„Alzheimer ist ein riesiger Schwindel“, sagt die Diplom-Biologin und Wissenschafts-Journalistin Cornelia Stolze. „Natürlich gibt es Demenz, aber Alzheimer ist von Pharma und Forschung als Verkaufsmasche aufgebaut worden.“
Die sogenannte Beweislage halte keiner Überprüfung stand. Die Autorin des Buchs „Vergiss Alzheimer“ berichtet über mangelhafte Diagnostik, leere Versprechungen und Angstmache, die auch Gesunde in die Pillen-Falle locken soll. Und mittendrin – mal wieder – Pfizer.
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Medikamente im Alter: https://www.gesundheitsforschung-bmftr.de/de/hilfreich-oder-schadlich-broschure-informiert-uber-medikamente-im-alter-16616.php
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Milena Preradovic
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Interview mit Cornelia Stolze (deutsch)
Milena Preradovic: Der 21. September ist Welt-Alzheimer-Tag. Und da werden wir wieder zugeballert mit Berichten und persönlichen Schicksalen rund um das Thema. Berichte, die Angst machen. Und diese Angst wird offiziell geschürt. Laut Alzheimer-Lobbyorganisationen sind weltweit bereits mehr als 50 Millionen Menschen von Demenz betroffen. Bis 2050 sollen es weit über 100 Millionen sein, die meisten davon mit Alzheimer. Aber ist das wirklich so? Die meistzitierte Studie, auf deren Grundlage Alzheimer-Medikamente entwickelt wurden, flog vor zwei Jahren als banaler Betrug auf. Mein Gast ist überzeugt: An der Diagnose Alzheimer ist nichts sicher – außer den Milliardengewinnen der Pharmaindustrie. Warum jetzt sogar Gesunde vorbeugend Pillen schlucken sollen, darüber sprechen wir jetzt bei Punkt Preradovic. Hallo Cornelia Stolze, schön, dass Sie da sind.
Cornelia Stolze: Hallo, ich freue mich.
Milena Preradovic: Ich stelle Sie kurz vor. Sie sind Diplom-Biologin und Wissenschaftsjournalistin. Seit Mitte der 90er-Jahre schreiben Sie als Autorin und Redakteurin über Medizin und Psychologie, aber auch über die Tricks, mit denen sich Forscher, Ärzte und Pharmafirmen in unserem Gesundheitssystem selbst bedienen. Sie haben unter anderem für die Zeit, den Stern, die Süddeutsche Zeitung, Geo, Spiegel Online und die Financial Times Deutschland gearbeitet. Nach Ihrem Studium waren Sie Pressereferentin am Max-Delbrück-Centrum in Berlin-Buch sowie am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried. Für verschiedene Forschungsinstitute haben Sie populärwissenschaftliche Broschüren und Websites realisiert, unter anderem zu den Themen Hirnforschung, Neurowissenschaften, Stammzellenforschung und Systembiologie. Seit mehr als 15 Jahren beschäftigen Sie sich intensiv mit dem Thema Alzheimer. Bereits 2011 haben Sie in Ihrem Buch „Vergiss Alzheimer – Die Wahrheit über eine Krankheit, die keine ist“ dargelegt, wie problematisch die Diagnose Alzheimer aus Ihrer Sicht ist und wie unter anderem Pfizer davon enorm profitiert. Sie schreiben darin: „Alzheimer ist keine Krankheit, sie ist ein Phantom. Ein gezielt geschaffenes Konstrukt, mit dem sich Ängste schüren, Forschungsmittel mobilisieren, Karrieren beschleunigen, Gesunde zu Kranken erklären und riesige Märkte für Medikamente schaffen lassen.“ Dahinter steckt ein fundamentaler Schwindel, sagen Sie. Das dürfte für viele Menschen überraschend sein. Kann man Alzheimer denn nicht eindeutig diagnostizieren?
Cornelia Stolze: Genau das ist das Problem. Man muss zunächst ganz klar zwischen Alzheimer und Demenz unterscheiden. Beides wird häufig in einen Topf geworfen, und dadurch entsteht viel Verwirrung. Natürlich gibt es Demenz. Damit bezeichnet man einen Zustand, bei dem das Gehirn so stark geschädigt ist, dass die Betroffenen viele geistige, sogenannte kognitive Leistungen nicht mehr erbringen können. Sie sind dadurch erheblich eingeschränkt. Für die Betroffenen selbst, aber auch für ihre Angehörigen kann das eine enorme Belastung sein. Diesen Zustand gibt es, und den habe ich nie infrage gestellt. Alzheimer hingegen ist ein definiertes Krankheitsbild, das angeblich die häufigste Ursache von Demenz sein soll. Das Problem ist allerdings, dass Theorie und Wirklichkeit nicht zusammenpassen. Es wird behauptet, dass sehr viele Menschen an Alzheimer leiden. Tatsächlich lässt sich die Erkrankung aber nicht zuverlässig diagnostizieren. Mehr noch: Die Theorie, dass bestimmte Proteinklumpen im Gehirn für die Entstehung von Alzheimer verantwortlich sind, stimmt nach meiner Auffassung überhaupt nicht mit den wissenschaftlichen Befunden überein. Dennoch wurde diese Theorie so intensiv vermarktet, dass sie von unzähligen Menschen verbreitet und immer wiederholt wurde. Auf ihrer Grundlage wurden schließlich diagnostische Tests und Medikamente entwickelt und auf den Markt gebracht.
Milena Preradovic: Ich habe mich ein bisschen eingelesen. Die Alzheimerforschung geht ja davon aus, dass sich im Gehirn von Alzheimerpatienten bestimmte Proteine krankhaft verändern. Im Inneren der Nervenzellen entstehen sogenannte Tau-Fibrillen, während sich Amyloid-Fibrillen als Plaques zwischen den Zellen ablagern. Wie lassen sich diese Eiweißablagerungen überhaupt nachweisen? Sie gelten ja im Grunde als typisch für Alzheimer.
Cornelia Stolze: Der sogenannte Goldstandard ist die Untersuchung von Gehirngewebe, und zwar bei Verstorbenen, versteht sich. Dabei werden kleine Gewebeproben entnommen, in hauchdünne Scheiben geschnitten und unter dem Mikroskop untersucht. So lässt sich bei manchen Menschen feststellen, ob solche Ablagerungen vorhanden sind. Mithilfe bestimmter biochemischer Verfahren kann man dann überprüfen, ob es sich um Amyloid oder Tau handelt. Das ist der einzige wirklich verlässliche Nachweis für das Vorhandensein dieser Proteinklumpen. Das eigentliche Problem und zugleich der Ausgangspunkt meiner These ist jedoch, dass viele Menschen solche Ablagerungen im Gehirn haben, ohne dement zu sein. Das weiß man beispielsweise aus der sogenannten Nonnenstudie, einer großen Untersuchung, deren Ergebnisse bereits in den 90er-Jahren veröffentlicht wurden. Sie zeigte, dass zahlreiche Menschen selbst im hohen Alter solche Proteinklumpen im Gehirn hatten, ohne dement oder anderweitig geistig beeinträchtigt zu sein. Umgekehrt gibt es viele Menschen, die an Demenz leiden, bei denen sich aber keine entsprechenden Proteinablagerungen im Gehirn finden lassen.
Milena Preradovic: Da sagen die Alzheimerforscher ja: Diese Menschen sind zwar dement, haben aber eben kein Alzheimer.
Cornelia Stolze: Genau. Demenz existiert natürlich, aber zunächst einmal beschreibt der Begriff einen Zustand. Und für diesen Zustand gibt es ganz unterschiedliche Ursachen. Dazu gehören beispielsweise mehrere schwere Schlaganfälle, deren Folgen sich summieren und schließlich zu erheblichen geistigen Beeinträchtigungen führen. Auch schwere Hirnverletzungen können eine Demenz auslösen. Ein Beispiel ist die sogenannte Boxer-Demenz. Sie betrifft Menschen, die über längere Zeit zahlreiche Schläge auf den Kopf bekommen und dabei massive Gehirnerschütterungen erlitten haben. Solche wiederholten Verletzungen können schließlich zu Demenzsymptomen führen. Hinzu kommen Hirnblutungen und zahlreiche weitere mögliche Ursachen. All das müsste sorgfältig abgeklärt werden. Interessant ist nämlich: Wenn man sich diese unterschiedlichen Fälle genauer anschaut, bleibt meiner Ansicht nach kaum noch Raum für eine Alzheimerdiagnose. Bei den meisten Fällen, die mir während meiner Recherchen oder bei Vorträgen begegnet sind, ließ sich eine andere schwerwiegende Erkrankung oder eine Hirnverletzung feststellen. Auch massiver Alkohol- oder Drogenkonsum kann auf Dauer bleibende Schäden verursachen. Demenz ist als dauerhafte, nicht umkehrbare Schädigung des Gehirns definiert. Daneben gibt es aber auch Zustände geistiger Verwirrtheit oder eingeschränkter Hirnleistung, die nur vorübergehend auftreten oder behandelbar sind. Leider wird auch das häufig alles in einen Topf geworfen. Für die Betroffenen kann das fatale Folgen haben, weil sie dadurch möglicherweise nicht die Hilfe bekommen, die sie tatsächlich brauchen und die ihnen wirklich helfen könnte.
Milena Preradovic: Aber wie kommen Ärzte dann überhaupt zu dieser Diagnose? An welchen Symptomen orientieren sie sich? Schließlich haben sie einen lebenden Menschen vor sich und keinen Verstorbenen, dessen Gehirn sie untersuchen können. Sie wissen also gar nicht, ob sich dort irgendwelche Plaques befinden. Wie gelangen sie dann zu dieser scheinbar sicheren Diagnose Alzheimer?
Cornelia Stolze: Ich habe bei meinen Recherchen häufig festgestellt, dass Ärzte gerade bei älteren Menschen sehr schnell die Diagnose Alzheimer stellen. Etwa wenn diese stark beeinträchtigt oder verwirrt sind, ihren Alltag nicht mehr bewältigen können, vergesslich werden oder sogar ihre Angehörigen nicht mehr erkennen. Oft wird die Diagnose einfach aufgeschrieben, ohne dass zuvor gründlich untersucht wurde. Hinzu kommt teilweise ein finanzieller Anreiz: Krankenhäuser und Ärzte können unter bestimmten Umständen mehr abrechnen, wenn ein Patient mehrere Diagnosen hat. Viele Ärzte unterscheiden außerdem nicht sauber zwischen Demenz und Alzheimer. Oder sie sagen: Das wird wohl Alzheimer sein, weil wir keine andere Ursache gefunden haben. Einen zuverlässigen diagnostischen Test gibt es aber nicht. Über lange Zeit wurden vor allem psychologische Tests eingesetzt. Wenn jemand dabei schlecht abschnitt und die Beschwerden bereits länger bestanden, wurde das als Hinweis auf Alzheimer gewertet. Ein direkter Nachweis war das jedoch nicht. Inzwischen gibt es zwei weitere Verfahren, mit denen nach meiner Auffassung der Eindruck erweckt wird, man könne Alzheimer sicher diagnostizieren. Eines davon ist die Untersuchung des Nervenwassers. Dabei wird mit einer sehr feinen Nadel etwas Flüssigkeit aus dem Rückenmarkskanal entnommen. Anschließend untersucht man, ob sich darin bestimmte Proteinbestandteile nachweisen lassen, beispielsweise Bruchstücke von Amyloid oder Tau. Das sind genau jene beiden Substanzen, von denen behauptet wird, dass sie im Gehirn diese charakteristischen Klumpen bilden. Werden solche Bestandteile gefunden, werten manche Mediziner das bereits als Nachweis für Alzheimer.
Milena Preradovic: Aber entschuldigen Sie: Wenn diese Proteine auch bei Menschen nachgewiesen wurden, die überhaupt nicht dement waren, dann fehlt dieser ganzen Theorie doch eigentlich die wissenschaftliche Grundlage?
Cornelia Stolze: Genau das ist es. Und das war auch der Punkt, den ich zu Beginn meiner Recherchen ehrlich gesagt kaum fassen konnte: dass trotz der massiven Widersprüche und Unstimmigkeiten in dieser ganzen Krankheitsbeschreibung ständig von Alzheimer gesprochen und diese Diagnose immer wieder gestellt wird. Tatsächlich ist das Ganze wie ein Kartenhaus, das in sich zusammenfällt, sobald man es genauer betrachtet.
Milena Preradovic: Also wenn der Arzt nicht mehr weiterweiß, dann ist es Alzheimer?
Cornelia Stolze: Ein bisschen ist es tatsächlich so. Ich habe auch in meinem weiteren Bekanntenkreis erlebt, dass Menschen diese Diagnose einfach in ihre Krankenakte geschrieben bekamen. Beispielsweise habe ich eine Frau persönlich kennengelernt, bei der Alzheimer diagnostiziert worden war. Tatsächlich litt sie aber unter schwerer Epilepsie und hatte erhebliche Probleme mit den Medikamenten, die sie dagegen bekam. Über mehrere Wochen war sie nicht mehr richtig klar im Kopf und verhielt sich auffällig. Daraufhin erhielt sie die Diagnose Alzheimer. Die Folgen waren dramatisch: Für sie wurde eine rechtliche Betreuung eingerichtet. Die Betreuerin löste ihre Wohnung auf und veräußerte ihr gesamtes Vermögen. Doch die Frau schaffte es, sich wieder zu erholen. Sie kam aus dieser Situation heraus, reduzierte ihre Medikamente und wurde geistig wieder völlig klar. Anschließend musste sie vor Gericht darum kämpfen, dass anerkannt wurde, dass sie überhaupt nicht dement war. Solche Fälle kommen immer wieder vor. Und natürlich haben nicht alle Betroffenen das Glück und die Kraft, sich aus dieser Schublade zu befreien, in die sie einmal gesteckt wurden.
