„Corona-Faschismus gegen Kinder“ – mit Birgit Kelle

7. Aug. 20254 Kommentare

Obwohl die Politik schon zu Beginn der Corona-Zeit wusste, dass Kinder keine „Pandemie“-Treiber waren, trieben die Verantwortlichen die Mär von der Seuchenschleuder Kind auf die Spitze. Journalistin und Bestsellerautorin Birgit Kelle, „Die Corona Generation – Wie unsere Kinder um ihre Zukunft gebracht wurden“, sagt: „Schulschließungen waren rein politisch.“

Buchbestellung „Die Corona-Generation“: https://www.amazon.de/Die-Corona-Generation-Schulschlie%C3%9Fungen-%C3%BCberzogenen-verweigert/dp/3690660726

Website Birgit Kelle: https://vollekelle.de/

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Milena Preradovic

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Interview mit Birgit Kelle (deutsch)

Milena Preradovic: Wenn man ein Land danach benotet, wie es mit seinen Kindern umgeht, dann bekommt Deutschland nach der unseligen Coronazeit eine glatte Sechs. Kinder wurden als Seuchen, Vögel und Todesbringer diffamiert, verloren ein Jahr Schule, Freunde, Kontakte, wurden misshandelt und ausgegrenzt, saßen bei Hitze und gewollter Kälte sechs Stunden mit Maske vor Lehrern, die in ihren Schützlingen oft gefährliche Feinde sahen. Und dann wurden sie auch noch mit viel Druck in die sogenannte Impfung getrieben – und das alles ohne irgendeinen Beleg, ohne jegliche Evidenz. Heute heißt es ja, wir wussten es nicht besser. Und das ist knallhart gelogen. Alles war früh bekannt, und trotzdem wurden Kinder und Jugendliche weiter traktiert – einmalig in der Welt. Mein Gast hat alles akribisch dokumentiert, und ich bin bei ihrem Buch wirklich wütend geworden. Was für ein Verbrechen! Das dürfen wir nicht vergessen. Jetzt in Punkt Preradovic. Hallo, Birgit Kelle. Schön, dass du da bist.

Birgit Kelle: Ja, danke für die Einladung in diesen Podcast.

Milena Preradovic: Sehr gerne. Und ich stelle dich kurz vor, wie immer. Du bist Journalistin, Buchautorin und nennst dich weibliche Feministin. Du hast beim Badischen Verlag Journalismus gelernt und schreibst unter anderem für die NZZ, Die Tagespost und die Weltwoche. Du gehörst zum Team der News-Morgensendung und bist Vorsitzende des Vereins „Frau, Familie, Freiheit“. Du engagierst dich vor allem bei den Themenkomplexen Gender, Frauen- und Familienpolitik, warst damit in vielen Talkshows und bist Autorin diverser Bestseller wie Muttertier und Gender Gaga. Dein neues Buch heißt Die Corona-Generation. Wie unsere Kinder um ihre Zukunft gebracht wurden, das du zusammen mit der Kollegin Eva Demmer geschrieben hast. „Kinder sind Treiber der Pandemie“ – das war die Fake News gleich am Anfang dieser unseligen Zeit. Wer kam eigentlich auf die Idee? Es gab ja nie Belege dafür.

Birgit Kelle: Ich glaube, die Idee entstand, weil sie sehr praktisch war. Zu Beginn der Pandemie herrschte weltweit eine große Verunsicherung. Was ist das jetzt tatsächlich? Ist das gefährlich? Das heißt, wir haben erlebt, dass im März 2020 in sehr vielen Ländern ein Lockdown stattgefunden hat. Man hat das öffentliche Leben stillgelegt, entsprechend auch die Schulen. Dieser erste Lockdown war – sagen wir – etwas, das für Kinder vielleicht eher wie verlängerte Ferien wirkte. Die Osterferien wurden verlängert, man saß zu Hause und wartete, was passieren würde. Das war noch nicht so dramatisch.

Politisch wurde aber sofort begriffen, dass man, wenn man möchte, dass sich Menschen nicht mehr frei bewegen, auch zwingend die Schulen lahmlegen muss – wie eine Kettenreaktion. Genau genommen wusste man zu diesem Zeitpunkt über die Ansteckungswege noch gar nichts. Dann aber erstaunlich schnell, auch durch Erkenntnisse aus China, also aus dem Ursprungsland des Virus, wurde klar, dass Kinder offenbar gar nicht Teil der Infektionsketten sind. Es verlief nicht wie bei Influenza. Die Ansteckungen bei Kindern waren deutlich seltener.

Das hätte eigentlich eine sehr gute Nachricht sein können – schon im April und Mai 2020. Man hätte der Welt verkünden können: Wunderbar, dieses Virus geht nahezu spurlos an der jungen Generation vorbei. Sie ist nicht betroffen, sie wird nicht einmal krank. Das hätte schön sein können. Dann hätte man sagen können: Wir müssen unsere Maßnahmen nur auf Erwachsene konzentrieren, und die Kinder können sich frei bewegen, weil sie nicht Teil der Transmissionsketten sind. Wunderbar.

Milena Preradovic: Trotzdem wurden weiter Schulen geschlossen. Kinder wurden weiter diffamiert als Todesbringer, als Seuchenvögel, die Oma und Opa umbringen – und die besonders gefährlich sein sollten, wenn sie gar keine Symptome hatten. Das ist doch eigentlich verrückt. Warum waren Kinder weiter die Sündenböcke? Einfach, um die Angst weiter zu steigern? Oder was denkst du?

Birgit Kelle: Ich glaube, dass es zumindest in Deutschland politisch gewollt war – andere Länder haben das anders gelöst. In anderen Ländern erkannte man sehr schnell, dass es fatal ist, die Schulen zu schließen. Schon nach den ersten Lockdown-Erfahrungen sah man: Das ist für die Kinder nicht gut. Je kleiner sie sind, desto weniger lernen sie. Es hatte verheerende Folgen, sie aus ihrem sozialen Leben zu reißen.

Im Mai 2020 wurde ein Strategiepapier aus dem Innenministerium geleakt – eine Kommunikationsempfehlung für die Pandemiezeit. Dort stand explizit, man solle immer den Worst Case betonen. Auf das Argument, dass Kinder gar nicht gefährlich seien, solle man sagen: falsch. Sie würden für Ansteckung sorgen. Es sei für Kinder eine schlimme Erfahrung, wenn sie schuld seien, dass ihre Eltern oder Großeltern qualvoll sterben – weil sie sich heimlich mit Nachbarskindern getroffen und vergessen hätten, die Hände zu waschen. Das waren die offiziellen Kommunikationsempfehlungen des Innenministeriums.

Milena Preradovic: Und da wusste man schon, dass es eine Lüge war.

Birgit Kelle: Da wusste man zumindest, dass es für Kinder nicht gefährlich ist. Die gesamte Coronazeit wurde mit Hochrechnungen und Modellierungen gearbeitet – also mathematischen Wahrscheinlichkeiten mit großer Fehlerquelle, wie sich später herausstellte. Alle Berechnungen zur Gefährlichkeit und Verbreitung des Virus basierten auf Erfahrungen mit bisherigen Grippewellen, vor allem Influenza.

Aber schon ab April, Mai 2020 wusste man weltweit: Es verläuft bei Kindern nicht wie Influenza. Die Wissenschaft war sich einig. Die Infektiosität bei Kindern lag bei Influenza bei 17 %, bei Corona bei 0,01 % – also minimal. Das hätte man berücksichtigen müssen. Man hätte sagen müssen: Kinder sind keine Superspreader. Im Gegenteil, wir können die Schulen auflassen. Die Kinder sind nicht betroffen.

Man wollte das aber nicht. Man wollte die Wahrheit nicht. Man wollte die Lockdowns komplett – und das hat man durchgezogen. Die erste Schulschließung im März 2020 war ein Kinderspiel im Vergleich zu dem, was danach kam – zumindest in Deutschland. Beim ersten großen Schulschließungs-Lockdown gab es 106 Tage keine Schule, beim zweiten 186 Tage in Folge. Und das sind nur die offiziellen Zahlen. Danach ging es oft im Wechselunterricht weiter – zwei Tage die Woche, das galt dann schon als Schulöffnung. Sobald auch nur eine Stunde Unterricht stattfand, galt die Schule als geöffnet – was mit der Realität nichts zu tun hatte.

In Wahrheit hatten wir viel längere Ausfallzeiten. Dann kamen Quarantänen, positiv getestete Fälle, Lehrerausfälle. Diese 186 Tage sind also konservativ gerechnet – nur die offiziellen Schließungstage. In Wahrheit war es mehr. Wir haben mindestens ein Schuljahr verloren.

