den Schmuddelkindern spielt, kriegt dann auch Probleme. Es ist allerdings ein Trick totalitärer Regierungen und ihrer willfährigen Medien. Driftet die Demokratie Deutschland ab? Ich hoffe nicht.

Es ist unbequem, aber wir sind alle gefragt. Wir sollten uns informieren, alle Seiten betrachten und versuchen, die mündigen Bürger zu sein, die die Demokratie braucht. Und nicht die gehorsamen, die den lautesten Panikmachern auch noch die Tür ins Kanzleramt aufhalten.

 
Und hier noch kurz in eigener Sache.

Bislang habe ich meine Videos und journalistische Arbeit selbst finanziert.

Aber das ist natürlich endlich.

In diesen Zeiten braucht unabhängiger und kritischer Journalismus Unterstützung. Und ich würde mich freuen, wenn Ihr mir dabei helfen könntet, in PUNKT.PRERADOVIC weiterhin spannende und informative Gäste vor Kamera und Mikro zu bekommen.

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4 Kommentare

  1. D-K

    Bzgl paypal.me ist hier der falsche Link hinterlegt. Man sieht zwar hier oben den Text “paypal.me/punktpreradovic”, wenn man aber drauf klickt, wird man zu https://www.paypal.com/paypalme/my/profile geführt und man kann nicht überweisen. Sollte korrigiert werden!!

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  2. Dagmar Holloh

    Vielen Dank, mein Moment der Erkenntnis, war das Gespräch mit Herr Dr. Hockertz. Ich unterstütze seit dem Alle, die sich dagegen auflehnen, und nicht ungekaut alles schlucken, was sie vorgesetzt bekommen.

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    • Milena Preradovic

      Super, vielen Dank 🙂

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  3. Benjamin Frick

    Einfach nur Danke!

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