Milena Preradovic: Wahnsinn. Da fragt man sich natürlich: Warum gibt es dann überhaupt diese besondere Form der Demenz, also Alzheimer? Warum wird das so propagiert? Was steckt dahinter? Man könnte doch einfach sagen: Wer dement ist, ist dement. Warum braucht es zusätzlich Alzheimer, wenn sich diese Krankheit Ihren Recherchen zufolge gar nicht eindeutig nachweisen lässt?
Cornelia Stolze: Das ist eine sehr gute Frage. Und man kann sie eigentlich ganz schlicht beantworten: Es geht um Geld. Ursprünglich ging es in den 70er- und 80er-Jahren vor allem darum, Forschungsgelder zu mobilisieren. Diese Entwicklung lässt sich bis in die USA zurückverfolgen. Bei meinen Recherchen bin ich darauf gestoßen, dass einige Hirnforscher damals ausgesprochen geschickt darin waren, finanzielle Mittel für ihre Forschung zu beschaffen. In den USA kamen diese Gelder teilweise von privaten Geldgebern, Stiftungen oder eben aus Steuermitteln. Die Forscher kamen im Grunde auf die Idee, dass es nicht ausreicht, einfach nur von Altersschwachsinn oder Senilität zu sprechen, wie man das früher nannte. Stattdessen brauchte man eine konkrete Krankheit, für die man versprechen konnte, irgendwann eine Heilung zu entwickeln. Und dafür bot sich Alzheimer an. Man hat dieses Krankheitsbild aufgegriffen und daraus eine große Geschichte gemacht. Ich formuliere das jetzt etwas salopp, aber im Prinzip wurde eine Krankheit mit enormem PR-Aufwand, viel Geld und großem Nachdruck hochgejubelt, um zunächst einmal Forschungsgelder zu bekommen. Natürlich erkannte auch die Pharmaindustrie sehr schnell, welches Marktpotenzial dahintersteckte. Selbst wenn es uns nicht gelingt, ein Medikament zu entwickeln, das tatsächlich hilft, ist allein die Hoffnung, die wir damit verkaufen können, Milliarden wert. Und tatsächlich wurden Alzheimer-Medikamente auf den Markt gebracht, die zum Teil bis heute verschrieben werden. Dabei ist meiner Ansicht nach längst klar, dass sie nichts bringen, sondern im Gegenteil sogar Nebenwirkungen verursachen und den Zustand der Betroffenen verschlechtern können. Unternehmen wie Pfizer, das damals Marktführer war, haben damit über viele Jahre Milliardeneinnahmen erzielt.
Milena Preradovic: Das heißt, diese Präparate können die Symptome, die man Alzheimer zuschreibt, zum Teil sogar noch verstärken?
Cornelia Stolze: Ja, die Nebenwirkungen können dazu führen, dass die Betroffenen unruhig werden, halluzinieren oder auffällige Verhaltensweisen entwickeln. Das ist dann eine Art selbsterfüllende Prophezeiung. Die Menschen bekommen die Diagnose Alzheimer, erhalten ein Medikament dagegen, und dessen Nebenwirkungen erzeugen möglicherweise genau jene Symptome, die als typisch für Alzheimer gelten. Viele landen schließlich tatsächlich im Pflegeheim und werden dort zusätzlich mit anderen Psychopharmaka ruhiggestellt. Vielleicht haben Sie selbst schon einmal erlebt, wie Menschen in Altenheimen teilweise völlig apathisch in ihren Stühlen sitzen, weil sie medikamentös so stark gedämpft werden. Statt das möglicherweise verantwortliche Medikament abzusetzen, werden dann noch zwei oder drei weitere Präparate verschrieben. Dieses Muster begegnet einem leider immer wieder.
Milena Preradovic: Und womöglich haben diese Menschen eigentlich ganz andere Erkrankungen, die man behandeln könnte. Dann müssten sie vielleicht überhaupt nicht in diesem Zustand vor sich hindämmern.
Cornelia Stolze: Ganz genau. Das Problem beginnt häufig damit, dass man nicht gründlich genug nach der eigentlichen Ursache gesucht und sie deshalb auch nicht behandelt hat. Stattdessen werden die Betroffenen möglicherweise falsch behandelt und bekommen zusätzliche Medikamente, die ihre Probleme noch verstärken. Das hängt auch mit der Struktur unseres Gesundheitssystems zusammen. Eigentlich müssten sich Ärzte viel mehr Zeit nehmen, um den Ursachen auf den Grund zu gehen. Welche Vorerkrankungen liegen vor? Hat der Patient beispielsweise Diabetes? Wie leben die Menschen zu Hause? Trinken sie vielleicht zu wenig? Ernähren sie sich unzureichend? Liegt möglicherweise ein Nährstoffmangel oder eine Schilddrüsenunterfunktion vor? Es gibt eine ganze Reihe von Ursachen, die dazu führen können, dass das Gehirn nicht mehr richtig funktioniert. Dazu gehören natürlich auch kleinere Schlaganfälle oder Hirnblutungen, die gerade bei älteren Menschen auftreten können. Solche Erkrankungen werden häufig nicht richtig erkannt oder behandelt. Und dann entsteht mitunter eine regelrechte Kettenreaktion. Am Anfang steht ein körperliches Problem. Die Betroffenen kommen ins Krankenhaus, wo die ungewohnte Umgebung sie zusätzlich verunsichert. Sie sind ohnehin schon geschwächt, und dadurch kann sich ihr Zustand weiter verschlechtern. Im Krankenhaus bekommen sie dann häufig noch zusätzliche Medikamente, die nach der Entlassung einfach weitergegeben werden.
Milena Preradovic: Ich habe bei Ihnen gelesen, dass es rund 50 weitere Erkrankungen gibt, die ähnliche Symptome hervorrufen können wie jene, die man Alzheimer zuschreibt. Also Verwirrtheit, Gedächtnisverlust, insbesondere den Verlust des Kurzzeitgedächtnisses, und ähnliche Beschwerden.
Cornelia Stolze: Ganz genau.
Milena Preradovic: Und auf diese Erkrankungen wird dann gar nicht mehr getestet?
Cornelia Stolze: Genau. Häufig wird gar nicht mehr gründlich untersucht, was eigentlich hinter den Beschwerden steckt. Man möchte möglichst schnell eine Diagnose stellen und den Patienten versorgen. Also wird ein Medikament gegen Demenz verschrieben, und damit ist der Fall zunächst erledigt. Die Angehörigen wissen sich oft selbst nicht zu helfen und sagen dann vielleicht: Es ist zwar schlimm, aber wenigstens haben wir jetzt eine sichere Diagnose. Dabei ist diese Diagnose möglicherweise weder sicher noch richtig. Aber wie soll man das als medizinischer Laie beurteilen können? Das ist ausgesprochen schwierig. Da muss man sich tatsächlich selbst informieren und schlau machen.
Milena Preradovic: Oder Ihr Buch lesen. Sehr interessant, muss ich sagen. Aber es geht ja inzwischen nicht mehr nur um Menschen, die bereits irgendwelche Symptome haben. Und das finde ich besonders erschreckend. Mittlerweile geht es auch um Menschen, die überhaupt keine Beschwerden haben, bei denen kein Krankheitsbild vorliegt und die vollkommen gesund sind. Der neueste heiße Scheiß in der Alzheimerforschung sind ja sogenannte Früherkennungstests. Was hat es damit auf sich?
Cornelia Stolze: Das ist eine ganz fatale Entwicklung, die auch von einigen führenden Medizinern scharf kritisiert wird. Die maßgeblichen Meinungsführer auf diesem Gebiet treiben sie allerdings massiv voran. Da gibt es beispielsweise eine medizinische Fachgesellschaft, die DGPPN, die sich sehr dafür einsetzt, möglichst frühzeitig auf Alzheimer zu testen. Flankiert wird das durch entsprechende Medienberichte. Erst kürzlich, im Juni, habe ich beispielsweise einen Artikel in der Zeit gelesen, bei dem ich dachte: Aha, interessant. Darin wurde indirekt dafür geworben, möglichst früh nach ersten Anzeichen einer beginnenden Alzheimererkrankung zu suchen. Dafür gibt es inzwischen neue Verfahren, insbesondere Bluttests. Die zugrunde liegende Theorie besagt, dass Alzheimer bereits 20 Jahre vor dem Auftreten der ersten Symptome beginnt. Deshalb sei es sinnvoll, die Krankheit möglichst früh zu erkennen, um rechtzeitig mit Medikamenten eingreifen zu können. Der entscheidende Haken ist allerdings, dass diese Tests aus meiner Sicht höchst fragwürdig sind. Darüber haben wir vorhin bereits gesprochen. Ob man nun im Nervenwasser oder im Blut nach Tau-Proteinen oder Amyloid sucht, die Aussagekraft dieser Befunde ist meiner Ansicht nach nicht ausreichend. Dadurch besteht die Gefahr zahlreicher Fehldiagnosen.
Milena Preradovic: Weil eben auch Menschen, die überhaupt nicht dement waren, solche Plaques und Eiweißbruchstücke im Gehirn hatten, wie man nach ihrem Tod bei der Obduktion festgestellt hat.
Cornelia Stolze: Genau. Man muss deshalb mit unglaublich vielen Fehlalarmen rechnen. Die Idee dahinter ist aus meiner Sicht für die Pharmaindustrie natürlich äußerst attraktiv: Man verfügt über einen Test, mit dem man Menschen schon sehr früh sagen kann, dass sie möglicherweise irgendwann Alzheimer bekommen werden. Das löst bei den Betroffenen enorme Ängste aus. Sie denken: Um Gottes willen, jetzt muss ich alles tun, um diese Krankheit zu verhindern. Und dann gibt es ja praktischerweise zwei neue Medikamente, die angeblich gezielt gegen die Amyloid-Plaques im Gehirn wirken und den Krankheitsverlauf verlangsamen sollen. Diese Medikamente sind allerdings höchst problematisch. Unabhängige Forscher, die keine Verbindungen zu den Herstellern haben, warnen ausdrücklich davor. Sie sagen, man solle die Finger davon lassen. Ihrer Ansicht nach müssten diese Mittel eigentlich vom Markt genommen werden, weil sie mehr Schaden anrichten als Nutzen bringen. Zu den möglichen Nebenwirkungen gehören beispielsweise Hirnödeme und Hirnblutungen, die in klinischen Studien teilweise sogar zu Todesfällen geführt haben. Und das alles für einen Nutzen, der aus meiner Sicht äußerst fragwürdig beziehungsweise überhaupt nicht vorhanden ist. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, kurz IQWiG, hat ebenfalls keinen Zusatznutzen festgestellt. Wenn aber kein Nutzen vorhanden ist, bleiben nur die möglichen Schäden. Trotzdem sind diese Präparate auf dem Markt und werden von führenden Medizinprofessoren massiv beworben. Ein Beispiel ist Frank Jessen, der schon seit vielen Jahren auf diesem Gebiet tätig und auch in der DGPPN aktiv ist. Er vertritt die Auffassung, dass man Alzheimer frühzeitig erkennen und entsprechend behandeln könne. Gleichzeitig erhält er selbst Honorare von den Herstellern genau dieser Medikamente.
Milena Preradovic: Und die Institutionen, also die Zulassungsbehörden, machen das alles mit?
Cornelia Stolze: Ja, das ist eine ganz schwierige Geschichte. In den USA beispielsweise, von wo diese Entwicklung maßgeblich ausgeht, gibt es die Arzneimittelbehörde FDA, die Food and Drug Administration. Dort lässt sich seit zehn bis fünfzehn Jahren beobachten, wie eng die Behörde mit den Arzneimittelherstellern verflochten ist. Ein Teil des FDA-Budgets stammt tatsächlich von den Pharmaunternehmen selbst. Gerade auf dem Gebiet Alzheimer ist enorm viel Lobbyismus zu beobachten. Vor einigen Jahren gab es deshalb schon einmal einen regelrechten Aufruhr. Damals wurde ein Vorläufer der heutigen Alzheimer-Medikamente von der FDA zugelassen, obwohl sämtliche Experten des zuständigen Beratungsgremiums dagegen votiert hatten. Das muss man sich einmal vorstellen: Die Behörde setzt eigens ein Expertengremium ein, das ein Medikament begutachten soll. Alle Experten sagen Nein, und trotzdem lässt die FDA das Präparat zunächst zu. Daraufhin gab es massive Proteste. Inzwischen hat der Hersteller Biogen das Medikament wieder vom Markt genommen.
Milena Preradovic: Und in Europa? Bei der EMA ist das ja auch nicht viel anders. Auch die ist doch von der Pharmaindustrie durchsetzt.