Milena Preradovic: Und es wurde immer weiter eskaliert. Gesundheitsämter haben Drohbriefe an Eltern geschickt, sie sollten ihre Kinder isolieren, in ihre Zimmer sperren – sogar Kleinkinder. Und das nicht mal, wenn sie krank waren, sondern nur bei Verdacht. Sonst gäbe es Bußgelder oder sogar Kindesentzug. Das war weltweit ziemlich einmalig. Ich habe mich wirklich gefragt: Ist Deutschland ein so unempathisches und kinderunfreundliches Land?

Birgit Kelle: In dieser Zeit würde ich sagen: ja. Es hat sich gezeigt, dass wir eine enorme Diskrepanz haben zwischen dem lauten Gerede und dem tatsächlichen Handeln. Jeder Politiker hat einmal gesagt, Schulschließungen seien nur das letzte Mittel – und was war es? Immer das erste. Die Schulen waren immer zuerst zu und zuletzt wieder auf. Alle Versprechungen waren nur hohle Worte.

Wir reden viel über Kinderrechte. Aber in der Coronazeit zeigte sich: Die Rechte der Kinder waren die ersten, die man genommen und mit Füßen getreten hat. Die Schulschließungen waren nur der Anfang – eine Kettenreaktion mit dramatischen gesundheitlichen und psychischen Folgen. Dazu kamen die Schließungen aller Freizeitaktivitäten: Sportvereine, Spielplätze, Skateplätze, Parks – alles war verboten für Kinder.

Im Prinzip war der Lockdown ein Zuruf an Kinder: „Werdet dick und depressiv.“ Das kann man so sagen.

Milena Preradovic: Es gibt ja in Deutschland die Versuche, Kinderrechte ins Grundgesetz zu schreiben. Du bist kein großer Fan davon. Warum?

Birgit Kelle: Gerade die Coronazeit hat das noch einmal deutlich gemacht. Ich war vorher schon kein großer Fan, denn man muss einfach begreifen: Kinder sind auch Menschen. Das scheint für manche erklärungsbedürftig zu sein. Kinder sind nichts anderes als Menschen – also gilt jedes Menschenrecht selbstverständlich auch für Kinder. Insofern brauchen sie keine speziell gesicherten Kinderrechte in der Verfassung. Jedes einzelne Recht, das für uns Erwachsene gilt, gilt selbstverständlich auch für Kinder. Das könnte eigentlich das Ende der Diskussion sein.

Wenn man nun speziell Kinderrechte in die Verfassung schreibt, nimmt man die Verteidigung dieser Rechte aus der Hand der Eltern und übergibt sie dem Staat. Ein Verfassungsartikel, der Kinderrechte definiert, würde dem Staat den Auftrag geben, diese Rechte zu verteidigen. Momentan ist es das natürliche Recht der Eltern, die Rechte ihrer Kinder zu vertreten. In der Coronazeit hätte das konkret bedeuten können, dass, wenn Eltern sich beispielsweise gegen eine Impfung wehren, der Staat sagen könnte: Damit verstößt du gegen die Rechte deines Kindes. Denn wir haben definiert, dass es für die Gesundheit deines Kindes ganz wichtig ist, diese Impfung zu bekommen – und du verweigerst deinem Kind den Gesundheitsschutz. Das ist fahrlässig. Vielleicht sollten wir dir sogar das Sorgerecht entziehen, weil du offenbar nicht in der Lage bist, dich angemessen um dein Kind zu kümmern.

Milena Preradovic: Wäre das auch ohne Impfpflicht möglich gewesen?

Birgit Kelle: Das wäre sogar ohne Impfpflicht möglicherweise möglich gewesen. Du hast schon die Briefe der Gesundheitsämter erwähnt. 2021 gab es plötzlich in verschiedenen Bundesländern Aussendungen, in denen Eltern – auch von Kita- und Grundschulkindern – ernste Drohungen und Anordnungen erhielten, wie sie im Fall einer Quarantäne zu verfahren hätten. Wenn zum Beispiel eine Schulklasse nach Hause geschickt wurde, informierte die Schule das Gesundheitsamt, und dieses verschickte dann Briefe an die Eltern – in einem harschen Ton.

Die Eltern wurden instruiert, wie sie in ihren eigenen vier Wänden, also nicht im öffentlichen Raum, sondern zu Hause, mit ihren Kindern umzugehen hätten. Kinder, wohlgemerkt, die nicht einmal krank waren, sondern nur, weil jemand in der Klasse eventuell infektiös war. Da wurde angeordnet, nicht mehr gemeinsam zu essen, die Kinder zu isolieren – und das betraf auch Kita-Kinder. Wie soll man sich das vorstellen? Dass die Eltern ihnen das Essen vor die Tür stellen oder durch eine Luke reichen wie in eine Zelle? Das war faktisch angeordnete Isolationshaft für Kinder in ihrem eigenen Zimmer – sofern sie überhaupt ein eigenes Zimmer hatten.

Ich habe hier ein Zitat aus einem Originalbrief. Ich lese kurz zwei Sätze vor:
„Sollten Sie oder Ihr Kind den die Absonderung betreffenden Anordnungen nicht nachkommen oder lässt Ihr Verhalten darauf schließen, dass meinen Anordnungen nicht ausreichend Folge geleistet wird, würde beim zuständigen Amtsgericht beantragt werden, das Kind zwangsweise in einer geeigneten, abgeschlossenen Einrichtung abzusondern.“
Man maßt sich also an, den Eltern vorzuschreiben, wie sie in ihren eigenen vier Wänden mit ihrem Kind umgehen dürfen. Und wenn der Verdacht besteht, dass dem nicht Folge geleistet wird, soll das Kind zwangsweise herausgenommen und in ein Heim gesteckt werden.

Und das alles ganz ohne Kinderrechte in der Verfassung. Man wagt gar nicht darüber nachzudenken, wozu der Staat bereit wäre, wenn er über die Verfassung wirklich die Hoheit über die Definition des Kindeswohls hätte. Deswegen darf es niemals Kinderrechte in der Verfassung geben. Kinderrechte im Grundgesetz bedeuten: Kinderrechte aus der Hand der Eltern an den Staat übergeben. Und die Coronazeit hat gezeigt, wie fatal das wäre.

Milena Preradovic: An diesen Staat – lieber nicht. Du hast gesagt, insgesamt haben die Kinder ein Schuljahr verloren. Was hat das denn für das Bildungsniveau am Ende bedeutet?

Birgit Kelle: Die Antwort sieht man schwarz auf weiß, unter anderem in den PISA-Zahlen, die 2024 veröffentlicht wurden – bezogen auf das Jahr 2023. Im Grunde war schon nach dem ersten Lockdown allen Bildungsexperten klar: „Um Himmels willen, macht die Schulen auf!“ Jeder Monat Schulverlust bedeutet langfristig weniger Einkommen für ein Kind. Das Bildungsniveau eines Kindes steigt mit jedem Schuljahr, und mit jedem Monat ohne Unterricht verliert es Potenzial – beruflich und gesellschaftlich.

Ein Schuljahr Verlust bedeutet für viele Kinder nicht nur, dass sie den Anschluss nie wieder bekommen haben – es gab ja kein echtes Nachholen. Es gab Programme wie „Aufholen nach Corona“, ein Paket von einer Milliarde Euro. Wenn man das herunterrechnet, sind das 181 Euro pro Kind – die zusätzlich ins Bildungssystem geflossen sind.

Wir haben uns als Autoren dieses Bildungspaket mal angeschaut. Was wurde tatsächlich gemacht? Es waren keine schlechten Dinge, aber es hatte nichts mit dem Aufholen von Schulbildung zu tun. Das Geld floss in Initiativen, die vorher schon existierten: Nachhilfeprojekte für benachteiligte Kinder, Jugendfreizeiten, Schwimmkurse. Alles sinnvoll, aber nichts, was ein verlorenes Schuljahr wettmacht.

Selbst der Onlineunterricht, der angeblich stattfand, war in der Realität kaum vorhanden. Studien des ifo Instituts zeigten: 57 % der Schüler hatten während des ersten Lockdowns weniger als einmal pro Woche Onlineunterricht mit der ganzen Klasse. Nur 6 % hatten täglich Onlineunterricht. Und 45 % der Schüler – niemals.

Milena Preradovic: Ich habe bei dir gelesen, dass eine Schule auf die Beschwerde reagierte, ein Kind hätte weder Laptop noch WLAN – sinngemäß mit: „Dann kann es halt nicht beschult werden.“

Birgit Kelle: Genau. In der öffentlichen Debatte wurde so getan, als würde mit Onlineunterricht nahtlos zu Hause weitergelernt. Das ist ein Mythos. Ich selbst hatte damals drei Kinder in der Schule und ein Kind an der Universität. Ich habe also mitbekommen, wie Onlineunterricht tatsächlich organisiert wurde, wie gut die Schulen das gemacht haben – oder eben nicht.