Cornelia Stolze: Genau. Darüber habe ich kürzlich auch einen Artikel im Magazin Cicero veröffentlicht. Man spricht dabei vom sogenannten Drehtüreffekt. Da wechseln teilweise Mitarbeiter aus Pharmaunternehmen zur EMA und bringen natürlich ihre Kontakte mit.
Milena Preradovic: Das war doch auch bei der Chefin der EMA während der Coronazeit so.
Cornelia Stolze: Genau, bei ihr auch.
Milena Preradovic: Sie kam direkt aus der Pharmaindustrie.
Cornelia Stolze: Richtig. Und umgekehrt kommt es vor, dass Mitarbeiter der EMA, die dort intensiv mit Pharmaunternehmen zu tun hatten, anschließend in die Pharmaindustrie wechseln. Ich kann das zwar nicht nachweisen, aber manches deutet darauf hin, dass solchen Mitarbeitern möglicherweise schon während ihrer Zeit bei der EMA signalisiert wird: Wenn du uns entgegenkommst, wartet später vielleicht ein lukrativer Posten bei uns auf dich. Zumindest liegt dieser Verdacht nahe. Das ist eine fatale Verquickung von Interessen. Leider verhält sich die EMA häufig ausgesprochen pharmahörig und lässt dann beispielsweise diese neuen Alzheimer-Medikamente zu. Eines heißt Lecanemab, das andere Donanemab. Diese Präparate werden zugelassen, obwohl ihr Nutzen aus meiner Sicht nicht nachweisbar ist und schwere Nebenwirkungen belegt sind. Hinzu kommt, dass Pharmaunternehmen in den vergangenen Jahren extrem geschickt darin geworden sind, klinische Studien so zu frisieren, dass die Ergebnisse möglichst positiv aussehen.
Milena Preradovic: Ich nehme an, nicht nur ich habe die ganze Zeit ein Déjà-vu, wenn ich Ihnen zuhöre. Das erinnert doch frappierend an das System Corona. Geht Ihnen das auch so?
Cornelia Stolze: Ich bin auf das Thema Alzheimer im Jahr 2007 eigentlich eher zufällig gestoßen. Ausgangspunkt war ein Interview mit einem Alzheimerforscher, der damals als aufstrebender Star an der Universität München galt. Wir kamen auf seine Forschung zu sprechen, und er erzählte mir, dass er Früherkennungstests für Alzheimer entwickelte. Dabei stellte ich fest, dass er sehr eng mit der Industrie verbunden war und diese Früherkennungstests aus meiner Sicht auf äußerst fragwürdigen Grundlagen beruhten. Denn wenn man einen diagnostischen Test entwickelt, muss man ja überprüfen, wie zuverlässig er tatsächlich das vorhersagt, was man nachweisen möchte. Eigentlich hätte man also bei den getesteten Menschen später, nach ihrem Tod, untersuchen müssen, ob sie tatsächlich jene vermeintlich charakteristischen Ablagerungen im Gehirn hatten. Doch er sagte mir: Nein, nein, das braucht man heute nicht mehr. Das war für mich der Auslöser, intensiver zu recherchieren. Ich dachte damals: Entweder habe ich eine entscheidende wissenschaftliche Entwicklung überhaupt nicht mitbekommen, oder hier findet ein Schwindel auf höchstem Niveau statt. Und Letzteres war meiner Überzeugung nach der Fall. Je tiefer ich recherchierte, desto mehr haarsträubende Fakten kamen ans Licht. Das war letztlich auch der Grund, warum ich mein Buch geschrieben habe. Dabei habe ich mich intensiv mit den Mechanismen beschäftigt, die hinter dieser Entwicklung stehen.
Cornelia Stolze: Als Corona begann, habe ich genau diese Mechanismen sofort wiedererkannt. Beispielsweise bei dem PCR-Test von Christian Drosten. Mir war klar: Wenn dieser Test massenhaft bei gesunden Menschen angewendet wird, kommt es zwangsläufig auch zu einer großen Zahl falsch positiver Ergebnisse. Das bedeutet, dass Menschen, die vollkommen gesund sind, als krank eingestuft werden, obwohl sie es nicht sind. Das ist ein statistisches Phänomen, das vielen Medizinern gar nicht bewusst ist. Wenn ich in einer sehr großen Gruppe gesunder Menschen einen Test anwende, kann dieser zwar vermeintlich zuverlässig sein, trotzdem entstehen massenhaft falsche Krankheitsdiagnosen. Und noch etwas fiel mir sofort auf: Pfizer spielte wieder eine maßgebliche Rolle. Das Unternehmen war über viele Jahre Marktführer im Alzheimerbereich und hatte die Forschung dort massiv vorangetrieben. Und plötzlich war Pfizer bei Corona gemeinsam mit BioNTech wieder mit im Boot. Ich glaube, die eigentliche Kernkompetenz von Pfizer besteht darin, perfektes Marketing zu betreiben, Studien so zu gestalten, dass ihre Ergebnisse möglichst positiv aussehen, und massiv Einfluss auf Politik und Zulassungsbehörden zu nehmen.
Milena Preradovic: Und womöglich ist das Unternehmen auch in der Lage, Probleme zu schaffen, die es anschließend selbst löst. Pfizer ist inzwischen auch mit Milliardenbeträgen, ich glaube, rund 40 Milliarden, in die Krebsforschung beziehungsweise in den Markt für Krebsmedikamente eingestiegen. Aber apropos: Gibt es eigentlich einen möglichen Zusammenhang zwischen der sogenannten Coronaimpfung und Demenz? Davon habe ich schon einmal gehört.
Cornelia Stolze: Ich habe teilweise gelesen, dass die Coronaimpfung beziehungsweise die Spritze sogar davor schützen soll, an Demenz zu erkranken. Das halte ich allerdings für erfunden. Oder meinen Sie jetzt die Coronaerkrankung?
Milena Preradovic: Nein, ich meine tatsächlich die Spritze. Sie hatten vorhin ja auch von kleinen Schlaganfällen und Blutungen im Gehirn gesprochen.
Cornelia Stolze: Ja, das kann ich mir durchaus vorstellen. Allerdings kenne ich keine Studien, die diesen möglichen Zusammenhang bisher untersucht haben. Insofern kann ich dazu nichts Belastbares sagen. Denkbar ist es durchaus. Denn wie ich vorhin schon erwähnt habe, können gerade kleinere, aber auch größere Schlaganfälle das Gehirn erheblich schädigen. Man muss sich das so vorstellen, dass dabei Gehirngewebe zerstört wird. Natürlich können sich Menschen nach einem Schlaganfall auch wieder erholen. Das hängt stark davon ab, welcher Bereich des Gehirns betroffen war und wie die anschließende Rehabilitation verlaufen ist. Ich habe das bei einer meiner Großmütter erlebt. Sie erlitt mit Mitte 70 einen schweren Schlaganfall, konnte kaum noch sprechen und sich praktisch nicht mehr bewegen. Zum Glück hat sie sich wieder erholt. Aber nicht jeder bekommt die notwendige Zuwendung und Unterstützung, um sich so gut regenerieren zu können. Entscheidend ist auch, welche Gehirnregionen verletzt wurden und wie groß die Schädigung war. Manche Menschen erholen sich deshalb besser als andere. Rein statistisch ist es so, dass ungefähr 40 Prozent der Schlaganfallpatienten irgendwann später auch eine Demenz entwickeln. Teilweise handelt es sich dabei um kleinere Schlaganfälle, die nicht durch die klassische Halbseitenlähmung auffallen, sondern nur durch leichte Beeinträchtigungen. Dann heißt es vielleicht: Der Oma ging es neulich nicht besonders gut, aber seit drei Wochen erholt sie sich langsam wieder. Wahrscheinlich war es irgendein Infekt oder etwas anderes. Tatsächlich könnte aber ein kleiner Schlaganfall dahintergesteckt haben. Und solche Ereignisse können sich im Laufe der Zeit häufen. Am Ende macht dann die Summe den Unterschied.
Milena Preradovic: Und im Zweifel haben diese Menschen dann alle Alzheimer. Die Propaganda und die Angstmache laufen jedenfalls auf Hochtouren. Am 21. September ist Welt-Alzheimer-Tag. Ich habe es in der Anmoderation schon erwähnt: Da werden wir wieder mit Berichten und persönlichen Schicksalen zugeballert. Das sind regelrechte Angstmachgeschichten. Und in Sachen Propaganda gibt es ja sogar einen Hollywoodfilm mit Julianne Moore zu diesem Thema, oder?
Cornelia Stolze: Ganz genau. Ich habe mir diesen Film damals auch angesehen. Ich glaube, das war zwei…
Milena Preradovic: Wie heißt der noch? „Still Alice“.
Cornelia Stolze: „Still Alice“, genau. Also „Immer noch Alice“, sozusagen. Das war die Botschaft. Und dieses „Still Alice“-Motto wurde später auch bei Tagungen und in der Öffentlichkeitsarbeit aufgegriffen. Es gab außerdem eine enge Verbindung zu einer Organisation, die das Alzheimer-Narrativ in den USA seit Jahrzehnten verbreitet: der Alzheimer’s Association. Diese Organisation war auch im Hintergrund an dem Film beteiligt. Ich fand den Film aus mehreren Gründen höchst problematisch. Zum einen ging es meiner Ansicht nach vor allem darum, Angst zu erzeugen. Nach dem Motto: Es kann jeden treffen, und zwar auch schon in jungen Jahren. Die Hauptfigur, gespielt von Julianne Moore, ist eine Wissenschaftlerin, die ungefähr mit 50 Jahren bei sich erste leichte kognitive Einschränkungen bemerkt. Im Film wird dann suggeriert, dass man dieses frühe Stadium einer vermeintlichen Alzheimererkrankung bereits feststellen und mithilfe bildgebender Verfahren nachweisen könne. Aber wie gesagt: Das kann man meiner Auffassung nach bis heute nicht. Mit bildgebenden Verfahren ist das nicht möglich. Und schon aufgrund des gesamten theoretischen Konstrukts stellt sich die Frage: Was will man denn überhaupt nachweisen? Diese Plaques sind ja nicht aussagekräftig.
Milena Preradovic: Richtig. Und wurde da nicht auch ein Medikament erwähnt?
Cornelia Stolze: Genau. Und spätestens da ist mir wirklich der Kragen geplatzt. Denn natürlich wurde in dem Film gesagt, dass diese Krankheit zwar schlimm sei und man sie noch nicht heilen könne, es aber immerhin ein Medikament gebe, das ihr Fortschreiten verlangsame. Genau das wurde übrigens auch immer wieder in Werbebroschüren von Pfizer behauptet. Dort wurde es so dargestellt, als könne das Medikament die Einweisung in ein Pflegeheim um bis zu zwei Jahre hinauszögern. Alles erfunden. Und in diesem Film wurde sogar der Name des Präparats genannt: Aricept. Das ist für mich ein eindeutiger Fall von Schleichwerbung. Der Wirkstoff heißt Donepezil, und Aricept stammt von Pfizer. Dieses Medikament war ein regelrechter Blockbuster, eine Goldgrube, die dem Unternehmen über viele Jahre, ja Jahrzehnte, Milliardeneinnahmen beschert hat. Und was, bitte schön, hat der Name eines Medikaments in einem Hollywoodfilm zu suchen, wenn nicht zu Werbezwecken? Auch auf anderen Ebenen lässt sich beobachten, dass Hollywood offenbar sehr eng mit der Pharmaindustrie und der Politik verflochten ist.
Milena Preradovic: Mit dem Militär und überhaupt mit allen, die Geld geben, würde ich sagen. Wir erinnern uns ja noch alle an den bekannten Fall von Gunter Sachs. Der Millionär hat sich vor Jahren aus Angst, an Alzheimer erkrankt zu sein, erschossen. Freunde haben mir damals erzählt, er sei geistig völlig fit gewesen, habe aber unter Depressionen gelitten. Wie hängt denn eine Depression mit der Diagnose Alzheimer zusammen? Das ist ja auch deshalb interessant, weil Depressionen ein sehr weit verbreitetes Krankheitsbild sind.
Cornelia Stolze: Ganz genau. Depressionen sind häufig auch mit Ängsten verbunden, die einen Menschen regelrecht lähmen können. Eine schwere Depression kann dazu führen, dass jemand nicht mehr in der Lage ist, klar zu denken oder sinnvoll zu handeln. Manchmal fällt es den Betroffenen sogar schwer zu sprechen. In besonders schweren Fällen kann eine Depression einen Menschen also regelrecht handlungsunfähig machen. Wenn man dann, wie es lange üblich war, psychologische Tests durchführt, entsteht möglicherweise zusätzlicher Stress. Der Betroffene denkt: Um Gottes willen, jetzt könnte sich herausstellen, dass ich tatsächlich dement bin. Und dann soll er sich beispielsweise fünf Wörter merken. Sofort kommt die Angst: Was waren das noch für Wörter? Unter solchen Umständen kann es sehr schnell passieren, dass jemand den Stempel Demenz aufgedrückt bekommt.
Milena Preradovic: Und häufig nehmen diese Menschen dann auch noch Antidepressiva.
Cornelia Stolze: Ganz genau. Und gerade Antidepressiva können wiederum Nebenwirkungen hervorrufen, die bestimmte geistige Fähigkeiten beeinträchtigen oder dämpfen. Sie können auch auffällige Verhaltensweisen wie Unruhe oder Aggressionen auslösen. Teilweise können Antidepressiva sogar dazu beitragen, dass ein Mensch einen Suizid begeht, indem sie entsprechende Impulse verstärken. Vor allem aber können sie Symptome hervorrufen, die den Eindruck erwecken, das Gehirn funktioniere nicht mehr richtig. Und das ist natürlich fatal. Wenn jemand dann zusätzlich noch die Diagnose Demenz erhält, verliert er möglicherweise jede Hoffnung.
Milena Preradovic: Und anschließend bekommt er womöglich noch Alzheimer-Medikamente, die diese Symptome zum Teil weiter verstärken. Das ist ja im Grunde ein regelrechter Teufelskreis, beinahe ein Todeskreislauf. Und das Problem betrifft nicht nur Alzheimer-Medikamente, sondern viele andere Präparate. Sie beschreiben in Ihrem Buch den Fall eines 65-jährigen Architekten, der beispielhaft zeigt, wie Medikamente einen Menschen überhaupt erst richtig krank machen können. Können Sie diesen Fall kurz schildern? Mich hat diese Geschichte sehr beeindruckt.
Cornelia Stolze: Ja, das war ein 65-jähriger Mann, der wegen Herzproblemen ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Dort verschlechterte sich sein Zustand immer weiter. Er bekam zusätzliche Medikamente, und man versuchte zwar, die Ursachen für seine Beschwerden herauszufinden, doch letztlich ging es mit ihm über Wochen und Monate immer weiter bergab, auch nach seiner Entlassung. Er und seine Frau suchten verschiedene Ärzte auf, aber niemand fand eine Erklärung. Irgendwann beschloss sein Hausarzt, sich den gesamten Fall noch einmal ganz genau anzusehen. Ich weiß nicht mehr, wie viele Medikamente der Mann damals einnahm, aber es waren ungefähr zehn. Darunter befanden sich zahlreiche Präparate, von denen bekannt ist, dass sie die Hirnfunktion beeinträchtigen und entsprechende Nebenwirkungen verursachen können. Der Hausarzt überlegte deshalb, welche Medikamente man absetzen könnte, ohne dadurch unmittelbar neue gesundheitliche Probleme auszulösen. Dabei muss man natürlich auch berücksichtigen, welche Präparate langsam ausgeschlichen werden müssen, damit keine Entzugserscheinungen auftreten. Denn auch das wird immer wieder geleugnet, beispielsweise bei Antidepressiva. Wenn man solche Medikamente plötzlich absetzt, können Entzugserscheinungen auftreten. Dasselbe gilt für Schlaf- und Beruhigungsmittel, die ebenfalls massenhaft verschrieben werden, obwohl viele Menschen gar nicht ahnen, welche fatalen Folgen sie haben können. Jedenfalls begann dieser Hausarzt, die Medikamente nach und nach zu reduzieren. Und der Patient, der inzwischen praktisch nur noch im Rollstuhl saß, erholte sich allmählich. Sein Zustand verbesserte sich immer weiter, bis er schließlich seinen Alltag wieder weitgehend selbstständig bewältigen konnte. Zuvor hatte seine Frau praktisch alles für ihn übernehmen müssen: ihn anziehen, zur Toilette begleiten, füttern und vieles mehr. Hätte sie sich nicht so intensiv um ihn gekümmert und hätte der Hausarzt nicht beschlossen, die Medikation kritisch zu überprüfen und schrittweise zu reduzieren, wäre dieser Mann vermutlich im Pflegeheim gelandet.
Milena Preradovic: Und wahrscheinlich auch bald gestorben. Ich möchte noch einmal auf die Alzheimerforschung zurückkommen. Da ist ja vor zwei Jahren, also 2024, ein großer Betrug aufgeflogen. Es ging, glaube ich, um eine der meistzitierten Studien auf diesem Gebiet, auf deren Grundlage sogar Alzheimer-Medikamente entwickelt wurden. Und dann stellte sich heraus, dass die Ergebnisse nichts als Fake waren.
Cornelia Stolze: Es war sogar nicht nur ein einzelner Fall. In den vergangenen Jahren sind gleich mehrere solcher Betrugsfälle aufgeflogen. Einer betraf einen französischen Forscher, der in den USA arbeitete. Ein anderer betraf einen ursprünglich aus Mexiko stammenden Wissenschaftler, der ebenfalls schon sehr lange in den USA tätig war und massenhaft Studien veröffentlicht hatte. In beiden Fällen stellte sich heraus, dass die angeblichen Forschungsergebnisse teilweise regelrecht fabriziert, also erfunden worden waren. Als Belege hatten die Forscher beispielsweise Bilder von Versuchsergebnissen oder Proteinanalysen verwendet, die mit den jeweiligen Studien überhaupt nichts zu tun hatten. Trotzdem waren sie mit dieser Schwindelei über lange Zeit durchgekommen. Solche Manipulationen sind übrigens gar nicht so selten. Sie fliegen nur äußerst selten auf. Auch in Berlin gab es Ende der 90er-Jahre einen riesigen Fälschungsskandal in der Forschung. Den habe ich damals ziemlich hautnah miterlebt, weil ich zu dieser Zeit am Max-Delbrück-Centrum gearbeitet habe. Dort flog auf, dass ein gefeierter Krebsforscher, der ständig von Gentherapie sprach und als großer Star galt, über Jahre hinweg reihenweise Forschungsergebnisse gefälscht hatte. Vermutlich hatte er die entsprechenden Methoden sogar schon von seinem Doktorvater übernommen. In dem aktuellen Fall, den Sie wahrscheinlich meinen, ging es um einen Forscher namens Eliezer Masliah. Bei ihm kam der Verdacht auf, weil ein anderer Wissenschaftler bemerkte, dass mit den veröffentlichten Ergebnissen etwas nicht stimmen konnte. Und genau das ist ein großes Problem: Die allerwenigsten Forscher trauen sich, solche Unregelmäßigkeiten öffentlich anzusprechen. Nach dem Motto: Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus. Wer solche Missstände aufdeckt und publik macht, riskiert mehr oder weniger seine eigene Karriere. Das war übrigens auch bei dem Whistleblower im Berliner Krebsforschungsskandal vor 20 oder 30 Jahren so. Seine Karriere war anschließend zunächst einmal ruiniert. Dahinter steckt ein Mechanismus, der dafür sorgt, dass möglichst niemand aus diesem System ausbricht. Wer es trotzdem tut, läuft Gefahr, selbst unterzugehen. Deshalb gibt es nur sehr wenige Menschen, die solche Machenschaften aufdecken und öffentlich machen.
Milena Preradovic: Auch bei Corona haben wir gesehen, wie dieses System funktioniert. In Ihrem Buch nehmen Sie ja wirklich kein Blatt vor den Mund. Sie haben die Alzheimerforschung und die Pharmaindustrie ordentlich auseinandergenommen, und zwar mit sehr guten Belegen, wie ich finde. Gab es deswegen eigentlich irgendwelche Klagen gegen Sie? Hat jemand versucht, juristisch gegen Sie oder Ihr Buch vorzugehen?
Cornelia Stolze: Als das Buch erschien, habe ich mich natürlich gefragt: Um Gottes willen, was wird jetzt wohl alles auf mich zukommen? Ich hatte mich allerdings vorher gründlich abgesichert. Ich habe das Manuskript gegenlesen lassen, um sicherzugehen, dass ich nichts übersehen oder falsch verstanden hatte. Außerdem habe ich mich über den Verlag juristisch beraten und absichern lassen. Daraufhin haben wir an einigen wenigen Stellen noch Formulierungen geändert, am eigentlichen Inhalt aber nichts. Manchmal kommt es juristisch eben auf die genaue Wortwahl an. Tatsächlich ist bis heute niemand rechtlich gegen das Buch vorgegangen. Ich habe vor einigen Jahren sogar einmal die Deutsche Gesellschaft für Neurologie kontaktiert, die sich ja ebenfalls regelmäßig zum Thema Alzheimer äußert. Ich wollte wissen, ob es aus ihrer Sicht etwas an meinem Buch auszusetzen gebe oder ob darin irgendwelche Aussagen enthalten seien, die sie für falsch hielten. Die Antwort lautete lediglich, dass man sich dazu nicht äußern werde.
Milena Preradovic: Aha, okay.
Cornelia Stolze: Ich habe also wirklich aktiv versucht, Kritik einzuholen und herauszufinden, welche Einwände man gegen meine Recherchen vorbringen könnte. Aber die Antwort blieb: Man äußert sich dazu nicht.
Milena Preradovic: Ich würde sagen, das spricht für den Wahrheitsgehalt Ihres Buches. Denn andernfalls hätten diese milliardenschweren Unternehmen doch längst ihre Rechtsanwälte auf Sie losgelassen. Zum Schluss würde ich aber gerne noch mit etwas Positivem aus dem Gespräch gehen. Niemand von uns weiß schließlich, wie es ihm im Alter ergehen wird, ob er möglicherweise dement wird oder irgendwelche Veränderungen im Gehirn auftreten. Aber was kann man vorbeugend tun? Ist beispielsweise Gehirntraining eine sinnvolle Maßnahme?
Cornelia Stolze: Ich glaube, man muss hier zwei Bereiche unterscheiden. Der eine ist die Frage, wie ich meinen Lebensstil gestalten kann, um das Risiko einer Demenzerkrankung möglichst gering zu halten. Der andere betrifft die Situation, wenn bereits der Verdacht besteht, dass etwas nicht stimmt. Wenn man beispielsweise merkt, dass man zunehmend vergesslich oder verwirrt wird, oder wenn sich der Partner, die Mutter, der Großvater oder ein anderer Angehöriger plötzlich merkwürdig verhält. Diese beiden Bereiche würde ich klar voneinander trennen. Zunächst also die Frage: Was kann ich selbst tun, um einer Demenz vorzubeugen? Im Grunde geht es um einen gesunden Lebensstil. Man kann sagen: Alles, was gut für das Herz ist, ist auch gut für das Gehirn. Dazu gehören eine gesunde Ernährung, kein übermäßiger Alkoholkonsum und möglichst wenige Medikamente. Natürlich gibt es Medikamente, die sinnvoll und notwendig sind. Wenn ich operiert werde, möchte ich selbstverständlich wirksame Schmerzmittel und eine funktionierende Narkose bekommen. Und wenn ich an schwerem Diabetes leide, ist es ein Segen, dass es Insulin gibt. Solche Medikamente sind wichtig. Aber sehr viele Menschen nehmen viel zu viele Medikamente, häufig in zu hoher Dosierung und über einen viel zu langen Zeitraum. Manchmal werden Präparate noch Jahre weiter eingenommen, obwohl sie längst nicht mehr notwendig wären. Deshalb sollte man die Medikamenteneinnahme möglichst gering halten. Ein weiterer wichtiger Punkt ist Bewegung. Sie hält den Kreislauf in Schwung, fördert die körperliche Fitness und tut auch der Seele gut. Und dann ist da noch die Geselligkeit. Einsamkeit ist gerade bei älteren Menschen ein riesiges Problem. Sie kann Ängste und Depressionen auslösen. Wer dauerhaft einsam ist, verändert sich möglicherweise auch in seinem Verhalten und gerät seelisch aus dem Gleichgewicht. Und wenn es einem psychisch nicht gut geht, kann sich das wiederum auf die geistige Leistungsfähigkeit auswirken. Deshalb halte ich soziale Kontakte für einen ganz entscheidenden Faktor. Auch weil man dadurch Unterstützung bekommt, wenn man sie braucht. Wenn man beispielsweise nicht mehr selbst Auto fahren kann oder Hilfe bei alltäglichen Dingen benötigt, ist es enorm wichtig, Menschen um sich zu haben, auf die man sich verlassen kann. Das ist also nicht nur eine medizinische Form der Vorbeugung, sondern vor allem auch eine menschliche.
Milena Preradovic: Wir sind eben soziale Wesen. Wir sind nicht für die Einsamkeit gemacht.
Cornelia Stolze: Ganz genau. Und dann gibt es den zweiten Bereich: Was sollte man tun, wenn man bemerkt, dass irgendetwas nicht stimmt? Solche Veränderungen fallen einem ja durchaus auf. Ich habe das auch in meiner eigenen Familie erlebt. Eine meiner Großmütter wurde 93 Jahre alt. In ihren letzten Lebensjahren war bei ihr auch nicht mehr alles ganz in Ordnung. Sie erkannte beispielsweise manche Menschen nicht mehr hundertprozentig. Ich kenne solche Erscheinungsformen also durchaus. Entscheidend ist dann aber, dass man sich gründlich untersuchen lässt, am besten zunächst bei einem Internisten. Ich würde nicht sofort zu einem Psychiater gehen. Bei Psychiatern wäre ich ohnehin immer vorsichtig, aber das ist meine ganz persönliche Meinung. Wichtig ist eine umfassende medizinische Abklärung, beispielsweise durch einen Internisten oder auch einen Neurologen. Man sollte überprüfen, ob die grundlegenden körperlichen Werte in Ordnung sind. Funktionieren die Nieren richtig? Gibt es Probleme mit der Leber? Liegen andere körperliche Erkrankungen vor?