Es war minimal. Und das war schon in einem Haushalt wie unserem, in dem ich noch ein Auge drauf hatte, die Kinder motiviert habe, mit ihnen gearbeitet habe – was nicht selbstverständlich war. Ich habe von zu Hause aus gearbeitet. Viele Eltern hatten diese Möglichkeit nicht. Sie konnten ihre Kinder gar nicht im Blick behalten. Der Tagesablauf geriet durcheinander. Es gab ab und zu Onlineunterricht, aber im Wesentlichen waren es Aufgaben, die die Kinder zu Hause selbstständig lösen und digital zurückschicken sollten.

Faktisch bedeutete das: Die Kinder quälten sich morgens aus dem Bett, saßen im Schlafanzug vor dem Bildschirm. Und die Jungs hatten schnell raus, wie man eine Dauerschleife programmiert, sodass der Lehrer denkt, man sei noch online – während sie längst oben in der Küche frühstückten. Das war Onlineunterricht.

Milena Preradovic: Viele Kinder sind in der Zeit ja komplett von der Bildfläche verschwunden. Die hatte man gar nicht mehr im Blick – vielleicht gerade Kinder aus eher bildungsfernen Milieus?

Birgit Kelle: Ja, besonders Kinder aus bildungsfernen oder ohnehin schwierigen Verhältnissen. Die hatten schon vorher Probleme – durch Corona wurden sie unsichtbar. Es gab massive Appelle an die Politik, unter anderem vom Gründer der Arche-Projekte. Die Arche ist in vielen Großstädten aktiv – dort gehen Kinder aus schwierigen Stadtteilen nach der Schule hin, bekommen ein Mittagessen, Hausaufgabenhilfe usw.

Diese Einrichtungen mussten aber schließen. Die Kinder, die dort besser aufgehoben waren als zu Hause, wurden gezwungen, zu Hause zu bleiben. Diese Eltern waren vorher schon überfordert – jetzt noch mehr. Dazu kamen soziale Spannungen, beengte Wohnverhältnisse, keine digitale Ausstattung. Viele Kinder hatten weder Laptop noch Smartphone, um sich online dazuschalten zu können. Um Arbeitsblätter auszudrucken, brauchte man WLAN und Drucker – oft beides nicht vorhanden.

Die Arche-Mitarbeiter arbeiteten rund um die Uhr, nur um Kontakt zu diesen Kindern zu halten. Aber irgendwann ging gar nichts mehr. Die Politik ignorierte das völlig. Man ging immer vom Idealhaushalt aus: Eltern fördern ihre Kinder zu Hause, lernen mit ihnen, strukturieren den Tag. Ein Mythos! Das war nie Realität – und sollte auch nie die Aufgabe der Eltern sein. Eltern können nicht gleichzeitig Lehrer, Betreuer und Homeoffice-Arbeitende sein.

Man hat einfach die Schulen zugemacht – und laufen lassen. Man hat nicht darüber nachgedacht, was es bedeutet, einem Kind die gesamte Tagesstruktur zu nehmen: aufstehen, frühstücken, zur Schule gehen, sich anziehen, zuhören, Hausaufgaben machen, Sportunterricht, Musik, Freunde treffen. All das gibt Halt im Alltag.

Selbst Erwachsene sind in dieser Zeit aus dem Gleichgewicht geraten – Kinder noch viel mehr. Gerade sie brauchen feste Strukturen. Schule ist für viele Kinder eben nicht einfach nur Schule.

Birgit Kelle: Schule bedeutet nicht, dass man einfach nur Bildung in den Kopf stopft. Schule ist ein Ort, an dem man lernt, sich sozial mit anderen Menschen auseinanderzusetzen, Freundschaften zu schließen, sich in einer Gruppe zu verhalten. Das sind unglaublich wichtige Entwicklungsschritte – und die sind bei diesen Kindern völlig weggefallen.

Bei den ganz kleinen Kindern war es noch schlimmer. Je jünger die Kinder waren, desto gravierender waren die Auswirkungen – sowohl im Bildungsbereich als auch bei der Grundausbildung. Bei den Schuleingangsuntersuchungen, die inzwischen wieder durchgeführt wurden, konnte man einen massiven Rückgang feststellen – im Vergleich zu vor Corona. Fettleibigkeit hat zugenommen, viele Kinder zeigen motorische Störungen. Sie haben nicht mehr gespielt, keine Bewegung gehabt. Feinmotorik gestört, Grobmotorik gestört, Sprachentwicklung gestört.

Ein Kind, das in der Kita sitzt mit einem nassen Lappen vor dem Gesicht, während die Erzieherin ebenfalls einen trägt, kann nicht sprechen lernen. Kinder brauchen das ganze Gesicht – Mimik, Mundbewegungen –, um Sprache zu erlernen. Und es gibt sehr viele Kinder, die diese Entwicklungsschritte schlichtweg nicht gemacht haben. Das sind Entwicklungsschritte, bei denen sich sogenannte Fenster schließen – und diese öffnen sich nicht wieder, nur weil die Kita jetzt wieder auf hat oder weil man keine Maske mehr trägt.

Milena Preradovic: Genau. Und darauf wollte ich hinaus: Als die Schulschließungen vorbei waren – oder sagen wir mal, zwischendrin unterbrochen –, war das ja auch kein Honiglecken. Die Kinder saßen sechs Stunden mit Maske, bei Hitze oder bitterer Kälte, weil ständig gelüftet werden musste. Es war teilweise eiskalt – ich habe bei dir gelesen: zwischen fünf und fünfzehn Grad. Die Kinder sollten in Skikleidung zur Schule kommen. Und dann hat das Ärzteblatt eine Studie veröffentlicht, die behauptete, es gebe keinen Leistungsabfall – und damit war das Thema erledigt. Was war das für eine Studie?

Birgit Kelle: Ja, das war wirklich absurd. Es ging sofort ein Streit los, als es hieß, die Kinder müssen Masken tragen. Man müsste eigentlich eine eigene Sendung machen über die Sinnhaftigkeit dieser Masken. Selbst das RKI hat zu Beginn der Pandemie gesagt, Masken seien nicht sinnvoll, weil sie die Übertragung nicht verhindern. Aber sie seien nützlich, um ein Bewusstsein für Distanz zu schaffen.

Maskentragen wurde also als erzieherische Maßnahme verordnet, nicht aus medizinischen Gründen. Trotzdem mussten die Schulkinder, wenn sie denn Schule hatten, den ganzen Tag mit Maske im Klassenraum sitzen – in manchen Bundesländern sogar draußen auf dem Schulhof. Es gab Pausenhöfe mit aufgemalten Zonen auf dem Boden, und selbst dort mussten die Kinder die Maske tragen.

Ein besonders absurdes Wort aus dieser Zeit ist für mich „Frischluft-Tankstelle“. Weißt du, was das war? Ein Bereich auf dem Schulhof, ein markierter Kreis, in dem die Kinder kurz stehen durften, um die Maske abzunehmen und „frische Luft zu tanken“ – bevor sie sie wieder aufsetzen mussten. Das war keine Comedy – das war Realität. Auf deutschen Schulhöfen wurden „Frischluft-Tankstellen“ eingerichtet, an denen Schüler kurz durchatmen durften.

Milena Preradovic: Und generell hat das ja auch bei vielen Lehrern das Schlechteste zum Vorschein gebracht. Du sprichst von schwarzer Pädagogik. Wie war das in den Schulen?

Birgit Kelle: Nicht nur ich spreche von schwarzer Pädagogik. Es gibt auch viele Pädagogen, die sich inzwischen zu Wort melden – einige taten es sogar schon damals. Sie wiesen darauf hin, dass das, was in den Schulen passierte, nicht kindgerecht war – es war übergriffig und grenzte an Nötigung. Viele Lehrer, die das kritisierten, waren eine Minderheit und hatten einen schweren Stand. Ich kenne Lehrer, die wurden suspendiert, weil sie sich für die Rechte der Kinder eingesetzt haben – für frische Luft, für vernünftigen Unterricht.

Aber in der Mehrheit der Schulen wurden diese Maßnahmen rigoros durchgesetzt. Da kann man durchaus von Drill sprechen. In manchen Bundesländern entschieden die Schulen eigenmächtig, die Maskenpflicht fortzusetzen – selbst als sie offiziell längst aufgehoben war. Die wenigen Kinder, die keine Maske mehr tragen wollten, wurden plötzlich zu den Schuldigen. Sie wurden nach hinten gesetzt, ausgegrenzt.