Milena Preradovic: Trinke ich genug? Oder trinken die Betroffenen ausreichend?
Cornelia Stolze: Genau. Ich möchte jetzt gar keine Werbung machen, aber nach meinem ersten Buch „Vergiss Alzheimer“ habe ich noch ein zweites veröffentlicht. Gerade weil mich immer wieder Menschen gefragt haben: Was kann ich denn konkret tun? Dieses Buch heißt „Verdacht Alzheimer“. Darin gehe ich ausführlich darauf ein, welche Untersuchungen sinnvoll sind und was man zur Abklärung unternehmen kann. Ein ganz wichtiger Punkt ist dabei erneut die Medikation. Es gibt beispielsweise die sogenannte Priscus-Liste. Darin sind mehr als 130 Medikamente aufgeführt, die gerade für ältere Menschen problematisch sein können. Viele dieser Präparate beeinflussen auch die Hirnfunktion. Dazu gehören beispielsweise bestimmte Blutdrucksenker, Schmerzmittel und natürlich Psychopharmaka, über die wir bereits gesprochen haben. Es handelt sich also um eine ganze Reihe von Medikamenten, bei denen nachgewiesen wurde, dass sie problematisch sein können und deshalb besonders sorgfältig überprüft werden sollten. Dabei kann sich beispielsweise herausstellen, dass man bei einem bestimmten Medikament die Dosierung reduzieren sollte.
Milena Preradovic: Können Sie mir den Link zu dieser Liste schicken?
Cornelia Stolze: Ja, natürlich, kein Problem.
Milena Preradovic: Dann setze ich ihn unter das Video. So kann jeder selbst einmal nachschauen.
Cornelia Stolze: Genau. Besonders problematisch sind übrigens Schlaf- und Beruhigungsmittel, die ich vorhin schon kurz erwähnt habe. Dazu gehören die sogenannten Benzodiazepine. Bei längerer Einnahme können sie tatsächlich bleibende Schäden verursachen. Und es gibt noch einen weiteren wichtigen Aspekt: Manche Menschen nehmen solche Medikamente über viele Jahre hinweg. Wenn sie dann plötzlich abgesetzt werden, kann es zu massiven Entzugserscheinungen kommen. Die Betroffenen können sich dabei so auffällig verhalten, dass man beinahe denkt, sie müssten in eine psychiatrische Klinik eingewiesen werden. Tatsächlich handelt es sich aber um einen Entzug, vergleichbar mit dem eines Drogenabhängigen. Nur ahnen die wenigsten Menschen etwas davon. Schließlich wurden ihnen diese Medikamente vom Arzt verschrieben, und sie haben sie vielleicht über Jahre hinweg gut vertragen. Wenn nun beispielsweise ein älterer Mensch ins Krankenhaus eingeliefert wird und dort niemand weiß, dass er regelmäßig solche Mittel einnimmt, kann es passieren, dass er plötzlich einen Entzug durchmacht. Und dann heißt es womöglich: Jetzt ist er aber ganz schlimm dement geworden.
Milena Preradovic: Ja, das ist natürlich auch ein wichtiger Punkt.
Cornelia Stolze: Einen Punkt möchte ich unbedingt noch ergänzen, weil er mir besonders wichtig ist. Die Diagnose Demenz darf eigentlich erst gestellt werden, wenn zuvor alle möglichen anderen Ursachen abgeklärt wurden und die Beschwerden über einen längeren Zeitraum bestehen. Früher war das auch ausdrücklich in der Definition und in den entsprechenden Leitlinien enthalten. Später hat man das allerdings herausgeschmuggelt. Wenn beispielsweise jemand geistig völlig normal ins Krankenhaus kommt und nach drei Wochen vollkommen verwirrt ist und sich überhaupt nicht mehr wie er selbst verhält, dann ist das noch keine Demenz. Vielmehr deutet ein solcher Zustand auf ein sogenanntes Delir hin. Ein Delir ist nämlich eine vorübergehende Störung. Wer in einer solchen Situation einfach die Diagnose Demenz stellt, handelt meiner Ansicht nach gegen sämtliche medizinischen und ärztlichen Prinzipien.
Milena Preradovic: Ja, kann ja nie passieren. Vielen Dank, Cornelia Stolze. Jetzt hätte ich beinahe schon Ihren Namen vergessen. Nein, im Ernst: Das war ein hochinteressantes Thema, und irgendwie hängt alles systemisch miteinander zusammen. Vielen Dank, dass Sie da waren, und auch für die wertvollen Tipps zum Schluss.
Cornelia Stolze: Sehr gerne. Hat mich gefreut.
Milena Preradovic: Tja, Leute, Angst, Propaganda, Korruption und gekaufte Wissenschaft. Was offenbar schon so lange läuft, wie wir gerade gehört haben, ist uns mit Corona regelrecht ins Gesicht gesprungen. Und ich denke, wir müssen inzwischen alles hinterfragen und kritisch abklopfen. Wer einmal gelernt hat, wie das funktioniert, dem fällt es nach ein bisschen Übung immer leichter. Im Grunde ist es wie Radfahren, nur wichtiger. Und danke, dass ihr mich weiterhin unterstützt. Ohne euch würde es nicht gehen. Ich wünsche euch eine gute Zeit. Bis bald.
Interview with Cornelia Stolze (english)
Milena Preradovic: September 21 is World Alzheimer’s Day. And once again, we’ll be bombarded with reports and personal stories on the topic. Reports that instill fear. And this fear is being officially stoked. According to Alzheimer’s advocacy groups, more than 50 million people worldwide are already affected by dementia. By 2050, that number is expected to be well over 100 million, most of them with Alzheimer’s. But is that really the case? The most frequently cited study, on which Alzheimer’s drugs were developed, was exposed two years ago as a blatant fraud. My guest is convinced: Nothing about an Alzheimer’s diagnosis is certain—except for the pharmaceutical industry’s billions in profits. We’ll now discuss why even healthy people are being told to take preventive pills on *Punkt Preradovic*. Hello, Cornelia Stolze—it’s great to have you here.
Cornelia Stolze: Hello, I’m delighted to be here.
Milena Preradovic: Let me briefly introduce you. You’re a biologist and a science journalist. Since the mid-1990s, you’ve been writing as an author and editor about medicine and psychology, but also about the tricks researchers, doctors, and pharmaceutical companies use to line their own pockets within our healthcare system. You’ve worked for publications including *Die Zeit*, *Stern*, *Süddeutsche Zeitung*, *Geo*, *Spiegel Online*, and the *Financial Times Deutschland*. After completing your studies, you served as a press officer at the Max Delbrück Center in Berlin-Buch and at the Max Planck Institute for Biochemistry in Martinsried. You have produced popular science brochures and websites for various research institutes, covering topics such as brain research, neuroscience, stem cell research, and systems biology. For more than 15 years, you have been intensively engaged with the topic of Alzheimer’s disease. As early as 2011, in your book *Forget Alzheimer’s—The Truth About a Disease That Isn’t One*, you outlined how problematic the diagnosis of Alzheimer’s is from your perspective and how, among others, Pfizer profits enormously from it. In it, you write: “Alzheimer’s is not a disease; it is a phantom. A deliberately created construct used to stoke fears, mobilize research funds, fast-track careers, declare healthy people sick, and create massive markets for drugs.” You say there’s a fundamental fraud behind this. That’s likely to come as a surprise to many people. Isn’t it possible to diagnose Alzheimer’s unequivocally?
Cornelia Stolze: That is precisely the problem. First, one must make a very clear distinction between Alzheimer’s and dementia. The two are often lumped together, which causes a great deal of confusion. Of course, dementia exists. It refers to a condition in which the brain is so severely damaged that those affected can no longer perform many mental, so-called cognitive functions. As a result, they are significantly impaired. This can be an enormous burden not only for those affected but also for their loved ones. This condition exists, and I have never questioned it. Alzheimer’s, on the other hand, is a defined clinical picture that is supposedly the most common cause of dementia. The problem, however, is that theory and reality do not align. It is claimed that a great many people suffer from Alzheimer’s. In fact, though, the disease cannot be reliably diagnosed. What’s more: The theory that certain protein clumps in the brain are responsible for the development of Alzheimer’s, in my view, does not correspond at all with the scientific findings. Nevertheless, this theory has been marketed so intensively that it has been spread and repeated over and over again by countless people. Based on this theory, diagnostic tests and medications were ultimately developed and brought to market.
Milena Preradovic: I’ve done a bit of reading on the subject. Alzheimer’s research assumes that certain proteins undergo pathological changes in the brains of Alzheimer’s patients. So-called tau fibrils form inside the nerve cells, while amyloid fibrils are deposited as plaques between the cells. How can these protein deposits even be detected? After all, they’re basically considered characteristic of Alzheimer’s.
Cornelia Stolze: The so-called gold standard is the examination of brain tissue—from deceased individuals, of course. In this process, small tissue samples are taken, cut into wafer-thin slices, and examined under a microscope. This allows us to determine whether such deposits are present in some people. Using certain biochemical methods, it is then possible to determine whether the deposits consist of amyloid or tau. This is the only truly reliable way to confirm the presence of these protein clumps. The real problem, however—and at the same time the starting point for my thesis—is that many people have such deposits in their brains without having dementia. We know this, for example, from the so-called Nuns’ Study, a large-scale investigation whose results were published as early as the 1990s. It showed that numerous people, even at an advanced age, had such protein clumps in their brains without being demented or otherwise mentally impaired. Conversely, there are many people who suffer from dementia but in whom no corresponding protein deposits can be found in the brain.
Milena Preradovic: That’s when Alzheimer’s researchers say: These people do have dementia, but they don’t have Alzheimer’s.
Cornelia Stolze: Exactly. Dementia certainly exists, but first and foremost, the term describes a condition. And there are very different causes for this condition. These include, for example, multiple severe strokes, the effects of which accumulate and ultimately lead to significant cognitive impairment. Severe brain injuries can also trigger dementia. One example is so-called boxer’s dementia. It affects people who have received numerous blows to the head over a long period of time and have suffered massive concussions as a result. Such repeated injuries can eventually lead to symptoms of dementia. Added to this are cerebral hemorrhages and numerous other possible causes. All of this would need to be carefully investigated. What’s interesting is this: if you take a closer look at these different cases, in my opinion there’s hardly any room left for an Alzheimer’s diagnosis. In most of the cases I’ve encountered during my research or in lectures, another serious illness or a brain injury was identified. Even heavy alcohol or drug use can cause permanent damage over time. Dementia is defined as permanent, irreversible damage to the brain. However, there are also states of mental confusion or impaired brain function that are only temporary or treatable. Unfortunately, these are often all lumped together. For those affected, this can have fatal consequences, because as a result, they may not receive the help they actually need and that could truly benefit them.
Milena Preradovic: But how do doctors even arrive at this diagnosis? What symptoms do they rely on? After all, they’re dealing with a living person, not a deceased individual whose brain they can examine. So they don’t actually know whether there are any plaques there. How, then, do they arrive at this seemingly certain diagnosis of Alzheimer’s?
Cornelia Stolze: In my research, I’ve often found that doctors are very quick to diagnose Alzheimer’s, especially in older people. For example, when they’re severely impaired or confused, can no longer manage their daily lives, become forgetful, or even fail to recognize their loved ones. Often, the diagnosis is simply written down without a thorough examination beforehand. In some cases, there’s also a financial incentive: under certain circumstances, hospitals and doctors can bill more if a patient has multiple diagnoses. Many doctors also don’t clearly distinguish between dementia and Alzheimer’s. Or they say, “It’s probably Alzheimer’s because we haven’t found any other cause.” But there is no reliable diagnostic test. For a long time, psychological tests were the primary method used. If someone performed poorly on these tests and the symptoms had persisted for some time, this was interpreted as a sign of Alzheimer’s. However, this was not direct proof. There are now two additional procedures that, in my opinion, give the impression that Alzheimer’s can be diagnosed with certainty. One of these is the analysis of cerebrospinal fluid. In this procedure, a very fine needle is used to extract a small amount of fluid from the spinal canal. The fluid is then examined to see if certain protein components can be detected, such as fragments of amyloid or tau. These are precisely the two substances claimed to form those characteristic clumps in the brain. If such components are found, some doctors already interpret this as evidence of Alzheimer’s.
Milena Preradovic: But excuse me: if these proteins have also been detected in people who did not have dementia at all, then doesn’t this whole theory actually lack a scientific basis?
Cornelia Stolze: That’s exactly it. And that was also the point that, to be honest, I could hardly believe at the beginning of my research: that despite the massive contradictions and inconsistencies in this entire description of the disease, people constantly talk about Alzheimer’s and this diagnosis is made time and again. In fact, the whole thing is like a house of cards that collapses as soon as you take a closer look.
Milena Preradovic: So if the doctor doesn’t know what to do, does that mean it’s Alzheimer’s?