Als dann die Impfempfehlung auch für Kinder und Jugendliche kam, wurde der öffentliche Impfdruck direkt auf die Schulen übertragen. Das Narrativ, dass Kinder die Erwachsenen anstecken, hielt sich hartnäckig. Viele Lehrer glaubten das – und behandelten ungeimpfte Kinder entsprechend: als Gefährder des Schulbetriebs, als Gesundheitsrisiko, als Gefahr für ihre Mitschüler.

Birgit Kelle: Es gab Fälle, in denen an der Tafel aufgeschrieben wurde: links die Geimpften, rechts die Ungeimpften. Als dann die regelmäßigen Tests wegfielen, mussten nur noch die Ungeimpften getestet werden – also wusste sofort jeder, wer nicht geimpft war. Schüler berichteten, dass ganze Jahrgänge zusammengerufen wurden, etwa in der Bibliothek, und die Lehrer riefen jeden Schüler mit Namen auf, um den Impfstatus abzufragen. Das ist für mich praktizierter Faschismus. Leute aus der DDR sagen: „Das kennen wir.“ Dieses öffentliche An-den-Pranger-Stellen – einzeln aufrufen, bekennen, ob man geimpft ist, und dann sagen, ob man das Impfangebot annehmen will. Wer „Nein“ sagte, wurde noch mehr ausgegrenzt.

Viele Jugendliche haben sich nicht impfen lassen, weil sie überzeugt waren, dass sie das brauchen, sondern einfach nur, um ihr Leben zurückzubekommen – um nicht weiter angefeindet zu werden. Sie waren ständig die Schuldigen. Und das Ganze setzte sich an den Universitäten genauso fort.

Milena Preradovic: Da gab es doch sogar Armbändchen – für Geimpfte und Ungeimpfte.

Birgit Kelle: In Düsseldorf gab es sogar getrennte Eingänge für Geimpfte und Ungeimpfte. Da sitzt dann ein Bürokrat und denkt: „Super, das lässt sich morgens leichter organisieren. Die Geimpften können auf der Fast Lane rein – wie am Flughafen.“ Und wenn mir Leute sagen: „Ach, so schlimm war es doch nicht“, dann frage ich sie: Stell dir vor, wir hätten die Unterscheidung nicht zwischen geimpft und ungeimpft gemacht, sondern zwischen Schwarz und Weiß. Die einen bekommen ein Armbändchen, die anderen nicht. Die einen gehen durch Eingang A, die anderen durch Eingang B.

Oder machen wir das zwischen Christen und Juden, oder zwischen Männern und Frauen – die Männer sitzen vorn, die Frauen hinten. Da würde jeder sofort sagen: Das ist diskriminierend, das geht gar nicht. Aber genau das haben wir gemacht – in Schulen, in Klassenräumen – zwischen geimpften und ungeimpften Kindern.

Das muss man sich bewusst machen. Und mich macht es bis heute fassungslos, wie einfach, schnell und ohne Widerstand all diese Regeln durchgesetzt werden konnten – und wie wenig Menschen widersprochen haben. Auch wie wenige Eltern widersprochen haben. Den Schülern mache ich keinen Vorwurf – sie waren Spielball. Es gehört viel Mut dazu, sich in so einer Situation zu widersetzen, vor allem, wenn selbst die Eltern nicht hinter einem stehen. Wenn die ganze Schule gegen dich ist, ist das ein harter Kampf.

Aber wo waren die, die sonst immer für Kinderrechte kämpfen?

Milena Preradovic: Was kann man denn sagen? Welche psychischen Schäden haben viele Kinder davongetragen?

Birgit Kelle: Die psychischen Schäden sind wahrscheinlich die dramatischsten – zusätzlich zu den körperlichen, etwa bei Kindern, die langfristig motorisch beeinträchtigt sind oder unter Fettleibigkeit leiden, was später zu Herz-Kreislauf-Problemen führen kann. Auch geimpfte Kinder haben Schäden davongetragen. Aber die psychischen Schäden – also Defizite im sozialen Umgang – sind besonders gravierend. Viele Kinder sind nicht mehr sozialfähig, sie können nicht mehr mit anderen Menschen interagieren.

Wir haben einen massiven Anstieg von Depressionen, selbstverletzendem Verhalten, Süchten, Drogen- und Alkoholkonsum sowie Internetabhängigkeit. All diese Phänomene sind explosionsartig gestiegen. Und wir hatten diese Zahlen sehr früh – die Krankenkassen haben sie bereits 2020 gemeldet. Auch hier kann man nicht sagen: „Das haben wir nicht gewusst.“ Die Kinder- und Jugendärzte haben frühzeitig Alarm geschlagen. Sie forderten dringend, die Schulen offen zu halten. Sie sahen schon damals die Auswirkungen.

Das ist wie eine Spirale: Wenn ein Kind zu Hause sozial isoliert ist, keine Freunde treffen darf, nicht rausgehen kann, dann sitzt es alleine vor dem Bildschirm. Vor allem Einzelkinder sind da besonders betroffen. Und während wir früher sagten, Bildschirmzeit muss begrenzt werden, haben wir sie jetzt gezwungen, online zu gehen – ohne jede Kontrolle.

Birgit Kelle: Die Krankenkassen berichten von einer Explosion psychischer Auffälligkeiten. Die Zahl klinisch behandlungsbedürftiger Kinder ist massiv gestiegen. Gleichzeitig gab es keine Therapieplätze. Schon vor Corona gab es zu wenige Therapeuten – jetzt explodierten die Zahlen. In manchen Altersgruppen, wie pubertierenden Mädchen, stiegen die psychischen Störungen um bis zu 40 %. Essstörungen bei Mädchen haben sich um über 40 % erhöht. Mädchen wurden magersüchtig vor dem Bildschirm, Jungs wurden dick und internetabhängig.

Weil es keine Behandlung gab, stieg die Medikation mit Antidepressiva um 65 %. Wir haben schon Grundschulkinder mit Antidepressiva stillgelegt, weil wir keine Therapeuten für sie hatten. Und das Schlimmste: Die Suizidversuche bei Kindern und Jugendlichen sind um 400 % gestiegen – dokumentiert im Ärzteblatt. Und das waren nur die Fälle, die in Krankenhäusern landeten. Die Dunkelziffer ist vermutlich noch viel höher, denn nicht alle Versuche wurden erfasst.

Birgit Kelle: Und was war die Reaktion in diesem Land? Kein Aufschrei. Stattdessen wurden die Zahlen erst einmal in Zweifel gezogen, als könnten sie nicht stimmen. Doch sie stimmten. Und es war sogar noch schlimmer. Die meisten dieser Kinder blieben mit ihren Problemen allein. Ein depressives Kind ist nicht plötzlich geheilt, nur weil die Schule wieder öffnet. Viele dieser Kinder kamen gar nicht mehr zurück. Sie hatten sich innerlich bereits verabschiedet. Sie wollten nicht mehr aufstehen, nicht mehr am Leben teilnehmen. Das ist eine der schlimmsten Spätfolgen von Corona – und sie wird bis heute nicht behandelt.

Politisch fehlt völlig das Bewusstsein, dass es hier nicht nur um Bildungsdefizite geht, sondern um massive psychische Schäden. Und wir hätten gar nicht so viele Therapeuten, wie wir bräuchten, um all diese coronageschädigten Kinder zu behandeln.

Milena Preradovic: Da wird natürlich nicht investiert – wäre ja fast schon ein Schuldeingeständnis. Deswegen wird das lieber unter den Teppich gekehrt. Genau wie die Impfschäden – bei Erwachsenen, aber eben auch bei Kindern. Du hast dazu recherchiert. Was ist der aktuelle Stand?

Birgit Kelle: Es ist genauso wenig erfasst und erforscht wie bei den Erwachsenen – leider. Besonders dramatisch ist, dass Kinder in eine Impfung getrieben wurden, die für sie völlig sinnlos war. Es gab keinen medizinischen Grund. Und das war bekannt. Wir konnten beobachten, wie die STIKO – die Ständige Impfkommission – unter politischem Druck eingeknickt ist. In den RKI-Protokollen kann man heute nachlesen, dass die Impfkampagne für Kinder politisch längst vorbereitet war, noch bevor es überhaupt eine Zulassung durch EMA oder STIKO gab.

Schon im Sommer 2021 hieß es: Alle Kinder sollen über die Ferien geimpft werden – dabei gab es noch nicht einmal einen Impfstoff für Kinder. Es war politisch gewollt. Und als die STIKO dann einknickte, kann man auch in ihren Bulletins nachlesen, dass ihre Begründung nicht medizinisch war. Sie schrieben nicht, dass die Impfung für Kinder notwendig sei, um eine schwere Krankheit zu verhindern. Im Gegenteil: Es wurde betont, dass Kinder nur milde Verläufe haben und die Impfung für sie kaum einen Nutzen bietet – aber ein potenzielles Risiko für Nebenwirkungen darstellt.

Birgit Kelle: Besonders für Jungen, für pubertierende Jungs und junge Männer, war das Risiko einer Herzmuskelentzündung von Anfang an bekannt – und hoch. Eine normale Impfung hätte unter diesen Bedingungen niemals eine Zulassung bekommen dürfen. Dennoch wurde die Impfung empfohlen – nicht zum Schutz der Kinder, sondern um ihre soziale Teilhabe zu ermöglichen. Die Kinder sollten sich „frei impfen“, damit sie wieder in die Schule dürfen, wieder Freunde treffen können. Und angeblich auch zum Fremdschutz der Erwachsenen.

Aber diesen Fremdschutz hat es nie gegeben – und das war ebenfalls bekannt. Schon bei der Zulassung war klar: Der Impfstoff wurde gar nicht auf Fremdschutz getestet. Das hat die Pfizer-Managerin später im EU-Parlament sogar lachend zugegeben: „Wir hatten doch gar keine Zeit.“

Milena Preradovic: Ich erinnere mich gut.

Birgit Kelle: Das bedeutet: Auch die Politik wusste es. Die Behauptung, man sei von den Herstellern getäuscht worden, ist falsch. Die Politik wusste, dass der Fremdschutz nicht belegt war – und hat ihn trotzdem behauptet. Dieses Argument war aber zentral, um Kinder zur Impfung zu bewegen: Sie sollten nicht ihre Großeltern gefährden. Das ganze Narrativ war von Anfang an gelogen.

Umso schlimmer ist, was daraus geworden ist. Es gab Schüler, die tatsächlich schwere Schäden davongetragen haben. Viele mussten erst dafür kämpfen, dass ihre Beschwerden überhaupt ernst genommen wurden. Es gibt Kinder, die heute schwerbehindert sind – andere haben dauerhafte Schäden, deren Folgen wir noch gar nicht abschätzen können.

Wir wissen, dass das Herz angegriffen wurde, dass das Immunsystem möglicherweise gestört ist. Wie sich das langfristig auswirkt – unklar. Und was ist mit den Kindern, die in dieser Zeit drogensüchtig oder alkoholsüchtig wurden? Die ohne Abschluss von der Schule gehen, die nie einen Beruf erlernen, nie ein selbstbestimmtes Leben führen können? Niemand wird dann sagen: „Ach, das war wegen Corona.“

Milena Preradovic: Und wenn in zwanzig Jahren ein junger Mann einfach umfällt und sein Herz stehen bleibt, wird das auch niemand mit der Impfung in Verbindung bringen – weil ja keine Studien gemacht wurden. Es wird nicht aufgearbeitet, schon gar nicht in Deutschland. Die paar Versuche, die es gibt, sind Feigenblätter. Die Täter sollen ihre Taten selbst aufarbeiten – das kann nicht funktionieren. Glaubst du, das kann noch einmal passieren? Die Medien sind ja nicht aufgewacht. Sie waren treibender Faktor – und sind es weiterhin. Die großen Medien haben nichts gelernt.

Birgit Kelle: Ich glaube, ja – es kann wieder passieren. Allerdings denke ich, dass der Widerstand beim nächsten Mal schneller und größer wäre. Viele Menschen sagen mir, dass sie in der Coronazeit zum ersten Mal desillusioniert wurden – vom Staat, von den Medien, von den Institutionen, denen sie vorher vertraut haben.

Vielleicht ist das ein besonders deutsches Phänomen. In Deutschland war das Vertrauen in den Staat immer sehr hoch. Was der Staat tut, wird schon richtig sein – das war die Grundhaltung. Dieses Vertrauen wurde ausgenutzt. Und viele merken jetzt erst im Nachhinein, dass sie betrogen wurden. Dass sie plötzlich in einem Land lebten, in dem ein Virus ab 20 Uhr so gefährlich war, dass man das Haus nicht mehr verlassen durfte. Dass man Bußgelder bekam, wenn man abends die Oma nach Hause fuhr oder allein auf einer Parkbank saß und ein Eis aß.

Birgit Kelle: Diese staatliche Absurdität und Härte ist vielen erst in dieser Zeit bewusst geworden. Und das vergisst man nicht – auch wenn man es ausblendet. Wenn so etwas wiederkommt, wird man es sofort erkennen. Es ist wie ein Déjà-vu.

Deshalb reagieren Menschen aus Ländern mit totalitärer Vergangenheit auch anders. Sie gehen früher auf die Barrikaden. Sie haben ein Gespür für autoritäre Mechanismen. Das ist auch der Grund, warum der Osten Deutschlands heute anders wählt als der Westen.

Milena Preradovic: Ganz genau.

Birgit Kelle: Menschen im Osten sagen: „Das kennen wir schon. Diese Methoden hatten wir schon. Wir wollten das nie wieder.“ Und damals war der Staat nicht unser Freund – und heute offensichtlich auch nicht mehr.

Milena Preradovic: Ich sage immer: Der Osten ist mit Honecker aufgewachsen, der Westen mit Hollywood. Das erklärt einiges. Lieben Dank, Birgit. Danke, dass du da warst – und vielen Dank für dein Buch. Für mich ist es jetzt schon das Standardwerk über das Verbrechen an den Kindern. Ich glaube, man kann es ein Verbrechen nennen. Danke, schön, dass du da warst.

Birgit Kelle: Ganz herzlichen Dank für die Einladung. Es ist mir ein echtes Anliegen, dass die Belange der Kinder endlich diskutiert und anerkannt werden – und dass man zugibt, dass wir etwas falsch gemacht haben.

Milena Preradovic: Das hat man gemerkt. Vielen Dank, Birgit.

Tja, Leute, dieses Buch sollte wirklich jeder lesen. Ich hatte vieles schon wieder vergessen – jetzt kam alles zurück. Und wenn wir vergessen oder verdrängen, kann es wieder passieren. Vielen Dank auch für eure Unterstützung – ohne euch könnte ich solche Themen gar nicht aufgreifen. Ich bin übrigens jetzt auch per Krypto erreichbar. Steht alles in der Beschreibung.

Ich wünsche euch eine gute Zeit. Bis bald.

Interview with Birgit Kelle (english)

Milena Preradovic: If you grade a country based on how it treats its children, then Germany gets a straight F after the unfortunate coronavirus period. Children were defamed as diseases, birds, and bringers of death, lost a year of school, friends, and social contacts, were mistreated and marginalized, sat for six hours in heat and deliberate cold wearing masks in front of teachers who often saw their charges as dangerous enemies. And then they were also pressured into getting the so-called vaccination – all without any proof, without any evidence. Today, we are told that we didn’t know any better. And that is a blatant lie. Everything was known early on, and yet children and young people continued to be mistreated—something unique in the world. My guest has meticulously documented everything, and her book really made me angry. What a crime! We must not forget that. Now over to Punkt Preradovic. Hello, Birgit Kelle. It’s nice to have you here.

Birgit Kelle: Yes, thank you for inviting me to this podcast.

Milena Preradovic: My pleasure. As always, let me introduce you briefly. You are a journalist, author, and self-described female feminist. You studied journalism at Badischer Verlag and write for publications including the NZZ, Die Tagespost, and Weltwoche. You are part of the team behind the morning news program News and chairwoman of the association “Frau, Familie, Freiheit” (Women, Family, Freedom). You are particularly involved in issues relating to gender, women’s and family policy, have appeared on many talk shows and are the author of various bestsellers such as Muttertier (Mother Animal) and Gender Gaga. Your new book is called Die Corona-Generation. Wie unsere Kinder um ihre Zukunft gebracht wurden (The Corona Generation: How Our Children Were Robbed of Their Future), which you wrote together with your colleague Eva Demmer. “Children are driving the pandemic” – that was the fake news right at the beginning of this unfortunate time. Who actually came up with that idea? There was never any evidence for it.

Birgit Kelle: I think the idea arose because it was very convenient. At the beginning of the pandemic, there was great uncertainty worldwide. What is this actually? Is it dangerous? In other words, we saw that in March 2020, many countries went into lockdown. Public life was shut down, including schools. This first lockdown was – let’s say – something that perhaps seemed more like an extended vacation to children. The Easter holidays were extended, people sat at home and waited to see what would happen. It wasn’t that dramatic yet.

Politically, however, it was immediately understood that if you want to prevent people from moving freely, you also have to shut down schools – like a chain reaction. Strictly speaking, nothing was known about the routes of infection at that point. But then, surprisingly quickly, thanks in part to findings from China, the country where the virus originated, it became clear that children were apparently not part of the chain of infection. It was not like influenza. Infections among children were significantly less common.