Cornelia Stolze: It’s actually a bit like that. I’ve also seen in my wider circle of acquaintances that people simply had this diagnosis written into their medical records. For example, I personally met a woman who had been diagnosed with Alzheimer’s. In reality, however, she suffered from severe epilepsy and had significant problems with the medications she was prescribed for it. For several weeks, she wasn’t thinking clearly and was behaving strangely. As a result, she was diagnosed with Alzheimer’s. The consequences were dramatic: legal guardianship was established for her. The guardian cleared out her apartment and sold off all her assets. But the woman managed to recover. She pulled herself out of that situation, reduced her medication, and regained her full mental clarity. Afterward, she had to fight in court to have it recognized that she wasn’t suffering from dementia at all. Cases like this happen time and again. And of course, not all those affected have the luck and strength to free themselves from the label they were once given.
Milena Preradovic: That’s crazy. Naturally, one wonders: Why does this specific form of dementia—Alzheimer’s—even exist? Why is it promoted so heavily? What’s behind it? One could simply say: If someone has dementia, they have dementia. Why do we need Alzheimer’s on top of that, when—according to your research—this disease can’t even be definitively diagnosed?
Cornelia Stolze: That’s a very good question. And the answer is actually quite simple: it’s about money. Originally, in the 1970s and 1980s, the main goal was to secure research funding. This trend can be traced back to the U.S. During my research, I discovered that some neuroscientists at the time were exceptionally skilled at securing funding for their research. In the U.S., some of this funding came from private donors, foundations, or even taxpayer money. The researchers basically came up with the idea that it wasn’t enough to simply talk about “old age dementia” or “senility,” as it used to be called. Instead, they needed a specific disease for which they could promise to eventually develop a cure. And Alzheimer’s was the perfect fit. They took this clinical picture and turned it into a big story. I’m putting this a bit bluntly, but essentially, a disease was hyped up with an enormous PR effort, a lot of money, and great fanfare—primarily to secure research funding. Of course, the pharmaceutical industry also recognized very quickly the market potential behind it. Even if we don’t succeed in developing a drug that actually helps, the hope alone that we can sell is worth billions. And indeed, Alzheimer’s drugs were brought to market, some of which are still prescribed today. Yet, in my view, it has long been clear that they are ineffective; on the contrary, they can even cause side effects and worsen the condition of those affected. Companies like Pfizer, which was the market leader at the time, have generated billions in revenue from them over many years.
Milena Preradovic: So, does that mean these drugs can in some cases even exacerbate the symptoms attributed to Alzheimer’s?
Cornelia Stolze: Yes, the side effects can cause those affected to become restless, hallucinate, or develop unusual behaviors. This then becomes a kind of self-fulfilling prophecy. People are diagnosed with Alzheimer’s, prescribed a medication for it, and its side effects may actually produce the very symptoms considered typical of Alzheimer’s. Many eventually end up in nursing homes, where they are further sedated with other psychotropic drugs. Perhaps you’ve seen for yourself how people in nursing homes sometimes sit completely apathetically in their chairs because they’ve been so heavily sedated by medication. Instead of discontinuing the medication that may be responsible, two or three additional drugs are then prescribed. Unfortunately, this pattern is all too common.
Milena Preradovic: And it’s possible that these people actually have entirely different conditions that could be treated. Then perhaps they wouldn’t have to be left to languish in this state at all.
Cornelia Stolze: Exactly. The problem often begins with the fact that the actual cause wasn’t investigated thoroughly enough and, as a result, wasn’t treated. Instead, those affected may be treated incorrectly and given additional medications that actually exacerbate their problems. This is also related to the structure of our healthcare system. Doctors really should take much more time to get to the root of the causes. What pre-existing conditions are present? For example, does the patient have diabetes? How do people live at home? Are they perhaps not drinking enough? Are they eating an inadequate diet? Could there be a nutrient deficiency or hypothyroidism? There’s a whole range of causes that can lead to the brain no longer functioning properly. These naturally include minor strokes or cerebral hemorrhages, which can occur especially in older people. Such conditions are often not properly diagnosed or treated. And then, at times, a veritable chain reaction sets in. It starts with a physical problem. Those affected are admitted to the hospital, where the unfamiliar environment further unsettles them. They are already weakened, and this can cause their condition to deteriorate further. In the hospital, they are then often given additional medications that are simply continued after discharge.
Milena Preradovic: I read in your work that there are about 50 other conditions that can cause symptoms similar to those attributed to Alzheimer’s—such as confusion, memory loss (especially short-term memory loss), and similar complaints.
Cornelia Stolze: Exactly.
Milena Preradovic: And these conditions aren’t even tested for anymore?
Cornelia Stolze: Exactly. Often, there’s no thorough investigation into what’s actually causing the symptoms. The goal is to make a diagnosis as quickly as possible and treat the patient. So a medication for dementia is prescribed, and that’s the end of the matter for the time being. Family members often don’t know how to help themselves and might say: “It’s bad, but at least we now have a definitive diagnosis.” Yet this diagnosis may be neither definitive nor correct. But how is a medical layperson supposed to assess that? It’s extremely difficult. You really have to educate yourself and do your own research.
Milena Preradovic: Or read your book. Very interesting, I must say. But it’s no longer just about people who already have some symptoms. And I find that particularly alarming. Now it’s also about people who have absolutely no symptoms, who show no clinical signs of the disease, and who are completely healthy. The latest big thing in Alzheimer’s research is so-called early-detection tests. What’s the deal with that?
Cornelia Stolze: This is a truly disastrous development, one that’s also being sharply criticized by some leading medical experts. However, the key opinion leaders in this field are pushing it forward aggressively. For example, there’s a medical association, the DGPPN, that’s strongly advocating for testing for Alzheimer’s as early as possible. This is accompanied by corresponding media reports. Just recently, in June, for example, I read an article in *Die Zeit* that made me think: “Ah, interesting.” It indirectly advocated looking for the first signs of early-stage Alzheimer’s as early as possible. There are now new methods for this, particularly blood tests. The underlying theory states that Alzheimer’s begins as early as 20 years before the first symptoms appear. That’s why it makes sense to detect the disease as early as possible so that medication can be administered in a timely manner. The crucial catch, however, is that these tests are, in my view, highly questionable. We already discussed this earlier. Whether one is looking for tau proteins or amyloid in cerebrospinal fluid or in the blood, the diagnostic value of these findings is, in my opinion, insufficient. This creates the risk of numerous misdiagnoses.
Milena Preradovic: Because even people who didn’t have dementia at all were found to have such plaques and protein fragments in their brains during autopsies after their deaths.
Cornelia Stolze: Exactly. That’s why we have to expect an incredibly high number of false positives. In my view, the idea behind this is, of course, extremely attractive to the pharmaceutical industry: You have a test that allows you to tell people very early on that they may eventually develop Alzheimer’s. This triggers enormous anxiety in those affected. They think: For heaven’s sake, now I have to do everything I can to prevent this disease. And then, conveniently enough, there are two new drugs that supposedly target the amyloid plaques in the brain and are supposed to slow the progression of the disease. However, these drugs are highly problematic. Independent researchers with no ties to the manufacturers expressly warn against them. They say people should stay away from them. In their view, these drugs should actually be taken off the market because they cause more harm than good. Possible side effects include, for example, cerebral edema and cerebral hemorrhages, which in some cases have even led to deaths in clinical trials. And all of this for a benefit that, in my view, is highly questionable—or nonexistent. The Institute for Quality and Efficiency in Health Care (IQWiG) has also found no added benefit. But if there is no benefit, all that remains are the potential harms. Nevertheless, these drugs are on the market and are heavily promoted by leading medical professors. One example is Frank Jessen, who has been working in this field for many years and is also active in the DGPPN. He takes the view that Alzheimer’s can be detected early and treated accordingly. At the same time, he himself receives honoraria from the manufacturers of precisely these drugs.
Milena Preradovic: And the institutions—that is, the regulatory agencies—are going along with all of this?
Cornelia Stolze: Yes, that’s a very complicated issue. In the U.S., for example—where this trend largely originates—there’s the FDA, the Food and Drug Administration. For the past ten to fifteen years, it has been evident just how closely the agency is intertwined with drug manufacturers. In fact, part of the FDA’s budget comes directly from the pharmaceutical companies themselves. There’s an enormous amount of lobbying, especially in the field of Alzheimer’s. A few years ago, this actually caused quite a stir. At that time, a precursor to today’s Alzheimer’s drugs was approved by the FDA, even though all the experts on the relevant advisory committee had voted against it. Just imagine that: The agency specifically appoints a panel of experts to evaluate a drug. All the experts say no, and yet the FDA initially approves the drug anyway. This led to massive protests. The manufacturer, Biogen, has since withdrawn the drug from the market.
Milena Preradovic: And in Europe? It’s not much different at the EMA, is it? It, too, is riddled with representatives from the pharmaceutical industry.
Cornelia Stolze: Exactly. I recently published an article about this in Cicero magazine. This is referred to as the so-called “revolving door” effect. In some cases, employees from pharmaceutical companies move to the EMA and, of course, bring their contacts with them.
Milena Preradovic: That was also the case with the head of the EMA during the COVID-19 pandemic.
Cornelia Stolze: Exactly, with her as well.
Milena Preradovic: She came directly from the pharmaceutical industry.
Cornelia Stolze: That’s right. And conversely, it happens that EMA employees who worked closely with pharmaceutical companies there subsequently move into the pharmaceutical industry. While I can’t prove it, there are indications that such employees may already be given hints during their time at the EMA: “If you cooperate with us, a lucrative position with us might be waiting for you later.” At the very least, this suspicion is plausible. That’s a dangerous conflict of interest. Unfortunately, the EMA often acts in a manner that’s decidedly biased toward the pharmaceutical industry and then, for example, approves these new Alzheimer’s drugs. One is called Lecanemab, the other Donanemab. These drugs are being approved even though, in my view, their benefits are not demonstrable and serious side effects have been documented. On top of that, pharmaceutical companies have become extremely adept in recent years at manipulating clinical trials so that the results look as positive as possible.
Milena Preradovic: I assume I’m not the only one experiencing a constant sense of déjà vu while listening to you. This is strikingly reminiscent of the COVID-19 system. Do you feel the same way?
Cornelia Stolze: I actually stumbled upon the topic of Alzheimer’s rather by chance in 2007. It all started with an interview with an Alzheimer’s researcher who was considered a rising star at the University of Munich at the time. We got to talking about his research, and he told me that he was developing early-detection tests for Alzheimer’s. In the course of our conversation, I realized that he had very close ties to the industry and that, in my view, these early-detection tests were based on extremely questionable principles. After all, when you develop a diagnostic test, you have to verify how reliably it actually predicts what you’re trying to detect. So, strictly speaking, the people who were tested should have been examined later—after their deaths—to see if they actually had those supposedly characteristic deposits in their brains. But he told me, “No, no, that’s no longer necessary today.” That was the trigger for me to investigate more thoroughly. I thought at the time: Either I’d completely missed a crucial scientific development, or a fraud of the highest order was taking place here. And I was convinced the latter was the case. The deeper I dug, the more hair-raising facts came to light. That was ultimately the reason I wrote my book. In the process, I took a close look at the mechanisms behind this development.
Cornelia Stolze: When the COVID-19 pandemic began, I immediately recognized exactly these same mechanisms. Take, for example, Christian Drosten’s PCR test. It was clear to me: If this test is administered on a massive scale to healthy people, it will inevitably lead to a large number of false-positive results. This means that people who are completely healthy are classified as sick, even though they aren’t. This is a statistical phenomenon that many medical professionals aren’t even aware of. If I administer a test to a very large group of healthy people, the test may be supposedly reliable, but it will still result in a massive number of false diagnoses. And something else struck me immediately: Pfizer was once again playing a key role. The company had been the market leader in Alzheimer’s research for many years and had driven that research forward on a massive scale. And suddenly, Pfizer was back in the game with BioNTech regarding COVID-19. I believe Pfizer’s true core competency lies in executing perfect marketing, designing studies so that their results look as positive as possible, and exerting massive influence on policymakers and regulatory agencies.
Milena Preradovic: And perhaps the company is also capable of creating problems that it then solves itself. Pfizer has now also entered the field of cancer research—or rather, the market for cancer drugs—with billions, I believe around 40 billion. But speaking of which: Is there actually a possible link between the so-called COVID-19 vaccine and dementia? I’ve heard that before.
Cornelia Stolze: I’ve read in some places that the COVID-19 vaccine—or rather, the shot itself—is even supposed to protect against developing dementia. I consider that to be a myth, though. Or are you referring to the COVID-19 disease itself?
Milena Preradovic: No, I’m actually referring to the shot. You also mentioned minor strokes and bleeding in the brain earlier.
Cornelia Stolze: Yes, I can certainly imagine that. However, I’m not aware of any studies that have investigated this possible connection so far. So I can’t say anything definitive about it. It’s certainly conceivable. Because, as I mentioned earlier, both minor and major strokes can cause significant damage to the brain. You have to think of it as brain tissue being destroyed in the process. Of course, people can recover after a stroke. That depends heavily on which area of the brain was affected and how the subsequent rehabilitation went. I experienced this firsthand with one of my grandmothers. She suffered a severe stroke in her mid-70s; she could barely speak and was practically unable to move. Fortunately, she recovered. But not everyone receives the necessary care and support to be able to recover so well. Another crucial factor is which regions of the brain were damaged and how severe the damage was. That’s why some people recover better than others. Statistically speaking, about 40 percent of stroke patients eventually develop dementia. In some cases, these are minor strokes that aren’t recognized by the classic symptoms of hemiplegia, but only by mild impairments. Then you might hear something like: “Grandma wasn’t feeling very well the other day, but she’s been slowly recovering for the past three weeks. It was probably just some kind of infection or something else.” In reality, however, a minor stroke could have been the cause. And such events can accumulate over time. In the end, it’s the cumulative effect that makes the difference.