This could have been very good news – even in April and May 2020. The world could have been told: Wonderful, this virus is passing the younger generation by almost without a trace. They are not affected, they don’t even get sick. That could have been nice. Then we could have said: We just need to focus our measures on adults, and children can move around freely because they are not part of the transmission chains. Wonderful.

Milena Preradovic: Nevertheless, schools continued to be closed. Children continued to be defamed as death bringers, as plague birds who kill grandma and grandpa – and who were supposed to be particularly dangerous when they had no symptoms at all. That’s actually crazy. Why were children still being made scapegoats? Simply to further increase fear? Or what do you think?

Birgit Kelle: I believe that, at least in Germany, it was politically motivated – other countries handled it differently. In other countries, it was quickly recognized that closing schools was a fatal mistake. After the first lockdown experiences, it became clear that this was not good for children. The younger they are, the less they learn. Taking them out of their social lives had devastating consequences.

In May 2020, a strategy paper was leaked from the Ministry of the Interior – a communication recommendation for the pandemic period. It explicitly stated that the worst-case scenario should always be emphasized. In response to the argument that children are not dangerous, the response should be: wrong. They would spread the infection. It would be a terrible experience for children if they were to blame for their parents or grandparents dying in agony because they had secretly met up with the neighbor’s children and forgotten to wash their hands. Those were the official communication recommendations from the Ministry of the Interior.

Milena Preradovic: And you already knew that was a lie.

Birgit Kelle: At least they knew that it wasn’t dangerous for children. The entire coronavirus period was based on projections and modeling—in other words, mathematical probabilities with a high margin of error, as it later turned out. All calculations regarding the danger and spread of the virus were based on experience with previous flu waves, especially influenza.

But by April, May 2020, it was already known worldwide that it did not behave like influenza in children. The scientific community was unanimous. The infectivity rate in children was 17% for influenza and 0.01% for coronavirus – in other words, minimal. This should have been taken into account. It should have been said: Children are not super spreaders. On the contrary, we can keep schools open. Children are not affected.

But they didn’t want that. They didn’t want the truth. They wanted complete lockdowns – and they went through with it. The first school closure in March 2020 was child’s play compared to what came after – at least in Germany. During the first major school closure lockdown, there were 106 days without school, and during the second, 186 days in a row. And those are just the official figures. After that, alternating classes often continued – two days a week, which was then considered a reopening of schools. As soon as even one hour of class took place, the school was considered open – which had nothing to do with reality.

In reality, we had much longer periods of downtime. Then came quarantines, positive cases, and teacher absences. So those 186 days are a conservative estimate – only the official closure days. In reality, it was more. We lost at least one school year.

Milena Preradovic: And it kept escalating. Health authorities sent threatening letters to parents telling them to isolate their children, lock them in their rooms – even toddlers. And not even if they were sick, just if they were suspected of being sick. Otherwise, there would be fines or even child removal. That was pretty unique worldwide. I really asked myself: Is Germany such an unempathetic and child-unfriendly country?

Birgit Kelle: At that time, I would say yes. It became clear that there was a huge discrepancy between the loud rhetoric and the actual actions. Every politician said that school closures would only be a last resort – and what happened? They were always the first resort. Schools were always the first to close and the last to reopen. All the promises were just empty words.

We talk a lot about children’s rights. But during the coronavirus pandemic, it became clear that children’s rights were the first to be taken away and trampled underfoot. School closures were just the beginning—a chain reaction with dramatic health and psychological consequences. On top of that, all leisure activities were shut down: sports clubs, playgrounds, skate parks, parks—everything was off-limits to children.

In principle, the lockdown was a message to children: “Get fat and depressed.” You could say that.

Milena Preradovic: There are attempts in Germany to enshrine children’s rights in the constitution. You’re not a big fan of that. Why?

Birgit Kelle: The coronavirus pandemic has made that clear once again. I wasn’t a big fan before, because you simply have to understand that children are people too. Some people seem to need that explained to them. Children are nothing more than human beings – so every human right naturally applies to children as well. In this respect, they do not need specially guaranteed children’s rights in the constitution. Every single right that applies to us adults naturally also applies to children. That could actually be the end of the discussion.

If you now write children’s rights specifically into the constitution, you take the defense of these rights out of the hands of parents and hand it over to the state. A constitutional article defining children’s rights would give the state the mandate to defend these rights. At present, it is the natural right of parents to represent the rights of their children. In the coronavirus pandemic, this could have meant, for example, that if parents refused to have their children vaccinated, the state could say: “You are violating your child’s rights.” Because we have defined that it is very important for your child’s health to receive this vaccination – and you are denying your child health protection. That is negligent. Perhaps we should even take away your custody rights because you are clearly unable to care for your child properly.

Milena Preradovic: Would that have been possible without mandatory vaccination?

Birgit Kelle: It might even have been possible without compulsory vaccination. You already mentioned the letters from the health authorities. In 2021, letters were suddenly sent out in various federal states in which parents – including those of children in daycare and elementary school – received serious threats and instructions on how to proceed in the event of quarantine. For example, if a school class was sent home, the school informed the health department, which then sent letters to the parents in a harsh tone.

Parents were instructed on how to deal with their children within their own four walls, i.e., not in public spaces, but at home. Mind you, these were children who were not even sick, but only because someone in the class might have been infectious. They were ordered not to eat together and to isolate the children – and this also applied to children in daycare. How are you supposed to imagine that? That parents put food outside their doors or pass it through a hatch like in a prison cell? This was effectively solitary confinement for children in their own rooms – if they even had their own rooms.

I have a quote from an original letter here. I’ll read two sentences:

“If you or your child do not comply with the isolation orders, or if your behavior indicates that my orders are not being adequately followed, an application will be made to the competent district court to have the child forcibly isolated in a suitable, closed facility.”

So they presume to dictate to parents how they may treat their children within their own four walls. And if there is any suspicion that this is not being complied with, the child is to be forcibly removed and placed in a home.

And all this without any children’s rights in the constitution. One dares not even think about what the state would be prepared to do if it really had sovereignty over the definition of the welfare of children through the constitution. That is why there must never be children’s rights in the constitution. Children’s rights in the Basic Law mean handing over children’s rights from their parents to the state. And the coronavirus pandemic has shown how disastrous that would be.

Milena Preradovic: To this state – better not. You said that overall, children have lost a school year. What does that mean for their level of education in the end?

Birgit Kelle: The answer is clear to see, among other things in the PISA figures published in 2024 – relating to the year 2023. Basically, after the first lockdown, it was already clear to all education experts: “For heaven’s sake, open the schools!” Every month of school lost means less income for a child in the long term. A child’s level of education rises with each school year, and with each month without lessons, they lose potential – professionally and socially.

For many children, losing a school year means not only that they will never catch up – there was no real opportunity to do so. There were programs such as “Catching up after Corona,” a package worth one billion euros. If you break that down, it’s 181 euros per child – which went into the education system.

As authors, we took a look at this education package. What was actually done? It wasn’t all bad, but it had nothing to do with catching up on school education. The money went to initiatives that already existed: tutoring projects for disadvantaged children, youth camps, swimming lessons. All worthwhile, but nothing that makes up for a lost school year.

Even the online lessons that were supposed to take place were hardly available in reality. Studies by the ifo Institute showed that 57% of students had online lessons with their entire class less than once a week during the first lockdown. Only 6% had online lessons every day. And 45% of students had none at all.

Milena Preradovic: I read that you wrote about a school that responded to a complaint that a child had neither a laptop nor Wi-Fi by saying, “Then they can’t be taught.”

Birgit Kelle: Exactly. In the public debate, it was made to seem as if online lessons would allow learning to continue seamlessly at home. That is a myth. I myself had three children in school at the time and one child at university. So I saw how online lessons were actually organized, how well the schools did it – or didn’t do it.

It was minimal. And that was even in a household like ours, where I kept an eye on things, motivated the children, worked with them – which was not a given. I worked from home. Many parents didn’t have that option. They couldn’t keep an eye on their children at all. The daily routine was thrown into disarray. There were online lessons from time to time, but essentially they were tasks that the children had to complete independently at home and send back digitally.

In practice, this meant that the children dragged themselves out of bed in the morning and sat in front of the screen in their pajamas. And the boys quickly figured out how to program a continuous loop so that the teacher thought they were still online – while they were long since having breakfast upstairs in the kitchen. That was online teaching.

Milena Preradovic: Many children completely disappeared from the scene during that time. They were no longer visible – perhaps especially children from less educated backgrounds?

Birgit Kelle: Yes, especially children from educationally disadvantaged or already difficult backgrounds. They already had problems before – Corona made them invisible. There were massive appeals to politicians, including from the founder of the Arche projects. The Arche is active in many large cities – children from difficult neighborhoods go there after school and receive lunch, homework help, etc.

But these facilities had to close. The children, who were better off there than at home, were forced to stay at home. These parents were already overwhelmed before – now even more so. Added to this were social tensions, cramped living conditions, and a lack of digital equipment. Many children had neither a laptop nor a smartphone to connect to the internet. To print out worksheets, you needed Wi-Fi and a printer – often neither of which were available.

The Ark employees worked around the clock just to keep in touch with these children. But at some point, nothing worked anymore. Politicians completely ignored this. They always assumed the ideal household: parents support their children at home, learn with them, structure the day. A myth! That was never reality – and should never be the responsibility of parents. Parents cannot be teachers, caregivers, and work from home at the same time.

They simply closed the schools and let things run their course. They didn’t think about what it means to take away a child’s entire daily structure: getting up, eating breakfast, going to school, getting dressed, listening, doing homework, physical education, music, meeting friends. All of these things provide stability in everyday life.

Even adults have lost their balance during this time – children even more so.

They especially need fixed structures. For many children, school is not just school.

Birgit Kelle: School does not mean simply cramming knowledge into your head. School is a place where you learn to interact socially with other people, make friends, and behave in a group. These are incredibly important developmental steps—and they have been completely lost for these children.

It was even worse for very young children. The younger the children were, the more serious the effects were – both in terms of education and basic training. The school entrance examinations, which have now been carried out again, revealed a massive decline compared to before Corona. Obesity has increased and many children show motor disorders. They have not played or exercised. Fine motor skills are impaired, gross motor skills are impaired, language development is impaired.

A child sitting in daycare with a wet cloth over their face, while the teacher is also wearing one, cannot learn to speak. Children need their whole face – facial expressions, mouth movements – to learn language. And there are many children who simply have not taken these developmental steps. These are developmental steps during which so-called windows close – and they don’t reopen just because daycare is open again or because you’re no longer wearing a mask.

Milena Preradovic: Exactly. And that’s what I was getting at: when the school closures were over – or let’s say, interrupted in between – it wasn’t exactly a walk in the park. The children sat for six hours wearing masks, in the heat or bitter cold, because the rooms had to be ventilated constantly. It was freezing cold at times – I read in your article that it was between five and fifteen degrees. The children were told to come to school in ski clothes. And then the Ärzteblatt published a study claiming that there was no drop in performance – and that was the end of the matter. What kind of study was that?

Birgit Kelle: Yes, it was really absurd. A dispute immediately broke out when it was announced that children had to wear masks. You would actually have to do a separate program on the usefulness of these masks. Even the RKI said at the beginning of the pandemic that masks were not useful because they did not prevent transmission. But they were useful for creating awareness of social distancing.

So wearing masks was prescribed as an educational measure, not for medical reasons. Nevertheless, when they had school, schoolchildren had to sit in the classroom wearing masks all day long – in some states even outside in the schoolyard. There were playgrounds with zones painted on the ground, and even there the children had to wear masks.

A particularly absurd term from that time is “fresh air filling station.” Do you know what that was? An area in the schoolyard, a marked circle where children were allowed to stand briefly to take off their masks and “fill up on fresh air” – before having to put them back on again. That wasn’t comedy – it was reality. “Fresh air stations” were set up in German schoolyards where students were allowed to take a quick breath of fresh air.

Milena Preradovic: And in general, this brought out the worst in many teachers. You talk about black pedagogy. What was it like in schools?

Birgit Kelle: I’m not the only one talking about black pedagogy. There are also many educators who are now speaking out – some even did so back then. They pointed out that what was happening in schools was not appropriate for children – it was intrusive and bordered on coercion. Many teachers who criticized this were in the minority and had a difficult time. I know teachers who were suspended because they stood up for children’s rights – for fresh air, for reasonable lessons.

But in the majority of schools, these measures were rigorously enforced. You could definitely call it drill. In some states, schools decided on their own to continue the mask mandate—even after it had long been officially lifted. The few children who no longer wanted to wear masks suddenly became the guilty ones. They were put in the back, excluded.

When the vaccination recommendation was then extended to children and adolescents, the public pressure to vaccinate was transferred directly to the schools. The narrative that children infect adults persisted. Many teachers believed this and treated unvaccinated children accordingly: as a threat to school operations, as a health risk, as a danger to their classmates.

Birgit Kelle: There were cases where it was written on the blackboard: vaccinated on the left, unvaccinated on the right. When regular testing was discontinued, only the unvaccinated had to be tested – so everyone knew immediately who was unvaccinated. Students reported that entire grades were called together, for example in the library, and teachers called out each student by name to ask about their vaccination status. To me, that is fascism in practice. People from the GDR say, “We know this.” This public shaming – calling people up individually, making them admit whether they have been vaccinated, and then saying whether they want to accept the vaccination offer. Those who said “no” were marginalized even more.

Many young people didn’t get vaccinated because they were convinced they needed it, but simply to get their lives back – to stop being treated with hostility. They were constantly being blamed. And the whole thing continued in the same vein at universities.

Milena Preradovic: There were even wristbands – for vaccinated and unvaccinated people.

Birgit Kelle: In Düsseldorf, there were even separate entrances for vaccinated and unvaccinated people. A bureaucrat sits there and thinks, “Great, that makes it easier to organize in the morning. The vaccinated can go in the fast lane—just like at the airport.” And when people say to me, “Oh, it wasn’t that bad,” I ask them: Imagine if we hadn’t made the distinction between vaccinated and unvaccinated, but between black and white. Some people get a wristband, others don’t. Some go through entrance A, others through entrance B.

Or let’s do it between Christians and Jews, or between men and women – men sit at the front, women at the back. Everyone would immediately say: That’s discriminatory, that’s not acceptable. But that’s exactly what we did – in schools, in classrooms – between vaccinated and unvaccinated children.

We need to be aware of that. And to this day, I am still stunned by how easily, quickly, and without resistance all these rules were enforced – and how few people objected. Also how few parents objected. I don’t blame the students – they were pawns. It takes a lot of courage to resist in such a situation, especially when even your parents don’t support you. When the whole school is against you, it’s a tough fight.

But where were those who always fight for children’s rights?

Milena Preradovic: What can you say? What psychological damage have many children suffered?

Birgit Kelle: The psychological damage is probably the most dramatic—in addition to the physical damage, for example in children who have long-term motor impairments or suffer from obesity, which can lead to cardiovascular problems later in life. Vaccinated children have also suffered damage. But the psychological damage—i.e., deficits in social interaction—is particularly serious. Many children are no longer socially competent; they can no longer interact with other people.

We are seeing a massive increase in depression, self-harming behavior, addiction, drug and alcohol use, and internet addiction. All these phenomena have exploded. And we had these figures very early on—health insurance companies reported them as early as 2020. Here, too, you can’t say, “We didn’t know.” Pediatricians sounded the alarm early on. They urgently called for schools to remain open. They saw the effects even back then.

It’s like a spiral: if a child is socially isolated at home, not allowed to meet friends, unable to go outside, then they sit alone in front of a screen. Only children are particularly affected by this. And while we used to say that screen time had to be limited, we have now forced them to go online – without any control.

Birgit Kelle: Health insurance companies are reporting an explosion in mental health issues. The number of children requiring clinical treatment has risen massively. At the same time, there were no therapy places available. Even before Corona, there were too few therapists – now the numbers have exploded. In some age groups, such as adolescent girls, mental disorders have increased by up to 40%. Eating disorders among girls have increased by over 40%. Girls became anorexic in front of the screen, boys became fat and addicted to the internet.

Because there was no treatment, medication with antidepressants rose by 65%. We have already put primary school children on antidepressants because we had no therapists for them. And worst of all, suicide attempts among children and adolescents have risen by 400% – as documented in the Ärzteblatt medical journal. And those were only the cases that ended up in hospitals. The number of unreported cases is probably much higher, because not all attempts were recorded.

Birgit Kelle: And what was the reaction in this country? No outcry. Instead, the figures were initially cast into doubt, as if they couldn’t be right. But they were right. And it was even worse than that. Most of these children were left alone with their problems. A depressed child is not suddenly cured just because school reopens.

Many of these children did not return at all. They had already said goodbye inside. They no longer wanted to get up, no longer wanted to participate in life. This is one of the worst long-term effects of COVID-19—and it is still not being addressed. Politically, there is a complete lack of awareness that this is not just about educational deficits, but about massive psychological damage.

And we don’t even have enough therapists to treat all these children who have been damaged by COVID-19.

Milena Preradovic: Of course, there’s no investment in this – that would be almost an admission of guilt. That’s why it’s swept under the carpet. Just like the vaccine damage – in adults, but also in children. You’ve researched this. What is the current situation?