Milena Preradovic: And when in doubt, these people are all diagnosed with Alzheimer’s. In any case, the propaganda and fear-mongering are in full swing. September 21 is World Alzheimer’s Day. As I mentioned in the introduction, we’ll once again be bombarded with reports and personal stories. These are outright scare stories. And speaking of propaganda, there’s even a Hollywood movie starring Julianne Moore on this topic, isn’t there?
Cornelia Stolze: Exactly. I watched that movie back then, too. I think it was two…
Milena Preradovic: What’s it called again? “Still Alice.”
Cornelia Stolze: “Still Alice,” exactly. So “Still Alice,” so to speak. That was the message. And this “Still Alice” motto was later picked up at conferences and in public relations efforts. There was also a close connection to an organization that has been spreading the Alzheimer’s narrative in the U.S. for decades: the Alzheimer’s Association. This organization was also involved behind the scenes in the film. I found the film highly problematic for several reasons. For one thing, in my view, its primary aim was to instill fear. The message was: It can happen to anyone, even at a young age. The main character, played by Julianne Moore, is a scientist who notices her first mild cognitive impairments around the age of 50. The film then suggests that this early stage of a supposed Alzheimer’s disease can already be identified and confirmed using imaging techniques. But as I said: In my opinion, that’s still not possible today. It’s not possible with imaging techniques. And based on the entire theoretical construct alone, the question arises: What exactly are they trying to prove? These plaques aren’t really meaningful, after all.
Milena Preradovic: Right. And wasn’t a medication mentioned there as well?
Cornelia Stolze: Exactly. And that’s when I really lost my temper. Because, of course, the film stated that while this disease is terrible and cannot yet be cured, there is at least a medication that slows its progression. Incidentally, that’s exactly what Pfizer’s advertising brochures claimed time and again. They portrayed it as though the drug could delay admission to a nursing home by up to two years. It’s all made up. And in this movie, they even mentioned the name of the drug: Aricept. To me, that’s a clear case of surreptitious advertising. The active ingredient is donepezil, and Aricept is made by Pfizer. This drug was a veritable blockbuster, a gold mine that has brought the company billions in revenue over many years—indeed, decades. And what, pray tell, is the name of a drug doing in a Hollywood movie if not for advertising purposes? On other levels as well, it’s clear that Hollywood is apparently very closely intertwined with the pharmaceutical industry and politics.
Milena Preradovic: With the military and, in general, with anyone who provides funding, I’d say. We all still remember the well-known case of Gunter Sachs. Years ago, the millionaire shot himself out of fear that he had Alzheimer’s. Friends told me at the time that he had been completely mentally sound but had been suffering from depression. How is depression related to a diagnosis of Alzheimer’s? This is also interesting because depression is a very widespread condition.
Cornelia Stolze: Exactly. Depression is often linked to anxiety, which can literally paralyze a person. Severe depression can lead to someone no longer being able to think clearly or act rationally. Sometimes those affected even have difficulty speaking. In particularly severe cases, depression can thus render a person virtually incapable of acting. If, as was long the practice, psychological tests are then administered, this can potentially cause additional stress. The person affected thinks: For heaven’s sake, now it might turn out that I actually have dementia. And then, for example, they’re asked to remember five words. Immediately, the fear sets in: “What were those words again?” Under such circumstances, it can happen very quickly that someone is labeled as having dementia.
Milena Preradovic: And often, these people end up taking antidepressants as well.
Cornelia Stolze: Exactly. And antidepressants, in particular, can cause side effects that impair or dampen certain mental abilities. They can also trigger conspicuous behaviors such as restlessness or aggression. In some cases, antidepressants can even contribute to a person committing suicide by intensifying such impulses. Above all, however, they can cause symptoms that give the impression the brain is no longer functioning properly. And that, of course, is disastrous. If someone is then also diagnosed with dementia, they may lose all hope.
Milena Preradovic: And then they may even be prescribed Alzheimer’s medications, which in some cases further exacerbate these symptoms. It’s basically a vicious cycle—almost a cycle of death. And the problem isn’t limited to Alzheimer’s medications; it affects many other drugs as well. In your book, you describe the case of a 65-year-old architect who exemplifies how medications can actually make a person seriously ill in the first place. Could you briefly describe this case? I was very moved by this story.
Cornelia Stolze: Yes, he was a 65-year-old man who was admitted to the hospital for heart problems. There, his condition continued to deteriorate. He was given additional medications, and although doctors tried to determine the causes of his symptoms, his condition ultimately continued to decline over weeks and months, even after he was discharged. He and his wife consulted various doctors, but no one could find an explanation. Eventually, his primary care physician decided to take another very close look at the entire case. I don’t remember exactly how many medications the man was taking at the time, but it was about ten. Among them were numerous drugs known to impair brain function and cause related side effects. The family doctor therefore considered which medications could be discontinued without immediately triggering new health problems. Of course, one must also take into account which medications need to be tapered off slowly to prevent withdrawal symptoms. After all, this fact is repeatedly denied—for example, in the case of antidepressants. If such medications are stopped abruptly, withdrawal symptoms can occur. The same applies to sleeping pills and sedatives, which are also prescribed in large quantities, even though many people have no idea of the potentially fatal consequences they can have. In any case, this family doctor began to gradually reduce the medications. And the patient, who by then was practically confined to a wheelchair, gradually recovered. His condition continued to improve until he was finally able to manage his daily life largely on his own again. Previously, his wife had had to take care of practically everything for him: dressing him, accompanying him to the bathroom, feeding him, and much more. If she hadn’t cared for him so intensively and if the family doctor hadn’t decided to critically review the medication and gradually reduce it, this man would likely have ended up in a nursing home.
Milena Preradovic: And he probably would have died soon after. I’d like to come back to Alzheimer’s research. Two years ago—in 2024—a major fraud was uncovered. I believe it involved one of the most frequently cited studies in this field, which had even served as the basis for the development of Alzheimer’s medications. And then it turned out that the results were nothing but fake.
Cornelia Stolze: In fact, it wasn’t just a single case. In recent years, several such cases of fraud have come to light. One involved a French researcher working in the U.S. Another involved a scientist originally from Mexico who had also been working in the U.S. for a very long time and had published a massive number of studies. In both cases, it turned out that some of the alleged research results had been outright fabricated—that is, invented. As evidence, for example, the researchers had used images of experimental results or protein analyses that had absolutely nothing to do with the respective studies. Nevertheless, they had gotten away with this deception for a long time. Such manipulations, by the way, aren’t all that rare. They’re just extremely rarely uncovered. In Berlin, too, there was a massive research fraud scandal in the late 1990s. I witnessed that one quite closely at the time, because I was working at the Max Delbrück Center back then. It came to light there that a celebrated cancer researcher—who constantly talked about gene therapy and was considered a big star—had falsified a string of research results over the course of years. He had presumably even adopted the relevant methods from his doctoral advisor. In the current case—the one you’re probably referring to—it involved a researcher named Eliezer Masliah. Suspicion arose because another scientist noticed that something couldn’t be right with the published results. And that’s exactly the big problem: Very few researchers dare to publicly address such irregularities. It’s like the saying goes: One crow doesn’t peck out another’s eye. Anyone who uncovers and publicizes such abuses more or less risks their own career. Incidentally, that was also the case with the whistleblower in the Berlin cancer research scandal 20 or 30 years ago. His career was effectively ruined as a result. Behind this lies a mechanism designed to ensure that as few people as possible break away from this system. Anyone who does so anyway runs the risk of going under themselves. That’s why there are very few people who expose such schemes and make them public.
Milena Preradovic: We’ve also seen how this system works with the coronavirus. In your book, you really don’t mince words. You’ve thoroughly taken Alzheimer’s research and the pharmaceutical industry to task—and with very solid evidence, in my opinion. Did that actually lead to any lawsuits against you? Did anyone try to take legal action against you or your book?
Cornelia Stolze: When the book came out, I naturally asked myself: For heaven’s sake, what on earth is going to come my way now? I had, however, taken thorough precautions beforehand. I had the manuscript proofread to make sure I hadn’t overlooked anything or misunderstood anything. I also sought legal advice and protection through the publisher. As a result, we changed the wording in a few places, but nothing in the actual content. Sometimes, from a legal standpoint, the exact choice of words is what matters. In fact, to this day, no one has taken legal action against the book. A few years ago, I even contacted the German Society of Neurology, which also regularly comments on the topic of Alzheimer’s. I wanted to know whether, from their perspective, there was anything objectionable about my book or whether it contained any statements they considered incorrect. The response was simply that they would not comment on it.
Milena Preradovic: I see, okay.
Cornelia Stolze: So I really did actively try to solicit criticism and find out what objections might be raised against my research. But the response remained the same: They wouldn’t comment on it.
Milena Preradovic: I’d say that speaks to the truthfulness of your book. After all, otherwise these companies worth billions would have set their lawyers on you long ago. To wrap things up, though, I’d like to end this conversation on a positive note. After all, none of us knows what our lives will be like in old age—whether we might develop dementia or experience any changes in the brain. But what can we do to prevent that? Is brain training, for example, a useful measure?
Cornelia Stolze: I think we need to distinguish between two areas here. One is the question of how I can shape my lifestyle to minimize the risk of developing dementia as much as possible. The other concerns the situation where there’s already a suspicion that something isn’t right. For example, if you notice that you’re becoming increasingly forgetful or confused, or if your partner, mother, grandfather, or another family member suddenly starts behaving strangely. I would clearly separate these two areas. So first, the question: What can I do myself to prevent dementia? Essentially, it comes down to a healthy lifestyle. You could say: Anything that’s good for the heart is also good for the brain. This includes a healthy diet, avoiding excessive alcohol consumption, and taking as few medications as possible. Of course, there are medications that are useful and necessary. If I’m having surgery, I naturally want effective painkillers and anesthesia that works. And if I have severe diabetes, it’s a blessing that insulin exists. Such medications are important. But far too many people take far too many medications, often in excessively high doses and for far too long. Sometimes medications are continued for years even though they’ve long since ceased to be necessary. That’s why medication use should be kept to a minimum whenever possible. Another important factor is exercise. It keeps the circulatory system going, promotes physical fitness, and is also good for the soul. And then there’s social interaction. Loneliness is a huge problem, especially among older adults. It can trigger anxiety and depression. People who are chronically lonely may also experience changes in their behavior and lose their emotional balance. And when someone isn’t doing well mentally, that can in turn affect their cognitive function. That’s why I consider social connections to be a crucial factor. Also because it provides support when you need it. For example, if you can no longer drive yourself or need help with everyday tasks, it’s incredibly important to have people around you whom you can rely on. So this isn’t just a medical form of prevention, but above all a human one.
Milena Preradovic: We are, after all, social beings. We aren’t meant to be alone.
Cornelia Stolze: Exactly. And then there’s the second aspect: What should you do if you notice that something isn’t quite right? You do tend to notice such changes. I’ve experienced this in my own family as well. One of my grandmothers lived to be 93. In her final years, she wasn’t quite herself anymore. For example, she wouldn’t always recognize certain people right away. So I’m certainly familiar with such symptoms. The key thing, however, is to get a thorough medical examination—ideally starting with an internist. I wouldn’t go to a psychiatrist right away. I’d always be cautious about psychiatrists anyway, but that’s just my personal opinion. What’s important is a comprehensive medical evaluation, for example by an internist or a neurologist. You should check whether the basic physical indicators are normal. Are the kidneys functioning properly? Are there any liver problems? Are there any other physical illnesses?
Milena Preradovic: Am I drinking enough? Or are those affected drinking enough?
Cornelia Stolze: Exactly. I don’t want to advertise at all, but after my first book, “Forget Alzheimer’s,” I published a second one. Precisely because people kept asking me: What can I actually do? This book is called “Suspected Alzheimer’s.” In it, I go into detail about which tests are useful and what steps can be taken to clarify the situation. Once again, medication is a very important point here. For example, there’s the so-called Priscus list. It lists more than 130 medications that can be particularly problematic for older adults. Many of these drugs also affect brain function. These include, for example, certain blood pressure medications, pain relievers, and, of course, psychotropic drugs, which we’ve already discussed. So there’s a whole range of medications that have been shown to potentially cause problems and should therefore be reviewed with particular care. In some cases, for instance, it may turn out that the dosage of a specific medication should be reduced.
Milena Preradovic: Can you send me the link to this list?
Cornelia Stolze: Yes, of course, no problem.
Milena Preradovic: Then I’ll put it below the video. That way, everyone can check it out for themselves.
Cornelia Stolze: Exactly. By the way, sleeping pills and sedatives—which I briefly mentioned earlier—are particularly problematic. These include what are known as benzodiazepines. If taken over a long period, they can actually cause permanent damage. And there’s another important aspect: Some people take these medications for many years. If they’re suddenly stopped, it can lead to severe withdrawal symptoms. Those affected may behave so erratically that one might almost think they need to be admitted to a psychiatric hospital. In reality, however, it’s a case of withdrawal, comparable to that of a drug addict. But very few people are aware of this. After all, these medications were prescribed by a doctor, and they may have tolerated them well for years. If, for example, an older person is admitted to the hospital and no one there knows that they regularly take such medications, they may suddenly experience withdrawal. And then people might say: “But now their dementia has gotten really bad.”
Milena Preradovic: Yes, that’s certainly an important point as well.
Cornelia Stolze: There’s one point I’d definitely like to add, because it’s particularly important to me. A diagnosis of dementia should actually only be made once all other possible causes have been ruled out and the symptoms have persisted over a longer period of time. In the past, this was explicitly included in the definition and in the relevant guidelines. Later, however, it was quietly removed. For example, if someone is mentally completely normal when they’re admitted to the hospital and, after three weeks, is completely confused and no longer behaves like themselves at all, that’s not yet dementia. Rather, such a condition points to what’s known as delirium. Delirium is, in fact, a temporary disorder. Anyone who simply diagnoses dementia in such a situation is, in my opinion, acting contrary to all medical and clinical principles.
Milena Preradovic: Yeah, as if that could ever happen. Thank you very much, Cornelia Stolze. I almost forgot your name there. No, seriously: That was a fascinating topic, and somehow it’s all systemically interconnected. Thank you very much for being here, and also for the valuable tips at the end.
Cornelia Stolze: You’re very welcome. It was my pleasure.
Milena Preradovic: Well, folks, fear, propaganda, corruption, and bought-off science. What has apparently been going on for so long—as we’ve just heard—has really been thrown right in our faces with the coronavirus. And I think we now have to question everything and scrutinize it critically. Once you’ve learned how it works, it gets easier and easier with a little practice. Basically, it’s like riding a bike—only more important. And thank you for continuing to support me. I couldn’t do it without you. I hope you have a great time. See you soon.
Ich schätze es sehr, wie Sie in Ihrem Gespräch mit Cornelia Stolze die Missverständnisse rund um Alzheimer hervorgehoben haben. Es brachte mich dazu, darüber nachzudenken, wie wichtig es ist, das öffentliche Bewusstsein für die Gesundheit des Gehirns im Alter zu stärken. Es gibt eine breitere Diskussion darüber, wie sich Ernährung auf die kognitive Funktion auswirkt – vielleicht könnten Tools wie der Calorie Calculator eine Rolle bei der Förderung gesünderer Essgewohnheiten spielen, die unser Gehirn unterstützen. Was denken Sie?
Ihre Aussage wird mir gerade durch eine peinliche Betroffenen-Doku im Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk bestätigt, in der eine Frau, wahrsheinlich Redakteurin oder sowas, ihre Risiken für Alzheimer genetisch und medizinisch checken lässt. Jetzt joggt sie durch den Park und lernt Italienisch, weil ihr Risiko genetisch 4-fach höher ist als bei Menschen ohne das Gen…. Die sind so irre. Aber das soll sicher als Bericht die Zuhörer animieren, sich ebenfalls checken zu lassen.
So hohl, wirklich, jetzt kochen sie gerade nach einer „Mind“-Diät.
Wenn man sein Leben so sehr an Tests abgegeben hat,… erschreckend.
Ich glaube, die hat einen I-Schaden oder einen 5G-Strahlungsschaden. Aber pssst.
https://www.hoerspielundfeature.de/ich-habe-angst-vor-alzheimer-und-jetzt-1-100.html
Homöopathie wird von der Elite schlechtgemacht, und die Elite lässt sich selbst nur homöopathisch behandeln. Merkste was?
Mich würde die Rolle des Max Planck Instituts für Hirnforschung interessieren.
Antidepressiva sind nicht nur wirkungslos (abgesehen von Nebenwirkungen!), sie machen tatsächlich abhängig.
In der Pharma wird meines Wissens „macht nicht abhängig“ darüber definiert, dass Mäuse im Tierversuch sich die Dosis nicht eigenmächtig immer weiter ERHÖHEN.
Mein Verständnis von „macht nicht abhängig“ ist ein anderes: Dass man keine größeren Probleme beim Absetzen bekommt.
Setzen Depressive ihre Antidepressiva ab und bekommen Entzugserscheinungen wird ihnen regelmäßig gesagt, dass das Beweis sei, dass sie ohne die Medikamente nicht gut leben können. Und das glauben die Patienten dann.
Oft so mitbekommen.
Depressionen haben meiner Wahrnehmung aus über 20 Jahren meistens NICHTS mit dem angeblichen „Ungleichgewicht im Gehirn“ zu tun. Sie haben mit Stoffwechsel, Darm usw. zu tun.
Helfen tut, ob Ihr es glaubt oder nicht, eine Konstitutionstherapie bei einem (sehr guten, damit sehr seltenen) klassischen Homöopathen.
In meiner Heimatstadt (Großstadt) gab es keinen guten, auch ein Professor für Homöopathie half mir nicht, trotz horrender Honorare. Ein bescheidener, hochbegabter und extrem erfahrener Arzt in Baden-Württemberg hat mich geheilt. Mit Globuli. Ob Ihr es glaubt oder nicht. Kein Placebo, keine Einbildung, die Wirksamkeit ist deutlich am Körper beobachtbar.
Depressionen entstehen, wenn Eltern von der Lebensenergie ihres Kindes etwas für sich selber abzweigen, um ihre eigenen Probleme zu bewältigen! Ein Heilmittel dagegen gibt es nicht, außer wenn die Eltern dem Kind diese Energie zurückgeben würden, aber das tun sie in der Regel nicht. Die amerikanische Psychologie lügt über diesen Zusammenhang, denn sie ignoriert prinzipiell alle sozialen Ursachen für psychische Störungen und versucht, sie in einem von allem losgelösten Individuum zu verorten.
Ihr Homöopath hat Sie verarscht, so wie es alle Homöopathen tun!
Er hat es Ihnen erspart, sich mit Ihrem Leben auseinanderzusetzen und mit der schmerzhaften Erkenntnis, dass Ihre Eltern Sie niemals geliebt haben. Jetzt sind Sie für den Rest Ihres Lebens abhängig von ihm und seinen Globuli.
Na, wenigstens schaden die Dinger genau so wenig, wie sie nützen!
Das sehe ich genauso. Meine Erfahrung, viele Menschen sind in ihrer Kindheit traumatisiert worden. Erstaunlich ist, nicht alle leiden später darunter.
Medikamente dienen lediglich zur Verdrängung und sichern den Lebensunterhalt von Psychatern und Co. Mit den Jahren der Einnahme entstehen Nebenwirkungen, sodass auch die Kollegen Fachärzte profitieren. Praktisch.
Die Ignoranz beim Thema Homöopathie ist immer wieder umwerfend. Diese Kombination aus offenbar totaler Ahnungslosigkeit mit Aggressivität.
Ich hoffe einfach, dass es die paar, die sich doch dafür interessieren, erreicht und ermutigt.
Die Kosten halten sich bei mir wahrlich im Rahmen. Psychotherapeuten machen wirklich abhängig, wenn die Kasse irgendwann nicht mehr zahlt, wird einem angeboten, das privat weiterzumachen, mit mindestens 90 Euro Kosten pro Woche. Der Homöopath nimmt 60-120 Euro im Monat und man kann jederzeit pausieren oder aufhören. Die Wirkungen sind spürbar.
Nach ansonsten wahrscheinlich 20 Jahren vergeblicher Psychotherapie kann ich wohl einschätzen, was hilfreich war und was nicht.
Was Sie über Eltern-Kind-Dynamiken beschreiben mag ja für Sie zutreffen, aber ist auch nur ein Erklärungsversuch von vielen. Mir würden solche Erklärungen rein gar nichts bringen, denn was ändern sie denn für Sie? Sie bleiben in der totalen Opfer-Rolle, oder nicht?
„Ein bescheidener, hochbegabter und extrem erfahrener Arzt in Baden-Württemberg
hat mich geheilt. Mit Globuli. Ob Ihr es glaubt oder nicht.“
Da kannste ma sehn, was unser Hirn mit uns alles macht … Manche glauben sogar
an einen Gott … ohne Globuli.
Lässt einen nur noch mit dem Kopf schütteln. Und das in „unseren“ Kreisen, die es eigentlich besser wissen könnten.
Zum Glück weiß ich, was ich habe, aber diese doch recht aggressiven Anfeindungen aufgrund von „nichts“, die sind schon immer wieder bemerkenswert.
Ich hoffe doch, das es nützlich ist, wenn man weiss was die Ursache für körperliche und/oder psychische Probleme ist und das eine Traumatisierung in der Kindheit bestehen könnte.
Aus der Erfahrung mit Patientinnen weiss ich, dass es vielen nicht bewusst ist was der Opa oder der Onkel oder sonst wer aus dem näheren Umfeld mit ihnen gemacht hat und das es Missbrauch war, der damals stattgefunden hat. Es wird oft verdrängt. Erst später zeigen sich dann Symptome.
Wenn es den Betroffenen dann bewusst ist, kann die Verarbeitung, bzw. Auseinandersetzung mit der Vergangenheit erfolgen.
Es gibt Homöopathische Behandlung bei Tieren, die auch nachweislich wirkt.
Wie erklären Sie dies weg ?
Das gibt es vom Vorgehen her bei vielen Diagnosen.
Fall eines jungen Frau, die nach einer Synkope ein EEG gemacht bekam. EEG war nach gängiger Lehre auffällig. Schwindel-Test war negaitv (in dem Moment). Obwohl Patientin immer wieder betonte, dass sie 3 Tage krank im Bett gelegen habe und dann beim ersten Aufstehen die (vermutlich) Synkope erlebt hatte, erhielt sie die Diagnose EPILEPSIE.
Junge Frau. Sie müsse ihr Leben lang nun ein Medikament einnehmen. Eindringliche Warnungen. Schwangerschaft sei damit dann schwierig (Medikament). Ohne das Medikament betrage die Wahrscheinlichkeit (so etwas lieben sie: Wahrscheinlichkeiten, die angebliches Wissen vorgaukeln) für einen erneuten Anfall innerhalb der kommenden 2 Jahre 80 Prozent!!
Patientin total verängstigt.
Nur aufgrund einer Norovirus-Infektion im Krankehaus mit andauerndem Erbrechen nahm sie die bereits in der Apotheke abgeholten Medikamnte nicht ein.
Und bis sie dann nicht mehr erbrach, hatte sie doch so langsam Zweifel an der Diagnose und „wartete erst mal etwas ab“, „und noch mal eine Woche warten“, „und noch eine“.
Inzwischen sind mehr als 10 Jahre vergangen. Nie den Hauch eines epileptischen Anfalls. Keine einzige Tablette eingenommen.
Verfluchte Mediziner!
Will sagen: WER WEISS, WIE VIELE MENSCHEN DIESES ANGEBLICH TYPISCHE EPILEPSIE-EEG aufweisen würden, WENN MAN SIE UNTERSUCHEN WÜRDE.
Aber man untersucht erst bei einem „Symptom“, und dann wird der Schluss gezogen, der ganz offenbar falsch ist!!!
Was ist eine Synkope?
Und was haben die Ärzte in Ihrem Beispiel falsch gemacht?
Ich habe nach einem EEG gar nichts verschrieben bekommen, denn bei mir war es völlig unauffällig. So what?
Googlen Sie doch, wenn Sie es nicht wissen.
Ich habe verstanden, was hier schiefgelaufen ist, warum Sie das nicht verstehen…
Es kann Gesunde und Kranke geben, die ein bestimmtes, angeblich „auffälliges“ EEG aufweisen. Wenn man nie nachprüft, ob nicht auch die Gesunden dieses Merkmal aufweisen, dann wird man nie wissen, ob man überhaupt richtig diagnostiziert. Das sagte der Gast im Interview ja letztlich ebenfalls.
Der Kommentator kann froh sein, nicht Jahre lang ein Mittel unnötig eingenommen zu haben, würde ich mal sagen.
Hier sind nur noch Influencer unterwegs, wie mir scheint. Eigentlich vergeblich, hier noch zu kommentieren.
Sie wisen also selber nicht, wovon Sie reden?
Das dachte ich mir!
Lässt einen nur noch mit dem Kopf schütteln. Und das in „unseren“ Kreisen, die es eigentlich besser wissen könnten.
Zum Glück weiß ich, was ich habe, aber diese doch recht aggressiven Anfeindungen aufgrund von „nichts“, die sind schon immer wieder bemerkenswert.
Gehörte zum Kommentar darüber.
Die Wahrscheinlichkeit nach dem Modell der genannten Ärzte, nach 10 Jahren keinen neuen „Anfall“ erlitten zu haben, wie in Ihrem Beispiel, wäre: 0,2^10.
Das ist eine Wahrscheinlichkeit von 0,000001024.
Aber das ist zu hoch für die Leute hier.
Ich habe mir das Interview sehr aufmerksam angehört.Wer ist eigentlich die blonde Frau (ohne Brille) ? und worum ging es…?
🙂 Hallo Dr. Nick!!! 🙂
deine mutta