Birgit Kelle: Unfortunately, it is just as poorly documented and researched as it is in adults. What is particularly dramatic is that children were pushed into a vaccination that was completely pointless for them. There was no medical reason for it. And that was known. We were able to observe how the STIKO – the Standing Committee on Vaccination – caved in under political pressure. The RKI protocols now reveal that the vaccination campaign for children had long been politically prepared, even before it was approved by the EMA or STIKO.

As early as summer 2021, it was stated that all children should be vaccinated during the holidays – even though there was not even a vaccine for children yet. It was politically motivated. And when STIKO finally caved in, you can read in their bulletins that their reasoning was not medical. They did not write that vaccination was necessary for children to prevent serious illness. On the contrary, they emphasized that children only experience mild cases and that vaccination offers them little benefit – but poses a potential risk of side effects.

Birgit Kelle: Especially for boys, for adolescent boys and young men, the risk of heart muscle inflammation was known from the outset – and it was high. Under these conditions, a normal vaccine should never have been approved. Nevertheless, the vaccination was recommended – not to protect children, but to enable them to participate in society. Children were to be given the “freedom to vaccinate” so that they could go back to school and see their friends again. And supposedly also to protect adults.

But this protection of others never existed – and that was also known. It was already clear at the time of approval that the vaccine had not been tested for protection of others. The Pfizer manager later admitted this with a laugh in the EU Parliament: “We didn’t have time.”

Milena Preradovic: I remember it well.

Birgit Kelle: That means that politicians knew about it too. The claim that they were deceived by the manufacturers is false. Politicians knew that protection for others had not been proven – and yet they claimed it anyway. But this argument was central to persuading children to get vaccinated: They shouldn’t put their grandparents at risk. The whole narrative was a lie from the start.

What has come of it is all the worse. There were students who actually suffered serious damage. Many had to fight to have their complaints taken seriously at all. There are children who are severely disabled today – others have permanent damage, the consequences of which we cannot yet assess.

We know that the heart has been affected and that the immune system may be compromised. The long-term effects are unclear. And what about the children who became addicted to drugs or alcohol during this time? Those who leave school without a diploma, who will never learn a trade, who will never be able to lead a self-determined life? No one will say, “Oh, that was because of COVID.”

Milena Preradovic: And if, in twenty years, a young man simply collapses and his heart stops, no one will connect it to the vaccine—because no studies have been done. It won’t be investigated, certainly not in Germany. The few attempts that have been made are fig leaves. The perpetrators are supposed to come to terms with their actions themselves—that can’t work. Do you think it could happen again? The media hasn’t woken up. They were the driving force—and they still are. The big media outlets haven’t learned anything.

Birgit Kelle: I think so – it could happen again. However, I think that next time the resistance would be faster and greater. Many people tell me that the coronavirus pandemic has disillusioned them for the first time – with the government, the media, the institutions they previously trusted.

Perhaps this is a particularly German phenomenon. In Germany, trust in the state has always been very high. Whatever the state does must be right – that was the basic attitude. This trust was exploited. And many are only now realizing in hindsight that they were deceived. That they suddenly found themselves living in a country where, from 8 p.m. onwards, a virus was so dangerous that you were not allowed to leave your house. That you were fined if you drove your grandmother home in the evening or sat alone on a park bench eating an ice cream.

Birgit Kelle: Many people have only become aware of this state absurdity and harshness during this period. And you don’t forget that – even if you try to block it out. If something like this happens again, you will recognize it immediately. It’s like déjà vu.

That’s why people from countries with a totalitarian past react differently. They take to the barricades sooner. They have a feel for authoritarian mechanisms. That’s also the reason why eastern Germany votes differently today than western Germany.

Milena Preradovic: Exactly.

Birgit Kelle: People in the east say, “We’ve been there before. We’ve seen these methods before. We never want that again.” And back then, the state was not our friend – and today, it’s obviously not anymore.

Milena Preradovic: I always say: The East grew up with Honecker, the West with Hollywood. That explains a lot. Thank you very much, Birgit. Thank you for being here – and thank you very much for your book. For me, it is already the standard work on the crimes against children. I think you can call it a crime. Thank you, it was nice to have you here.

Birgit Kelle: Thank you very much for the invitation. It is really important to me that the concerns of children are finally discussed and recognized – and that we admit that we did something wrong.

Milena Preradovic: That was clear. Thank you very much, Birgit.

Well, folks, everyone should really read this book. I had already forgotten a lot – now it all came back to me. And if we forget or repress it, it can happen again. Thank you very much for your support – without you, I wouldn’t be able to address such issues. By the way, I can now also be reached via crypto. Everything is in the description.

I wish you all the best. See you soon.

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4 Kommentare

  1. Y. S. Peter

    Danke für diesen ausgezeichneten Beitrag und die Erinnerung an unfassbares Unrecht.

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  2. Wahres Gesicht

    Ich kann P. Brandenburg nicht mehr vertrauen. Ebenso dem Kontrafunk. Wer ist denn überhaupt noch ehrlich, Sie hoffentlich?
    Gestern war es wieder nur reines Influencing. P. B. ist intelligent, das muss man ihm zugestehen, aber am Ende durchschaut man eben auch ihn. Dieses Inszenieren als „Ich bin ja selbst skeptisch“ hin zu „kauft, kauft, kauft“, das war schon gut gemacht. Vor allem aber sein Gast wirkte so vertrauenswürdig und authentisch. Er behauptet aber immer, er werde „gute Punkte“ und Fragen mal in einer der nächsten Sendungen aufgreifen, aber dann kommt genau das Thema, mehrfach, und kein Wort.

    Kein Wort auch zur wirklichen Gefahr, die doch bei der ganzen BTC Sache im Raum steht. Beschränkung des Zutritts zum Internet die droht, digitale ID. Dann das Gegenteil von Anonymität.
    Stattdessen machen sie jede Ablehnung der Digitalität lächerlich, stellen diese Einwände als die von „Höhlenmenschen“ dar. Das ist Propaganda pur. P.B. zeigt sein wahres Gescht. Traurig, wie das jetzt alles so sichtbar wird.

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  3. Uwe Kienitz

    MIt Angst machen vor Krankheit und Tod im öffentlichen Raum kann man mit den Menschen in dieser Zeit von kultureller Dekadenz (eigentlich schon öffentlicher geistiger Umnachtung) so ziemlich alles machen. Es ist doch sehr sehr erfreulich, dass es, wie hier bei Punkt.Preradovic, immer noch Menschen mit gesundem Menschenverstand gibt…..es kommt so sehr auf den einzelnen geistig wachen Menschen an wie nie zuvor, und nicht auf einen „allmächtigen Staat“! Und es sind Gott sei Dank viele aufgewacht. Na, da ist natürlich noch viel „Luft nach oben“! Wie man bei dem jetzigen Kriegsgeschrei direkt nach dem Corona-Geschrei ganz gut wahrnehmen kann. Da liegt die Herausforderung: trotz allem selber denken lernen – ja, den anderen Menschen verstehen zu lernen, mit all unseren Kuriositäten die wir haben, ist existenziell – und wahrlich nicht zu letzt: Schrittchenweise zu lernen, dass wir Menschen geistige Wesen sind und ohne die göttlich-geistige Welt keine Zukunft haben, aber heute eben in voller Freiheit!!! Wir leben nicht mehr im Mittelalter, auch wenn z.B. Corona eine Art mittelalterlicher Glaubenskrieg war. Gezwungen im „professioneller Weise“ werden wir heute von ( vor allem Alt-)Medien und Missbrauch von Staatsmacht. Die Mitte zwischen diesen Extremen müssen wir Menschen selbst finden – da können wir uns gegenseitig als Menschen helfen, auch um Offenheit zu bilden für die göttlich-geistige Welt, ohne die wir bei genauerem Hinschauen garnicht existieren können. Das ist jedenfalls meine individuelle Sicht und Erfahrung. Da darf und sollte sich jeder Mensch frei fühlen. Deshalb ein besonderer Dank an die Inititative von Milena Preradovic und heute an Birgit Kelle!!! Denn es geht nicht um „Abheben ins Spirituelle“, sondern um das Ernst nehmen dessen, was sich gesellschaftlich abspielt, damit sich etwas wandeln kann und wir wieder menschlich gemeinschaftsfähig werden!

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  4. Nachricht an "Paul"

    N.Niveau.
    Thema Briefe aus Knast, warum kamen sie durch: Die Antwort lautet, dass es gewollt ist. Aus dem Grund, den ich die ganze Zeit schon betone. Man braucht das Migranten-Kriminalität-Thema zur Einführung der totalen Überwachung, digitalen ID usw. Das Migranten-Gewalt-Thema ist auch das einzige der „Kritiker“, das plötzlich im Mainstream Platz fand, warum wohl. Es soll aufgestachelt werden, aber nur zu diesem einen Thema.

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